Nick Cave Rockumentary

Die 64. Berlinale ist vorbei, aber ich konnte wenigstens einen Film aus dieser riesigen Auswahl sehen. Mit 20,000 Days On Earth hatte ich das Glück nicht nur einen Film über Nick Cave, sondern auch noch das erste Werk eines vielleicht neuen Genres zu sehen. Die Filmemache nannten das Genre Rockumentary und meinten damit mehr als nur eine Dokumentation über Musiker. Ihr Film ist auch weit mehr, in dem er Wahrhaftigkeit in absichtlich arragierten Situationen findet. Hoch brilliant gefilmt, durchkomponiert und doch echt. Ein Lob auf den Film findet man hier!

Was mich aber wirklich begeisterte, ist die Idee, dass man diese Art von Musikfilmgenre als Format für die Improbühne umarbeiten könnte… Mal sehen, was man daraus machen kann. Bis dahin empfehle ich besonders den Fans von Nick Cave dieses bild- und sprachgewaltige Werk.

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Das Kino ist unersetzbar: Die große Schönheit

Mit „LA GRANDE BELLEZZA“ sah ich den zweiten großen Film dieses Jahr. Für solche Filme gehe ich ins Kino, für diese gibt es Kino und wird immer unersetzbar sein.

Der erste Film war „Hanna Arendt„, der mich wegen seiner Dialoge, dieser Sprache, virtuos auf der Stradivari messerscharfer Argumentation vorgetragen begeisterte. Der Zweite ist nun Paolo Sorrentinos „LA GRANDE BELLEZZA – Die große Schönheit„. Es ist nicht die Handlung, die eigentlich banal, doch zu komplex zu erzählen ist. Es ist die überwältigende Bildsprache, die nie nachlässig oder unüberlegt scheint, es ist ein Rausch an Oberflächen, die sich in Rom als Hauptmotiv aus über 2000 Jahre Kultur speißen, Komposition und Detailverliebtheit bis in die kleinste vorbeiflanierende Nebenfigur. Eine Bildsprache welche die Dimensionen der Leinwand auskostet und sie sprengen will. Dazwischen einfache Texte, Frasen aber auch existenzialistische Philosophie über das Leben, die Schönheit und das Nichts.

Ein Film, der mich nach den ersten Minuten fest in seinem Sog hatte. Nun liebe ich Rom und intelligente Filme. Beides kommt hier zusammen. Danke Paolo Sorrentino, danke Rom, danke Kino!

Achtung, der Trailer schafft es leider nicht wirklich den Esprit dieses Filmes zu zeigen – er hätte mich fast von einem Besuch abgehalten (dieser Zusammenschnitt ist etwas besser)…