Auftritte im September

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„Akim rennt“ am 14.9.2018 in Berlin. Foto: Gero Breloer

Meteorologisch ist der Sommer vorbei und damit auch die Sommerpause. Aber auf der Bühne geht es weiter und das kann ich wärmstens empfehlen. Los geht es mit einer Einladung der Kollegen von Die Raketos zum 3 Gänge Impro im Aufsturz. Hier kann man an einem Abend immerhin gleich drei Improgruppen erleben.
Ein Highlight in diesem Monat ist der Besuch von Joshua Raoul Brody aus San Francisco. Er wird mit dem Theater ohne Probe und mir eine ganz besonders musikalische Show in der Brotfabrik Berlin spielen.
Und im September noch einmal in Berlin zu erleben: Akim rennt.

5., 19:30 Uhr – 3 Gänge Impro Berlin im Aufsturz, veranstaltet von Die Raketos, Berlin

9., 20:00 Uhr – Theater ohne Probe: Im Sinne von Brecht mit Joshua Raoul Brody in der Brotfabrik Berlin

14., 18:00 Uhr – Akim rennt im Rahmen des Festivals Frischer Wind im Figurentheater Grashüpfer, Berlin
15., 15:00 Uhr – Akim rennt im Rahmen der INTERKULTURELLEN TAGE Dresden

20., 20 Uhr – Manche mögen’s ToP – Die Donnerstagskomödie im BühnenRausch, Berlin

21., 20 Uhr – DIE SPONTANE WELT DER DINGE im Figurentheater Grashüpfer

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Gundermann der Kinofilm – eine Empfehlung

Der ostdeutsche Liedermacher Gundermann, der als Baggerfahrer im Tagebau gearbeitet hat, ist für viele noch immer ein Unbekannter. Andreas Dresen hat sich dessen Leben, das voller Widersprüche war, angenommen und nach 10 Jahren einen Film ins Kino gebracht, der die Komplexität des Lebens vor und nach dem Mauerfall abbildet. Unbedingt ansehen!

Premiere des Films Gundermann, 23.08.2018. Foto: Jäkel

Premiere des Films Gundermann, 23.08.2018. Foto: Jäkel

Ich weiß nicht mehr, wie ich eigentlich auf Gundermann gestoßen bin, aber seine Poesie, die sich einem konkreten Zugriff und einer klaren Interpretation entzieht, hat mich von Anfang an fasziniert. So ist es für mich auch nicht verwunderlich, dass ein Fan wie Andreas Dresen, so viel Energie investierte, um einen Film über Gundermann zu realisieren. Und dabei ist es ihm gelungen, keinen Fanfilm zu drehen, der gar einen Sockel unter ein Idol schiebt. Von der ersten Minute an, wird man mit einem Menschen konfrontiert, der voller Widersprüche steckt, den innere Konflikte umtreiben und dessen Wunsch nach Selbstbestimmung zerstörerische Ausmaße hat. Man verliebt sich nicht sofort in diesen sonderbaren Helden, aber man kann auch nicht von ihm lassen.

Und genau so wirkt auch seine Musik.

Ich hatte das Glück, die Filmpremiere am 23. August in Berlin zu sehen. Knut Elstermann von Radio Eins moderierte – sichtlich begeistert – die Filmgespräche vor und nach der Vorstellung. Und um die Premiere zu diesem Film über einen der großen deutschen Liedermacher perfekt zu machen, gab Andreas Dresen mit Axel Prahl, Alexander Scheer (der Gundermann spielt), dem Gitarristen Jürgen Ehle (Pankow) und weiteren Musikern im Anschluss noch ein Konzert im Kesselhasus der Kulturbrauerei. Dabei spielten sie aber nicht nur Lieder von Gundermann, sondern auch von Musikern in Gundermanns Geiste: Rio Reiser, Westernahgen oder Gisbert zu Knyphausen. Sichtlich von Freude und Erleichterung beflügelt schienen Axel Prahl und Andreas Dresen sein.

Konzert zur Premiere von Gundermann. 23.08.2018 Foto: Jäkel

Konzert zur Premiere von Gundermann. 23.08.2018 Foto: Jäkel

Konzerte fanden nur im Nachgang zu den verschiednen Premieren des Filmes bis zum offiziellen Kinostart am 23. August 18 statt und bleiben daher ein Ausnahme. Jedoch hat nun jeder die Chance den Film im Kino zu sehen, was ich sehr empfehlen kann!

