HERZBLUT FREIE SZENE #009 – Offshore Werkschau Schweiz im Theaterdiscounter

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Download-Seite mit verschiedenen Formaten: https://archive.org

Zu Gast im Studio hatten macro und ich die Freude, Clara Debour begrüßen zu dürfen. Clara arbeitet mit am Offshore Werkschau Schweiz – dem Festival im Theaterdiscounter. Dem entsprechend sind unsere Themen die zu sehenden Produktionen und das Festival sowie der Theaterdiscounter als Spielstätte. Und wir machen einen thematischen Abstecher zur Finanzierung solcher Projekte, Sponsoren und Mäzene.

Rückblick

Offshore Werkschau Schweiz

Ausblick


Nächste Sendung: Dienstag, 5. Dezember 2017 18 – 19 Uhr
Colaboradio im Pi Radio-Verbund
Berlin UKW 88,4 MHz und Potsdam UKW 90.7 MHz
Stream: colaboradio.de

Ihr findet uns auf Facebook facebook.com/HerzblutFreieSzene

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Akim rennt – Crowdfunding

Es gibt Dinge, die einem sehr am Herzen liegen.

Seit vergangem Jahr arbeite ich mit meiner guten Kollegin Sarah Mehlfeld an einem Projekt: Wir wollen politsches Kindertheater mit Anspruch zum Thema Flucht und Vertreibung machen und dafür das zweifach ausgezeichnete Kinderbuch „Akim rennt“ von Claude K. Dubois für die Bühne umsetzen. Aber professionelles Theater ist teuer und Kindertheater verspricht keine großen Einnahmen.

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Wir glauben aber an das Thema und den Stoff und mit uns tun dies auch unsere Bühnenbildnerin Christina Hillinger Spielerin Lisa Balzer, unser Musiker Jörg Buttler. Wir konnten auch schon weitere Partner wie die Brotfabrik Berlin, die IG BCE, die Kulturfürderung Pankow, Stiftungen und so weiter überzeugen.

Dennoch brauchen wir noch etwas Geld, damit das Stück nicht nur produziert, sondern auch gespielt wird, um mehr Menschen zu erreichen und diese nicht am Ende alleine zu lassen. Um dieses Geld aufzutreiben, haben wir ein Crowdfunding auf startnext.com gestartet. Es würde mich freuen, wenn Ihr einen Blick auf das Projekt werft.

https://www.startnext.com/akim

Und klar, ich freue mich auch, wenn Ihr etwas investiert.

Projekt unterstützen

Sommerpause

Eigentlich ist im Sommer in den Theatern immer recht wenig los. Die Leute sind im Urlaub am Meer, sitzen in den Freilichtkinos, grillen in den Parks und gehen nicht in Theater. Gut, sagt man sich als Theatermacher, dann nimmt man sich die Zeit, um in sich zu gehen und alles für die neue Spielzeit vorzubereiten.
Doch irgendwie kommt diese Zeit nicht. In diesem Sommer geht es für mich nur so Schlag auf Schlag. Das ist zum Einen gut, denn es gibt etwas zu tun, zum Anderen fehlt aber vielleicht der Anlauf, den es braucht um neuen Schwung zu holen. Ein neues Projekt und besseres Marketing für das Theater ohne Probe sind schon am Start. Jedoch macht mir der Ausbau der bestehenden Projekte und Vorhaben etwas Sorgen. Bisher sieht es zwar noch nicht danach aus, als würde etwas unter den Tisch fallen. Dennoch braucht es etwas Übersicht um nichts aus den Augen zu verlieren und hier könnte die Sommerpause helfen. Wenn man schon nicht konkret an Projekten arbeiten kann, dann könnte man aber wenigstens Zeit in die Projektplanung investieren. Denn ohne Plan geht nun einmal nichts 😉

Timing ist alles

Timing ist zumindest dann alles, wenn es um Humor geht. Wer sich mit Unterhaltung beschäftigt, stellt schnell fest, dass ein spritziger Text oder eine witzige Aktion nur dann spritzig oder witzig ist, wenn das Timing stimmt. Aber was ist Timing? Die Wikipedia sagt, dass dieser Anglizismus „im Deutschen für eine (optimale) zeitliche Abstimmung zweier Aktionen oder Ereignisse“ steht.

Aber was ist optimal? Das läßt sich für die Bühne m. E. genau sagen: Die erste Aktion muss so abgeschlossen sein, dass das Publikum sie verarbeiten und begreifen konnte. Die kommende Aktion muss dann so schnell folgen, dass sie nicht vorhergesehen oder gar herbeigesehnt wird, sie darf aber auch nicht die vorherige Aktion überlagern. Oft läßt sich Timing nur durch Gefühl finden und durch Erfahrung erlangen. Wenn man aber unsicher ist, dann dann lieber eine Pause machen – das heißt nicht warten, sondern mit angehaltenem Atem die Spannung steigern. Wem dies gelingt, kann sich aus vielfältigen Unsicherheiten herausretten. Denn wir Menschen neigen schließlich zum Spiegeln von Emotionen und wenn jemand gespannt ist, dann sind wir es tendenziell auch.

