Auftritte im März 2019

Die letzten drei Monate waren mehr als arbeitsreich. Am Theater überzwerg inszenierte ich mit meinen Kolleginnen von der compagnie toit végétal das Stück Stromer nach dem Bilderbuch von Claud K Dubois. (Premiere 16. März 2019)

Nun werde ich in den nächsten Wochen aber doch einige Male auf der Bühne stehen und freue mich darauf sehr!

Hier die Liste meiner öffentlichen Auftritte für März:

Do. 21., 20:00 Uhr – Manche mögen’s ToP – Die Donnerstagskomödie im BühnenRausch, Berlin

Sa. 23., 16:00 Uhr – Akim rennt im Rahmen des Dein:THEATER!-Festival #2 im Theater Regensburg, Berlin

Fr. 29., 20:00 Uhr – Lesung trifft Impro im Berliner Golfclub Stolper Heide

Und bereits ein kleiner Ausblick auf den April:

Sa., 6. April, 18:00-4:00 Uhr – 7. Berliner Impro Marathon

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Impro-Versuche und -Visionen

Auf Impro-News.de ist endlich einmal wieder eine Kritik von mir erschienen. Das Format Impro-Visionen in der Schaubude Berlin ist dank seiner Innovationen sehr sehenswert, wenn ich auch mit dem Abend unzufrieden war. Die Verbindung von Improvisation und Objekttheater ist interessant und ich freue mich, sollte es zukünftig mehr mutige Experimente geben.

Nur über mutige Versuche, können neue Wege beschritten werden. Und es wird experimentiert! Allein der Berliner Impro Marathon hat lose Gruppen hervorgebracht, die sich an Formaten und Genres versuchen. Diese Versuche auf offener Bühne sind wichtig. Wer die Erfahrung gemacht hat ein neues Improformat zu entwickeln, weiß, dass nur das Spielen vor Publikum die Schwächen und Stärken enthüllt. Und dann folgen weitere und mitunter anstrengende Aufführungen, die man braucht, um es zum Fliegen zu bringen.

Nur ab und an frage ich mich: Wem soll ein neues Format dienen? Ab und an beschleicht mich das Gefühl, dass es weniger für ein Publikum, als für die SpielerInnen ersinnt wurde. Daher meine Bitte an alle, die neue Formen und Formate entwickeln, fragt Euch ab und an: Was haben die Zuschauer davon?

Artikel auf Impro-News.de: Impro-Visionen – Experimente zwischen Dingen und Menschen

Wie lange sollte ein Improauftritt dauern?

In Gesprächen oder bei Anfragen wird oft gefragt, wie lang eine Improauftritt dauert. Gerade im geschäftlichen Kontext kommt immer wieder der Gedanke auf, dass ein kürzerer Auftritt sicher billiger sei. Das kann man einfach vereinen, denn ob man 30 min oder 2 Stunden improvisiert, der Aufwand bleibt im Grunde der gleiche.

Aber wie lange sollte ein improvisierter Auftritt dauern? Meine Erfahrung sagt, dass 20 Minuten einfach zu kurz sind. Rechnet man Begrüßung und Anmoderation, bei der man Impro erklärt und das Publikum warm macht, ist man locker bei sieben bis acht Minuten angekommen. Dann zwei Szenen mit Abfragen und Übergängen und es sind weitere 10 Minuten weg. Und schon überzieht man mit der dritten Szene die Zeit. Das Hauptproblem ist aber, dass das Publikum meist ein bis zwei Szenen braucht, um sich auf eine improvisierte Darbietung einzulassen. Und in zu kurzen Auftritten hat das Scheitern kaum Platz. Wenn wirklich auf Risiko gespielt wird, kann ein 20-Minuten-Auftritt schnell ein echtes Desaster werden.

Daher ist meine Empfehlung für gebuchte Auftritte – also die Situationen, bei denen sich das Publikum nicht bewusst entschieden hat zuzusehen – mindestens 30, besser aber 45 bis 60 Minuten zu vereinbaren. In diesem Zeitrahmen ist auch Platz für eine vernünftige Interaktion mit den Zuschauern und der Auftritt kann viel mehr auf die Veranstaltung eingestimmt werden.

The Naked Stage – das improvisierte Kammerspiel

naked_stage_webKurz vor Ostern präsentiert meine Improgruppe, das Theater ohne Probe (ToP), in der Brotfabrik eine Reihe von improvisierten Theaterstücken. Eine Woche lang improvisieren wir Kammerspiele in drei Akten. In welchem Raum gespielt wird, schlägt das Publikum vor. Danach stehen nur die nackte Bühne und das improvisierte Spiel im Mittelpunkt.

