Tabus im Improtheater

Die schweizer Kollegen von anundpfirsisch schreiben in ihrem Blog in letzter Zeit höchst interessante Beiträge zum Improvisationstheater. Der letzte Beitrag von Simone Schwegler „Tabus im Improtheater?“ wirft die spannende Frage nach dem Umgang mit Tabuthemen auf. Gibt es tatsächlich Tabuthemen?

Wenn man beim ImproTHEATER das Theater groß schreibt, dann gibt es im Grunde keine Tabuthemen, denn warum sollte in einem öffentlichen-künstlerischen Kontext, wie es das Theater ist, nicht jedes Thema angefasst werden? Jedes Thema, was Menschen aktuell bewegt, sollte Inhalt von Geschichten sein können.

Warum ist diese Sache aber so schwerwiegend für das improvisierte Theater? Im Gegensatz zum klassischen Theater liegt die inhaltliche Verantwortung nicht bei Autoren, Dramaturgen und Regisseuren, sondern bei den SpielerInnen auf der Bühne. Damit wird das Geschehen direkt auf die Entscheidungen die SpielenrInnen zurückgeworfen und fast automatisch mit deren Haltungen verknüpft. Das dies den ImprospielerInnen bewußt ist, erkennt man oft daran, wenn es in Szenen und Geschichten einfach keinen Antagonisten gibt, weil niemand fies sein will. Werden Tabuthemen angesprochen und ausgespielt, besonders in kontroverser Weise, hinterlässt dies oft den Beigeschmack, dass sich die SpielerInnen damit gemein gemacht hätten. Und es fällt immer wieder auf, dass manche Zuschauer tatsächlich nicht zwischen Rolle und Person unterscheiden können. Was also tun?

Mit dem Theater ohne Probe durfte ich nun seit fast 3 Jahren Erfahrungen mit unserem Format „Im Sinne von Brecht“ sammeln. Hier improvisieren wir episches Theater, nach Bertolt Brechts Theorie. Wir fragen zu Beginn stets nach einem aktuellen Thema, welches die Menschen im Raum beschäftigt und haben daher immer wieder politische und kontroverse Vorgaben für unsere Langform. Was uns die Sicherheit gibt, diese Themen anfassen zu können, ist der explizite Unterschied zwischen Drinnen und Draußen. Wenn eine SpielerInn es für notwendig hält auszusteigen, vor die Bühne zu treten und sich zum Gespielten zu positionieren, kann sie das jeder Zeit tun. Schon öfter habe ich als Spieler mich von klischeehaften, bösartigen oder perfiden Figuren bzw. Handlungen distanziert, was mir persönlich die Freiheit gibt, noch tiefer einzusteigen.

In den Kommentaren auf Facebook wurde aber hochgehalten, dass ein Kunstwerk für sich stehen müsse. Das Bezog sich direkt auf den Artikel von anundpfirsisch, in dem ein Spieler eine Szene kommentierte, weil er deren inhaltliche Aussage nicht so stehen lassen wollte. Da stimme ich zu, schließe aber für die Improvisation etwas anders. Die Kunst der Improvisation auf dem Theater ist wie Simone so schön schreibt: „… immer Begegnung. Begegnung mit mir selber. Begegnung mit meinen Partnern. Begegnung mit Dingen, die mir und anderen Angst machen, die mich und andere beschäftigen. Heikle und politisch relevante Dinge gehören dazu.“ Dieser Aufzählung würde ich noch hinzufügen, dass es auch die Begegnung mit dem Publikum ist. Und im Gegensatz zu anderen Theaterformen, ist das Publikum in der Regel bei der Improvisation Teil des Schaffensprozesses. Hier kommt die Vorgabe her und auf der Bühne wird diese verarbeitet, kommentiert und gedeutet in einer Form dargestellt. Daher kann sie auch kommentiert werden, unfertig bleiben, scheitern und noch vieles mehr. Nur sollte das Publikum nicht aus dem Prozess entbunden werden und hinterher sagen können – damit haben wir nichts zu tun. Wenn es aber zum Denken angeregt wurde, weil es das Entstandene liebte, mochte, hasste usw. dann haben wir Relevanz erzeugt.

