Kammerspiel online aus Mitspielperspektive

Kammer nix machen – Kammer nur gucken

Ein improvisiertes Kammerspiel aus der Mitspielperspektive!

Livestream auf youtube.com: https://youtu.be/Y55pnHZSt4s

Donnerstag, 7. Mai 2020, 19:00 Uhr

Inspiriert durch Vorgaben des Publikums entsteht ein Raum. Per Live-Kamera sehen Sie nicht nur zu, Sie übernehmen eine Rolle im Stück! Unbewegt verharrt dieser Charakter zwar an seinem Platz, kommentiert jedoch ab und an das Geschehen und beobachtet alles.

Erleben Sie diesen improvisierten Theaterabend aus der Sicht eines Schauspielers. Tauchen Sie ein in den faszinierenden Sog des Kammerspiels, ohne filmische Schnitte und ohne Ortswechsel. Mit der Intensität eines geschriebenen Stücks entfaltet sich das Drama mal komisch und mal bewegend.

Live gestreamt aus der Brotfabrik Berlin.
Wir freuen uns über Spenden über eventbrite: https://www.eventbrite.de/e/theater-ohne-probe-kammer-nix-machen-kammer-nur-gucken-tickets-102463400790

Wie Impro aus dem Nebel des Unbekannten hilft

Da spiele und unterrichte ich seit Jahren Impro und versuche für mich und die Schüler immer wieder Situationen zu erzeugen, in denen keiner einen Plan hat, wie es weiter geht – weil dann brauchen wir die Improvisation. Oft wird das von anderen Improlehrern (und auch mir) als „überrasche Dich selbst“ beschrieben. Am Anfang macht einem das Angst und dann lernt man damit auf der Bühne umzugehen, weil man immer wieder die Erfahrung macht, dass es doch irgendwie weiter geht. Man muss nur „Ja, und …“ sagen und sich einlassen auf die Situation. Und dann ist man erstaunt und glücklich, dass man gemeinsam mit den Kollegen etwas völlig Unerwartetes gefunden hat.

Bisher hatte ich keinen Namen für diesen Zustand (oder je darüber nachgedacht, dass man ihn benennen könnte). Uri Alon hat diesem Zustand des „Ich weiß nicht wie oder wohin es weiter gehen soll“ den Begriff Wolke (Cloud) bzw. „in der Wolke sein“ gegeben – gar nicht schlecht. Vielleicht trifft es aber im Deutschen der Begriff Nebel besser?

Wir befinden uns im Nebel und sehen nicht wohin es weiter gehen soll. Auf der Bühne kein Problem, denn im schlimmsten Fall reißt man die Arme in die Luft, winkt das Licht aus und geht ab. In der Forschung, aus der Alon kommt, geht das nicht – aber mittels Improvisation kann man mit diesem Zustand umgehen lernen. Aber was schreib ich das alles auf – einfach den Talk anschauen!

Wenn wir so leben würden, wie wir (manchmal) improvisieren

Wie schon bei „Wenn Improvisierer auf die Wirklichkeit treffen“ habe ich ein weiteres Video an der Schnittstelle von Improvisation und wirklichem Leben empfohlen bekommen. Manche Verhaltensweisen sind auf der Bühne wirklich vermeidbar, aber wie das Gehen auf der Stelle unumgänglich. Dennoch sollte man sich als Improvisierer diese Videos genau anschauen und lernen.

John Cleese über Kreativität

Durch den Podcast NSFW bin ich auf ein sehr spannendes Video aufmerksam geworden. Darin hält John Cleese von Monty Python einen Vortrag über Kreativität.

Seine 5 wichtigesten Punkte, um kreativ zu sein, sind:

  • Raum schaffen
  • Zeit haben
  • Zeit lassen
  • Experiemtierfreudig sein, damit man in eine offene spielerische Haltung gerät
  • Humor

…naja und endlos viele Witze übers Glühbirnenwechseln.

Kreativität und Improvisation

Bis auf die Glühbirnenwitze erinnern mich seine Ausführungen genau an das, was man für eine gute Improvisation benötigt. Der zu schaffende Raum ist hier das Umfeld, in dem man improvisieren will. Je konzentrierter und fokusierter der Raum, das Theater, die Bühnensituation ist, desto besser.

Die Zeit ist eine wichtige Frage: Ich werde für Auftritte immer wieder gefragt, wieviel Zeit man denn für so einen improvisierten Auftritt bräuche. Das möglichst Kürzeste wären etwa 30 Sekunden, aber um wirklich mit dem Publikum in Kontakt zu treten und daraus etwas zu wertvolles zu erschaffen, sollte ein Auftritt m. E. mindestens 30 Minuten dauern.

In der abgesteckten Zeit sollte man sich auch Zeit zum Spielen lassen. Denn genial wird man nicht auf Knopfdruck, sondern nur durch Inspiration. Aber Inspiration kann man nicht erzwingen. Deshalb braucht es Pausen, die Möglichkeit neu anzufangen und Geduld.

Die Experimentierfreude beschreibt Cleese als eine Situation, in der keine Idee als schlecht oder falsch abgetan wird. In der Improvisation ist es das „Ja, und…“, das Annehmen der Ideen der Mitspieler, das grundlegende Akzeptieren.

Und der Humor. Ja der Humor ist in der Improvisation ebenfalls ein wichtiges Mittel, dass Spieler und Zuschauer auf die angenehmste Art verbindet. Cleese unterscheidet aber auch zwischen Humor und Albernheit. Das sollte man ebenfalls in der Improviastion beachten, denn an Albernheiten verlieren die Zuschauer schnell das Interesse. Jedoch entsteht Humor in der tiefsten Ernsthaftigkeit, wenn man sie nur zuläßt.

Und die Glühbirnenwitze? Ich rate in jedem Fall von Ihnen ab, zumal die meisten Glühbirnen in Europa illegal sind!

Beispiele für Filmgenre auf openculture.com

Durch einen Blogpost bin ich auf die Webseite openculture.com aufmerksam geworden. Sie enthält nach eigenen Angaben Links zu über 435 Filmen, Audiobüchern, Büchern, wissenschaftlichen Videos und vielem mehr. Das Meiste ist frei und kostenlos anschaubar, z.B. in voller Länge auf Youtube – und/aber in Englisch.

Besonders interessant für diejenigen die an Genren interessiert sind, sollten die folgenden Kategorien sein:

Free Film Noir

Free John Wayne Movies

Free Orsen Welles Films

Free Hitchcock Films

Viel Spaß!

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