Warum Kammerspiele?

Seit den Stücken „Kunst“ oder „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza erlebt das Kammerspiel eine regelrechte Renaissance. „The Naked Stage“ stellt sich dieser räumlich-zeitlichen Begrenztheit des Theaterspiels und vermag deshalb genauso zu fesseln. Die vier bis sechs Spieler*innen improvisiert dabei völlig ohne Ortswechsel oder filmische Schnitte. Im Raum entstehen Figuren und werden dort mit ihren Ansichten und Wünschen zusammengeworfen. Im Fokus: Die Beziehungen der Figuren untereinander. Das ist mal komisch, mal bewegend und hoch dramatisch. Zudem ist das für uns als Spieler*innen eine außergewöhnliche Herausforderung.

Das Format “The Naked Stage” wurde entwickelt von Tim Orr aus San Francisco, der dort im Ensemble von BATS Improv spielt. Bereits drei Mal wurde das Format von uns in Berlin gespielt. Alle bisherigen Aufführungen waren interssant und unterhaltsam und ich bin mir sicher, genau das Richtige vor Ostern.

“The Naked Stage” – Das improvisierte Kammerspiel

Termine: 10. bis 13. sowie 15. und 16.04.2017, 20:00 Uhr

Ort: Brotfabrik Berlin, Caligariplatz 1, 13086 Berlin
Eintritt: 13,50€, erm. 9,00€

Tickets und Informationen unter: www.theater-ohne-probe.de

Naked Stage Premiere

Im Juni wird meine Improgruppe, das Theater ohne Probe, ein Format auf die Bühne bringen, dass wir von Tim Orr aus San Francisco gelernt haben. Inspiriert von einem Spielort werden wir ein abendfüllendes Stück in drei Akten improvisieren. Das schöne an diesem Format ist, dass wir so die Gelegenheit haben tief in die Charaktäre einzutauchen und deren Wünsche, Hoffnungen und Antriebe beim Improvisieren zu entdecken.

Bisher haben wir in diesem Format zwei Einakter gespielt und jedes Mal waren das Publikum und wir begeistert. Es liegt daran, zumindest ist das meine Vermutung, dass sich das Publikum über die Zeit und die Ruhe, die das Format bietet, tiefer mit den Charakteren verbinden kann. Die Stücke sind nicht sehr temporeich und voller Aktion, jedoch nehmen sie in ihrer stetigen Entfaltung die Zuschauer auf eine unterhaltsame und eindringliche Reise mit.

Wer sich selbt ein Bild machen möchte, ist herzlich eingeladen und hat gleich zwei Mal die Chance dazu. Zu erst am 23. Juni 2016 zu unserer Premiere im BühnenRausch in Berlin Prenzlauer Berg und dam 11. Juli 2016 am selben Ort, aber diesmal mit der großartigen Lisa Rowland aus San Francisco. Dieser Abend wird sicher eine Wucht, denn es ist immer eine Freude Lisa Rowland auf der Bühne zu erleben. An die ToPs und Gäste Show vom November 2014 denke ich heute noch – selten habe ich auf der Bühne so lachen müssen, selbst als Leiche mit geschlossenen Augen! Die zweite Vorstellung wird in einfachem Englisch sein.

Do, 23.06.2016, 20:00 / Berlin
ToP-Form: The Naked Stage

Mo, 11.07.2016, 20:00 / Berlin
The Naked Stage – featuring Lisa Rowland

Ort: BühnenRausch, Erich-Weinert-Straße 27 10439 Berlin

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Eine Woche voller Impro

Was eine Woche. Sie war voller Improvisation in geballter Form. Und da das hier ein Weblog ist, also ein Tagebuch, da führe ich doch mal Buch…

Montag

Gut, der Montag war kein Bühnentag. Aber ich war noch mit den tollen Leuten von BATS Improv aus San Francisco unterwegs. Macro hat zu deren tollen Show am Freitag im BühnenRausch einen guten Artikel auf Impro-News.de geschrieben: „Starke Frauen aus San Francisco: BATS Improv“

Dienstag

Der Dienstag war dann ein voller Improtag: Auf der Bühne der Brotfabrik Berlin spielten wir (das Theater ohne Probe) „Im Sinne von Brecht“. Dabei traf Punkland auf den Überwachungsstaat und das als Film Noire. In starken Bildern konnten wir einen bissigen Kommentar zur Diskussion um NSA, Überwachungsangst und Sicherheitswahn liefern. Für mich waren die beiden letzten Szenen besonders gelungen, denn in der einen hatte wir wirklich die Zuschauer emotional im Bann und schafften die geforderte Verfremdung im Sinne von Brecht. In der letzten Szene entdeckten wir einen neuen Verfremdungseffekt und brachten inhaltlich die Frage um den Grad der Freiheit auf den Punkt. Der Meister hätte damit zufrieden seien können.

