Nur Gutes schreiben

Die Welt der Blogs ist mitunter extrem positiv. Menschen schreiben über sich eher von ihren Erfolgen als von ihren Fehlschlägen und Ängsten. Aber das führt bei den LeserInnen natürlich zu einem verzerrten Bild.
Auf der anderen Seite fragt man sich als Blogger, ob man bestimmte Dinge öffentlich machen sollte. Kratzt nicht jeder Fehler am eigenen Image? Besonders dann, wenn man viel investiert hat oder man als Selbstständiger direkt finanziell von einem guten Ruf abhängig ist. Man betreibt also immer PR. Somit hat man beim Schreiben schnell die Schere im Kopf und schreibt dann lieber nicht. Dabei könnten wir so gut aus den Fehlern anderer lernen und mit geteilten Leid so manchen Rückschlag vielleicht etwas leichter machen.
Aus der Improvisation bin ich ja das Umarmen von Fehlern gewöhnt, weshalb mich der Umgang damit im Netz nervt. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich demnächst mehr über Fehlschläge schreiben werde, aber ich denke darüber nach…

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Endprobenstress

Der Sommer naht und damit auch einige große Projekte. Das Problem mit solchen Projekten ist, dass sie letztlich soviel Zeit und Raum einnehmen, dass man nicht mal zum Bloggen kommt.

Formatreiche Improwoche

In dieser Woche habe ich das große Glück, gleich drei Mal in Folge mit unterschiedlichen Improformaten auf der Bühne zu stehen. Wie vielfältig Improtheater sein kann, zeigen die kommenden Tage. Morgen (Donnerstag 12.06.2014) gibt es eine neue Auflage von „Lesung trifft Impro“. Gemeinsam mit Dirk Lausch wird aus mitgebrachten Texten gelesen und darüber improvisiert. Wir sind nicht zum ersten Mal am Rüdesheimer Platz und auch nicht zum ersten Mal im IBZ zu Gast, aber bisher hatten wir dort immer einen schönen Abend und ein super nettes Publikum.

Am Freitag (13.06.14) gibt es die Jubiläumsausgabe der Impropedia. Seit nun schon einem Jahr laden wir am 2. Freitag im Monat Experten ins KuZe ein und lassen ihre Themen mit Improtheater aufspielen. Alle 12 Shows waren hoch spannend, lehrreich und höchst unterhaltsam. Am Freitag wird aber alles etwas anders sein. Ein spezieller Experte wird auf ein Allstarteam treffen und wir feiern den ersten Geburtstag dieses Formats.
Am Samstag (14.06.14) geht es dann mit dem Bus nach Hamburg, wo das Theater ohne Probe in der Bühne im Bürgerpark zu Gast bei Stadtgespräch ist. Welches Format wir dort spielen, wird sich noch zeigen. Bisher ist ein Theatersportmatch angekündigt, was ich nach langer Zeit auch gern einmal wieder spielen würde. Also, diese Woche hat eine Menge zu bieten. Ich freue mich darauf und jetzt Bühne frei!

Programmierung einer Veranstaltung

Der 2. Berliner Impro Marathon nimmt am kommenden Samstag seinen Lauf. Dafür mussten die Angebote der einzlenen Gruppen in einem Programm zusammengeführt werden. Ich denke, wir haben eine gute Mischung erreicht, die sowohl ein breites Familienangebot am Nachmittag, sowie ein buntes Abend- und Nachtprogramm.

Besonders das 12-Stunden-Impro-Match war eine freudige Herausforderung, denn es galt mit meinen beiden Moderationskollegen Themen für die 12 Stunden zu finden und diese dann mit Szenen, Games und allen möglichen Spielen zu füllen. Wir haben nun alles soweit zusammengestellt, verraten aber nichts weiter aus die Titel der Stunden.

Einen Überblick über die Themen findet man im Programm des Marathons: www.berliner-impro-marathon.de/berliner-impro-marathon-2014/programm-2014

Mit gutem Gewissen über Kultur schreiben

Mit einem privaten Blog betritt man, ob man nun will oder nicht, das unsichere Terrain des Journalismus. Der Journalist stellt über Themen Öffentlichkeit her und bestimmt daher die Meinungsbildung mit, deshalb muss er eigentlich ausgewogen bewerten und unabhängig sein. Mein kleines Blog hat nun nicht die Reichweite und was ich hier schreibe beeinflußt sicher nicht all zu viele Menschen, dennoch versuche ich meiner Verantwortung gerecht zu werden.