Werbung mit QR Codes

Wenn man selbst Kunst und Kultur organisiert, dann muss man dafür auch Werbung machen. Postkarten sind ein häufig genutztes Mittel. Für Berlin fürchte ich oft, dass die Schwemme an Postkarten eher gegenteilige Effekte hat, aber es ist vielleicht die einfachste und kostengünstigste Variante. Nun spielen wir vom Theater ohne Probe an verschiedenen Orten verschiedene Formate. Immer wieder stehen unsere Termine oder das gewählte Format jedoch erst recht kurzfristig fest, so dass sich dafür eine extra Postkartenproduktion einfach nicht lohnt. Daher haben wir uns für eine allgemeine Postkarte fürs Theater ohne Probe entschieden, auf der weder Termine noch Formate stehen.

Um die allgemeinen ToP-Postkarten aber auch als Werbeträger für besondere Formate zu nutzen, verwende ich bedruckbare Aufkleber. Nun will ich aber nicht nur den Titel des Formats, Datum, Zeit und Ort auf der Postkarte haben. Am liebsten hätte ich natürlich, dass die/der PostkartenleserIn auf unserer Homepage surft, wo sie sich weiter informieren und am besten gleich Karten reservieren kann. Dafür experimentiere ich erstmals mit QR-Codes.

Foto  von Postkarte, auf die ein QR Code geklebt wurde
ToP-Postkarten mit QR Code

QR-Codes (Quick Response) verbreitet sich als einfache Möglichkeit Webadressen zu vermitteln immer mehr, weil auch immer mehr Menschen über ein Smartphone verfügen, mit dem das Scannen einfach ist. Zum Erstellen der QR-Codes verwende ich die Seite http://www.qrcode-monkey.de/. Da kann man nicht nur Webadressen eintragen, sondern auch Texte, Telefonnummern oder vieles andere mehr. Wer nun diesen Code scannt, wird entweder direkt auf die entspreche Webseite weitergeleitet oder bekommt die enthaltenen Information angezeigt. Ob und wie es für die Zielgruppe funktioniert, läßt sich für mich leider nur raten, da ich keine belastbaren Zugriffsdaten auf unsere Homepage habe. Ich denke dennoch, dass es sich lohnt an der Sache dran zu bleiben.

Eine erste Erfahrung kann ich aber schon weitergeben. Wichtig ist, dass die QR-Codes genügend Kontrast haben. Ursprünglich wollte ich die QR-Codes im ToP-Orange drucken, wobei ich aber feststellen mußte, dass es da immer wieder zu Problemen mit dem Scan kam. Die Codes in Schwarz bereiten hingegen keine Probleme. Testen kann man das gleich hier oben im Foto – einfach das Smartphone ranhalten und scannen.

Mich würde noch interessieren, ob hier jemand mitliest und auch QR-Codes verwendet? Funktionieren QR-Codes für Euch? Oder habt Ihr Fragen?

3 Thesen zum Kindertheater

Das nicht jeder meine Meinung zu Theater für Kinder teilt, fällt mir immer mehr auf. Aber ist die Überflutung, die in jeder Art von Kinderprogramm heute stattzufinden scheint, aufgrund von Erfahrungen entstanden, dass dies Kindern am besten gefällt, oder „funktioniert“ es nur so gut, weil die Kleinen von der Reizwelle so überrollt werden, als dass sie gar keine Chance mehr haben, irgendwie zu reagieren? Sind Kinder nur dann „dabei“, wenn sie still wie die Maus vor der Schlange sitzen? Oder eher wenn Sie fragen, sich wundern – agieren und reagieren? Ich glaube mehr an lebendige Kinder.

Was braucht es aber dafür? Wie bekommt man Kinder dazu mitzumachen? Ich habe 3 Thesen für Kindertheater, so wie ich es mache:

  1. Erzähle eine Geschichte, klar und mit einer inhaltlichen Aussage (ein Witz ist keine Geschichte!).
  2. Sei fasziniert von dem was Du erzählst und wie, so dass Deine Zuschauer es auch sein können.
  3. Kinder lachen gerne, aber erst wenn sie mit offenem Mund dasitzen, hast Du sie gewonnen.

Übrigens gilt dies auch für Erwachsenentheater.

Wer noch mehr über das Spiel von Kindern lesen will, dem empfehle ich den spanneden Artikel von Oya: Spiel mit mir!

Berlin ohne Grips? Eine Pediton zum Erhalt

Das Grips in Berlin ist eine Institution. Ein Jugendtheater, dass unzählige Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung begleitet hat. Wie fast alle Theater hat es mit der Finanzierung zu kämpfen und steht nun vor der Insolvenz, wie Kulturkurier inside auf Grund einer Pressemitteilung berichtet.

Zurzeit läuft eine Pdeition auf www.openpetition.de von Berliner Eltern initiirt, die vom Berliner Bürgermeister den Erhalt des Grips fordern. Wer sich beteiligen möchte, der kann gern die Pedition hier zeichnen: Petition zum Erhalt des Grips!

Interessant ist auch die dazu geführte Pro & Contra-Debatte.

Grips-Theater in Berlin at Hansaplatz, Foto: De-okin CC BY-SA 3.0)
Grips-Theater in Berlin at Hansaplatz, Foto: De-okin CC BY-SA 3.0