Ein paar schöne Augenblicke

Was kann alles in einem Moment geschehen, in einem Augenzwinkern? Alles mögliche, doch nur weil alles mögliche geschehen kann, ist das noch nicht alles sehenswert. Mit „In the blink of an eye“ hatte sich das Wandertheaters Ton und Kirschen zu seinem 25. Geburtstag 2017 eine Art (Hand-)Werksschau aus Texten und Formen zusammengestellt. Am 22.8.2018 sah ich eben dieses Stück in der UFA Fabrik und nutze jetzt den Augenblick, hier von dieser Inszenierung zu berichten.

Die Inszenierung besteht aus verschiedenen kurzen Texten von The English Mumming Play, Rumi, Samuel Beckett (Kommen und Gehen), David Johnston und Margarete Biereye, Anton Tschechow (Der Bär), Ovid (Pyramus und Thisbe) und Bertolt Brecht (Die Liebenden). Für jeden Text wurde ein etwas andere Herangehensweise gewählt und so zeigten die SpielerInnen von Ton und Kirschen, dass sie vom Puppenspiel, über klassisches Theater bis hin zum Maskenspiel eine große Formensprache bedienen können. Jedoch reichte mir das nicht, um unterhalten zu werden. Der Abend zerfiel für mich zu stark in Nummern oder besser gesagt Sketche. Besonders in den komischen Stücken, wie der Bär von Tschechow fehlte mir das Timing und die Glaubwürdigkeit der emotionalen Achterbahn, die dieses Stück verlangt.

Gut fand ich das Ensemble dann, wenn die Musik nicht aus der Konserve kam und sie selbst musizierten. Dann gelang es ihnen Bilder zu erzeugen und auf eine schöne archaische Form eine Geschichte zu erzählen. So, wie man es von einem Wandertheater unter freiem Himmel erwarten kann. Jedoch erfüllten das an diesem Abend nur die letzten beiden Teile.

Das dieses eher negative Urteil nur meine persönliche Meinung darstellt, zeigte der begeisterte Abschlussapplaus der Zuschauerinnen, in dem es sogar einige nicht auf ihren Plätzen hielt. Dieses Stück von Ton und Kirschen konnte mich nicht begeistern – es hatte für mich zu wenig schöne Augenblicke.

Herzblut Freie Szene: Sommertheater mit Theater Anu und Open Air Impro

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Unser Thema in Sendung 17 vom 7.8.2018 ist Theater im Sommer. Diesmal sind wir mit Interviews unterwegs.

Bille Behr vom Theater ANU

Bille Behr vom Theater ANU. Ich war direkt auf dem Tempelhofer Feld und sprach mit ihr über die neuen Theater ANU Produktion Dreamer.
„Dreamer“ ist zu erleben vom 9.-12.08.2018 und 16.-19.08.2018 auf dem Tempelhofer Feld Berlin. Tickets gibt es hier.

Open Air Impro

Mit Claudia Hoppe, Beate Schönwetter und Andreas Albrecht sprach macro auf dem Biber Ferienhof in der Kleinen Mecklenburgische Seenplatte. Es geht um Open Air Impro und das Schleusentheater Diemitz. Wir bitten die Audiostörungen zu entschuldigen.

Rückblick

Ausblick


Nächste Sendung: Dienstag, 4. September 2018 18-19 Uhr
Colaboradio im Pi Radio-Verbund
Berlin UKW 88,4 MHz und Potsdam UKW 90.7 MHz
Stream: piradio.de
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FINALE im Chamäleon oder wie man Spaß im Konfettiregen hat

Die aktuelle Show im Chamäleon Theater Berlin heißt FINALE und ich durfte mir am vergangenen Dienstag ein Bild von der aktuellen Produktion machen.

Was erwartet man von einer Show, die FINALE heißt? Ist es ein Abend, der auf das eine große, das ultimative Finale zustrebt oder geht es um die Suche nach dem besten Finale, also um einen Wettbewerb? So genau konnte man das Konzept vom kreativen Leiter Florian Zumkehr nicht deuten, aber vielleicht war es auch Konzept uns mit vielen losen Enden zurück zu lassen.

Straßentheater oder Zirkusshow?

Los ging es im Zuschauersaal, zwischen den Stuhlreihen, mit einer Nummer, die direkt von der Straße zu kommen schien. Dabei gelang es Florian Zumkehr und dem Amerikaner Richie Maguire mit einer Mischung aus anarchistischer Moderation und waghalsiger Akrobatik auf einer großen Kiste (Flightcase) das Publikum in den Bann zu ziehen. Aber der Trick konnte nicht einfach bis zu seinem Finale gezeigt werden, da er stetig von Kollegen unterbrochen wurde, die ihre (Solo-)Show ankündigten und sofort spielen wollten. Also schwenkte die Straßentheateratmosphäre um und es schien sich ein interner Wettkampf zu entwickeln, wer nun seine Nummer zeigen dürfe und welche die beste für das Finale sei.

