Walkakt ist Impro 

Am Samstag Abend war ich Teil der Langen Nacht der Museen in Berlin. Verkleidet als Hausmeister bespielte ich die neue Ausstellung des DDR Museums. Die Idee für diesen Walkakt entstand mit der Intention eine etwas andere Vermittlung von Geschichte zu versuchen. Ich glaube schon, dass es an der ein oder anderen Stelle gelungen ist, mit dieser Figur kleine Informationshäppchen über die Geschichte und auch die Ausstellung an die Besucher zu bringen. Natürlich kann man nicht aus der Rolle fallen und plötzlich einen Fachvortrag halten, die Informationen bleiben dann manchmal etwas ohne Hintergrund. Aber ich denke, es hat funktioniert ohne platt oder nur Blödelei zu sein. 

Besonders befriedigend fand ich aber, dass die Grundlage aller Aktionen Improvisation war. An diesem Abend konnte ich daher zwei meiner Schwerpunkte wunderbar miteinander verbinden: DDR Geschichte und Improtheater. Das würde ich tatsächlich gern mal wieder machen. 

Pause oder keine Pause, das ist hier die Frage

Vor ein paar Tagen improvisierte ich mit meinen lieben Kollegen von Foxy Freestyle in der Alten Kantine. Als Gast durfte ich nicht nur mitspielen, sondern auch ein Format vorschlagen, dass wir über beide Hälften spielten. Erst durch die Nachfragen der KollegInnen wurde mir klar, dass es für sie keineswegs gewöhnlich war, eine Langform mit einer Story über zwei Hälften hinweg zu spielen. Obwohl sie immer wieder Genres und andere Formate aufführen, sind Storys über die Pause hinweg für sie eher ungewohnt.

Vorteile einer Pause

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Ja, ich mag die Pause. Sie birgt für mich in längeren Improvisationen große Vorteile. Am offensichtlichsten ist, dass man in der Pause mit den Kollegen durchgehen kann, was man bisher alles erspielt hat. Beim Theater ohne Probe ist es das erste, was wir in der Garderobe tun, wir „Pause oder keine Pause, das ist hier die Frage“ weiterlesen

Gelächter

“Es macht Spaß, sich am Gelächter des Publikums zu berauschen, aber Improvisierer sollten mehr bringen als seichte Unterhaltung. Sie sollten die Träume und Alpträume und Leidenschaften verkörpern, die im Geist des Zuschauers gefangen sind, und vor allem sollten sie Geschichten erschaffen.”

— Keith Johnstone

Politisches Kindertheater 

Bis kommenden Sonntag läuft für das Kindertheaterprojekt Akim rennt, dass ich mit Kolleg*innen aus Essen realisieren möchte, noch ein Crowdfunding auf startnext.com. Das Grundlage der Inszenierung ist das sehr brisante Bilderbuch Akim rennt der belgischen Autorin Claude K. Dubois, dass die Flucht eines kleinen Jungen vor Krieg und Gewalt zeigt.

wp-1466849864293.jpgWas wir machen wollen, ist politisches Kindertheater, denn wir richten uns an Kinder ab 6 Jahren, um mit ihnen über den Verlust des Zuhauses, das Verlassen der Heimat und der zu uns kommenden Flüchtlinge zu sprechen. Letztlich ist es politisches Theater, dass sich zu erst an Kinder, aber auch an Erwachsene richtet.

Nun sammeln wir noch immer Geld, damit das Projekt in dem Umfang umgesetzt werden kann, wie wir uns das wünschen. Aber warum sollte man Geld für ein Kindertheaterprojekt beisteuern? Wir haben, wie ich finde, einige bedenkenswerte Antworten auf diese Frage in der Beschreibung zum Crowdfunding gegeben:

Wer Akim rennt unterstützt…

… fördert ein Theater- und Bildungsprojekt, dass sich für Toleranz, Offenheit und Solidarität einsetzt.

… spricht sich für politisches Kindertheater aus, dass jungen Menschen auf Augenhöhe begegnet und sie mit einem ernsten und wichtigen Thema nicht alleine lässt.

… glaubt mit uns, dass es dringend notwendig ist, jetzt ein Kindertheaterstück zum Thema Flucht und Vertreibung auf die Bühne zu bringen.

… leistet einen Beitrag zu unabhängiger Kulturarbeit in Deutschland.

… hilft uns ein Zeichen gegen Intoleranz, Hass und Fremdenfeindlichkeit zu setzen.

… versteht, dass professionelles Kindertheater in der Freien Szene dringend Geld braucht, um überleben zu können.

… glaubt daran, dass Kinder unsere Zukunft sind, egal aus welchem Land sie kommen.

Und wenn Ihr unser Projekt überfinanziert, sorgt Ihr nicht nur dafür, dass wir alle Produktionsbeteiligten angemessen bezahlen können, sondern vorallem dafür, dass Akim rennt auch weiter auf Reisen gehen kann.

Wer Akim rennt überfinanziert, …

… setzt sich für gerechtere Gagen in der freien Theaterarbeit ein.

… sorgt dafür, dass Akim rennt von einer Theaterpädagogin betreut und begleitet werden kann.

… möchte, dass das Theaterstück über die bisher geplanten 11 Vorstellungen hinaus weiter gespielt werden kann.

Bis zum 27. April 2016 kann man uns noch auf Startnext.com/akim unterstützen.

Die FSE improvisierte international 

Bereits im letzten Beitrag hatte ich auf eine Veranstaltung mit Lisa Rowland aus San Francisco hingewiesen. Am Mittwoch wird sie ebenfalls zu Gast bei der Freien Studentenbühne Eberswalde sein und beim letzten Auftritt in diesem Semester im Studiclub mitspielen. Mit Lisa kommt, soweit ich mich erinnern kann, der erste internationale Improvisierer in die Stadt am Finowkanal. Die Show wird in leicht verständlichem Englisch sein und sicher der Knaller. 

Impro im Studiclub mit Lisa Rowland
Mi. 13.07.2016, 20:30 Uhr
Schicklerstr. 1, 16255 Eberswalde
Eintritt frei, Spende erbeten!

„The Naked Stage“ mit Lisa Rowland (BATS Improv)

Ich freue mich riesig, dass das Theater ohne Probe und somit auch ich Lisa Rowland aus San Francisco wieder als Gast begrüßen darf. Gemeinsam werden wir am 11. Juli 2016 einen Abend in der Form von „The Naked Stage“ mit ihr im Bühnenrausch improvisieren.

Das rothaarige Improvisationswunder begeistert seit Jahren das Publikum in San Francisco und auch international ist sie eine gern gesehene Spielerin sowie Trainerin. Bereits 2012 wurde sie von den LeserInnen des San Francisco Bay Guardiens zur besten Schauspielerin gewählt. Im Format „The Naked Stage“ fühlt sie sich sehr zu hause, da es von Ihrem Kollegen Tim Orr entwickelt wurde und es beide gemeinsam mit The Improv Playhouse regelmäßig spielen.

Und ich freue mich, denn die Show, die ich mit Lisa vor ca. zwei Jahren spielen durfte, hat mir so viel Spaß gebracht, dass ich immer wieder mit einem Lächeln an sie zurück denke. Wer es also einrichten kann, sollte die kommende Show nicht verpassen.

11.7.2016 – The Naked Stage – BühnenRausch – in einfachem English

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