Meine Bedenken zu diesem Thema sind momentan ganz konkret. Was ist passiert? Heute Abend werde ich mir die Show BEYOND im CHAMÄLEON Theater in Berlin ansehen. Grund dafür ist eine Anfrage über mein Blog, ob ich nicht die Show sehen und einen Artikel darüber schreiben wolle. Das ist nichts Neues. Ich habe schon viele Shows gesehen und darüber hier oder bei Impro-News.de geschrieben. Auch nicht neu ist, dass ich dafür Frei- bzw. Pressekarten bekomme. Eigentlich ein ganz normaler Vorgang, wie er tausendfach täglich in Deutschland vorkommt. Kulturjournalisten werden angefragt, zu Veranstaltungen eingeladen und schreiben darüber ihre Meinung.

Einen unbestimmt unwohligen Beigeschmack bereitet mir aber, dass die Anfrage nicht vom CHAMÄLION kam, sondern von TUG LTD – Creativ Search Marketing. Diese Agentur aus London betreibt unter anderem „Search Engine Optimisation“, „Social Media Marketing“ und „Creative Search Marketing“ für ihre Kunden. Man erhofft sich und erbat es auch offen von meinem Artikel einen Link auf die Seite des CHAMÄLEON und damit bessere Chancen bei der Verbreitung der Show. Werbung also, die natürlich ebenfalls eine Bericht in einer Zeitung wäre. Eigentlich auch ganz normal.

Und dennoch habe ich mir in meiner Zusagemail zwei Dinge ausgeboten:

„Zum einen werde ich offen schreiben, dass Sie mich eingeladen haben die Show zu sehen und ich darf im Gegenzug gern etwas schreiben  – ich sehe das im Sinne einer Pressekarte. Und 2. werde ich schreiben, was ich will und wie es mir gefallen hat.“

Mir ist beim Journalismus Transparenz und Belastbarkeit wichtig. Daher die Sorge mit diesem freundlichen Angebot in den Verdacht zu geraten eine Linkschleuder oder ein SEO-Blogger zu sein. Denn die Grenzen sind fließend. Aber mit diesem Artikel habe ich zumindest den ersten Punkt meiner Bedingungen erfüllt und Transparenz hergestellt. Somit kann ich zumindest vorerst mit gutem Gewissen über Kultur schreiben.

Das Hochwasser und die direkte Hilfe

In meiner Heimatstadt Greiz trat Anfang Juni das Wasser der Weißen Elster über und flutete die Alt- und die Neustadt. Ebenfalls betroffen ist die Buchhandlung meiner Eltern. Viele Bücher wurden beschädigt, fast das gesamte Mobiliar und natürlich das Haus. Die Wände sind nass, die Tapen mußten ab und die Elektrik wurde in Mitleidenschaft gezogen – ans Verkaufen ist gerade nicht zu denken.

Das ist nur (m)ein Beispiel, was die Flut von 2013 betrifft. Noch sieht es in vielen Städten kritisch aus. Noch steht das Wasser in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt hoch. Wer aber helfen will und nicht zum Sandsackschippen an die Saale oder Elbe fahren kann, kann spenden. Sollte jemand direkt in einem Ort helfen wollen, so gibt es konkrete Angebote. Zum Beispiel hilft in Greiz die Bürgerstiftung Greiz mit Spendengeldern direkt vor Ort. Woher ich das weiß? Meine Eltern waren eine der ersten die 400€ bekamen, um über die nächsten Tage und Wochen zu kommen:  Erste Greizer Hochwassergeschädigte erhalten unbürokratische Soforthilfe von Bürgerstiftung

Wer also vielleicht aus der Region oder Greiz stammt und konkret vor Ort helfen will, kann an die Bürgerstiftung Greiz spenden. UND nicht wundern, die Bürgerstiftung Dresden wickelt momentan die Bankgeschäfte für die noch in den letzten Gründungsmodalitäten liegende Greizer Stiftung ab. Der Hintergrund ist, dass man nur so allen Spendern eine ordentliche Spendenquittung ausstellen kann.

Spendenkonto
Konto-Nr. 0143013011
Bankleitzahl 85080000
Empfänger: Bürgerstiftung Dresden
Stichwort: “Hochwasserhilfe Greiz”

Und wer vielleicht kein Geld hat, kann vielleicht ganz praktisch Hilfe leisten und auch finden, auf dieser Facebook-Gruppe: www.facebook.com/groups/vogtland.blitzer.hilfe.2013