Eine weitere Besonderheit des Abends war das Publikum. Neben einem Gast aus den Staaten, saß eine komplette Improtheatergruppe aus Hamburg im Zuschauerraum. Die Schiller Killer befanden sich zu der Zeit auf Tour und beehrten uns spontan mit ihrem Besuch. Die Gespräche nach der Show in der Kneipe der Brotfabrik waren ein Genuss.

Mittwoch

Am Mittwoch gab es das erste Training an der Hochschule in Eberswalde. Noch gibt es Gelegenheit und Platz für Studenten und Eberswalder sich auszuprobieren.

Donnerstag

Am Donnerstag ging es wieder einmal nach Schwerin ins werk3. Dort spielten wir einen improvisierten Krimi. Nachdem wir in der ersten Hälfte des Abends vier Charktere und deren Beziehungen entwickelt hatten, entschied das Publikum zum Beginn der zweiten meine Rolle sterben zu lassen. Dafür durfte ich als Kommissar wieder auferstehen und den Mord aufklären, was mir aber leider nicht gelang. Damit landete der Kommissar dort, wo unser Abend als Ausgangspunkt begonnen hatte: Auf dem Arbeitsamt. Aber das Publikum war glücklich, wir hatten viel Spaß und alle gingen zufrieden nachhause.

Freitag

Nach dem Ausschlafen stand dann Potsdam auf dem Plan, denn jeden zweiten Freitag im Monat gibt es im KuZe „Impropedia“. Diesmal war die Regisseurin und engagierte Theatermacherin Sina Schmidt zu Gast. Sie erzählte über Uniater, Stücke über SPAM-Mails und barocke Opern. Wie immer bei Impropedia wurde das Interview von einer Improgruppe angereichert. Diesmal waren es Thomas Zug und Dennis Döhler aus Berlin, die mit sichtlich viel Spaß Opern, Horror oder Geburten auf die Bühne brachten. Ein schöner Abend, von dem mir nachhaltig bleibt, dass ich sehr inflationär das Wort „genau“ gebrauche.

Was eine Woche. Sie endete heute in einer dreistündigen Podcastaufnahmesession über die Applied Improv Network Konferenz in Berlin. Das kommt aber alles erst in der kommenden Woche 🙂

Ein selbstunterrichtendes Improfestival

Auch in diesem Jahr wird es ein Improtheaterfestival in Potsdam geben. Dieses Jahr verteilt es sich auf zwei Wochenenden: Sa. 25. bis Mo. 27. Oktober sowie Fr. 01. bis So. 03. November 2013 und ich darf wieder als Künstlerischer Leiter verantwortlich zeichnen.

Warum aber nun ein selbstunterrichtendes Improfestival? Beide Wochenenden sollen für die Teilnehmenden eine besondere Form an Workshops bieten. Festivals mit Workshops und Shows sind Gang und Gebe. In Potsdam versuchen wir es aber mit dem Barcamp-Format. Dabei bieten die Teilnehmenden ihre Kenntnisse im Plenum an und organisieren sich dann nach Interessenlage. Es gibt letztlich nur Zeiten, in denen sich die Leute in kleinen Gruppen zu ihren Themen zurückziehen können und lernen, ausprobieren und spielen.

Wir haben im vergangenem Jahr gute Erfahrungen im „Bachelor of Impro“ gemacht. Die Studenten, die nach Potsdam gekommen waren, haben gern Ideen und Wissen geteilt. Ob es auch mit einem völlig frei zusammengewürfelten Festivalensemble so funktioniert, muss man sehen. Wir sollten nur einige Fehler vermeiden:

  • Es sollten die Teilnehmenden am besten schon bei der Anmeldung ein mögliches Thema mitteilen, was sie anbieten können.
  • Es sollte genug Zeit geben, die einzelnen Themen auf die Zeiten zu verteilen – sonst gibt es viel Unzufriedenheit.
  • Es sollte viel über den Modus gesprochen werden, der eigentlich einfach ist – aber wie immer ist es das Einfache, was schwer zu machen ist.

In den nächsten Tagen wird es dazu noch mehr Infos auf der Seite des Festivals geben: www.improfestival-potsdam.de