Jedoch hielt auch das nicht lange an, denn es wechselten sich dann ohne Übergang einzelne Solonummern ab und wir sahen hervorragende Artisten am Luftring, im Cry Weehl, am Chinesischen Mast oder mit Balljonglage. Mal unterbrochen, mal begleitet wurden die einzelnen Beiträge durch gefühlvolle Songs von Ena Wild, die sich auch mit freien Vodkashots beim Publikum beliebt zu machen wußte. Hinzu kam als dritte Form der Überleitung zu Solobeiträgen die persönliche Geschichte. So erzählten Richi Maguire und auch der Schlagzeuger Lukas Thielecke Erlebnisse aus ihrer Kindheit und auch das war interessant, aber nicht zu ende gedacht.

Eine Show die unterhält!

FINALE hat also viele Ideen und wirkte mitunter wie der Vortrag eines Orchesters, das trotz sehr guter Einzelkünstler nicht zu einem gemeinsamen Ton findet.
Und dennoch macht diese Show Spaß. Die Unentschiedenheit, ob sie raues Straßentheater oder effektvolle Zirkusshow sein will, wird in einem Regen aus Konfetti und Fröhlichkeit ertränkt. An Gründen zu jubeln, das Glas zu erheben und zu staunen fehlt es nicht. Besonders das Ende, an dem Freiwillige aus dem Publikum auf die Bühne geholt werden, um sich waghalsige Sprünge durch den Reifen anzusehen, wird durch Tempo, der Beteiligung aller Künstler und einem Haufen Konfetti zum großen Finale. Hier zeigt sich mal wieder, dass nicht unbedingt die akrobatische Höchstleistung, sondern die Show unterhält.

FINALE ist noch bis zum 19. August 2018 im Chamäleon Theater Berlin zu erleben. Man darf sich am Ende auch gerne eine Handvoll Konfetti mit nach Hause nehmen.

chamaeleonberlin.com/de/shows/finale

Auftritte im August

Es ist Sommer, es ist heiß und die kreative Sommerpause tut gut. Aber ganz ohne Auftritte kommt man ja nicht aus – denn was wäre das Leben ganz ohne das Spiel.

Daher freue ich mich bereits auf den 3. August, da wird es noch ein wenig heißer… Mit city.lights – Begehrlichkeiten spiele ich in der Weiterentwicklung eines Formats mit, dass zum Berliner Impro Marathon von mir ausprobiert wurde. Die Gastgeber für diese besondere Vorstellung sind das Improtheater frei.wild aus Berlin. Im Mittelpunkt des Abends stehen drei Paare, die in der großen Stadt leben und deren geheimen Wünsche und Begehrlichkeiten sie umtreiben. Es wird also auch hier auf der Bühne heiß! Das Gute aber an diesem Auftritt im Bühnenrausch ist, dass es dort eine Klimaanlage gibt!

Hier die Termine für August. Wenn noch etwas dazu kommt, update ich die Liste.

Fr. 03., 20 Uhr –  city.lights – Begehrlichkeiten im Bühnenrausch, Berlin

Di. 14., 20 Uhr – Der Spielekönig im Frannz Club in der Kulturbrauerei, Berlin

Sa. 25., 18 Uhr – Lange Nacht der Museen im DDR Museum Berlin. Da werde ich den Hausmeister Lehmann geben und die Museumsbesucher spontan bespielen oder reparieren…

Mi. 29., 20 Uhr – Dein Held, Deine Geschichte im Maschinenhaus der Kulturbrauerei, Berlin (Update 29.8)

Herzblut Freie Szene mit Manou Voigt über Theater für Kinder

Herzblut_KindertheaterIn der Sendung vom 3.7.2018 war unser Thema Theater für Kinder. Zu Gast bei Macro Fichtner und mir war Manou Voigt. Sie ist als pädagogische Fachkraft, Zirkuspädagogin und als Clownin Grülendula im Bereich Umweltbildung tätig und improvisiert beim Theater ohne Probe am Licht.

Rückblick

Links aus der Sendung

Ausblick


Nächste Sendung: Dienstag, 7. August 2018 18-19 Uhr
Colaboradio im Pi Radio-Verbund
Berlin UKW 88,4 MHz und Potsdam UKW 90.7 MHz
Stream: piradio.de
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