Wie Impro aus dem Nebel des Unbekannten hilft

Da spiele und unterrichte ich seit Jahren Impro und versuche für mich und die Schüler immer wieder Situationen zu erzeugen, in denen keiner einen Plan hat, wie es weiter geht – weil dann brauchen wir die Improvisation. Oft wird das von anderen Improlehrern (und auch mir) als „überrasche Dich selbst“ beschrieben. Am Anfang macht einem das Angst und dann lernt man damit auf der Bühne umzugehen, weil man immer wieder die Erfahrung macht, dass es doch irgendwie weiter geht. Man muss nur „Ja, und …“ sagen und sich einlassen auf die Situation. Und dann ist man erstaunt und glücklich, dass man gemeinsam mit den Kollegen etwas völlig Unerwartetes gefunden hat.

Bisher hatte ich keinen Namen für diesen Zustand (oder je darüber nachgedacht, dass man ihn benennen könnte). Uri Alon hat diesem Zustand des „Ich weiß nicht wie oder wohin es weiter gehen soll“ den Begriff Wolke (Cloud) bzw. „in der Wolke sein“ gegeben – gar nicht schlecht. Vielleicht trifft es aber im Deutschen der Begriff Nebel besser?

Wir befinden uns im Nebel und sehen nicht wohin es weiter gehen soll. Auf der Bühne kein Problem, denn im schlimmsten Fall reißt man die Arme in die Luft, winkt das Licht aus und geht ab. In der Forschung, aus der Alon kommt, geht das nicht – aber mittels Improvisation kann man mit diesem Zustand umgehen lernen. Aber was schreib ich das alles auf – einfach den Talk anschauen!

Schießen und Scheitern

Die Kunst der Improvisation hat stets mit Scheitern zu tun. Wer nichts wagt, kommt nicht zu neuen Ufern und latscht letztlich nur auf ausgetretenen Pfaden der Masse hinterher. Aber abseits der erkundeten Wege gibt es Unwegbarkeiten, die einen vom erreichen eines Ziels abhalten oder den Prozess unerträglich schwer machen.

ToP Western

ToP Western „Frontiers“ beim Karlsruher Improfestival von Serviervorschlag / Foto: Serviervorschlag

In Karlsruhe stand ich am letzten Wochenende mit meinem Kollegen vom Theater ohne Probe auf der Festivalbühne von Serviervorschlag und wir versuchten uns an unserem neustem Kind: „Frontiers – der improvisierte ToP-Western“. Die Idee dieses Improformats ist es nicht nur einen Western auf die Bühne zu bringen und zwar improvisiert. Nein wir haben uns gleich vier Subgenres des Westerns angesehen und versucht diese auch noch zu spielen. Damit war es uns aber noch immer nicht genug und wir versuchten auch noch alle samt die Musik zu gestalten, anstatt uns auf einen Musiker zu verlassen.

Große Ziele mit hohem Anspruch, die wir bei weitem nicht erreichten konnten. Warum auch? Schließlich ist alles improvisiert und verlangt nach dem Risiko des Scheiterns, dem Versuchs mit offenem Ausgang. Aber gut fühlt man sich nach solch einer Show nicht. Man ärgert sich, will es besser haben, besser machen. Doch es gibt kein Zurück!

Und die erste Reaktion ist: Man müsse sich einfach besser vorbereiten, mehr trainieren, detaillierter absprechen und genauer planen. Erst im Nachhinein, am nächsten Tag weiß man, dass Neues einen Preis kostet. Das man bei der Improvisation nie auf Sicherheit spielen kann. Und dann muss man mitunter seine Wut herunter schlucken und die Kollegen – diese Genies, Künstler und wunderbaren Menschen – umarmen und es wieder versuchen!

Tägliche Dosis Impro – Blogprojekt

Seit einigen Monaten habe ich mein Limit bei den Ironbloggern erreicht. Das heißt, ich hatte über die Zeit in 5 Wochen keinen Artikel hier veröffentlicht und wurde suspendiert, da ich die Strafe nicht gezahlt habe. Also ich tauche bei den Ironbloggern zurzeit nicht auf, bis ich bei einem Bieretrinkevent meine Schulden begleiche. Denn das Motto der Ironblogger ist schließlich: Blog und Bier, das lob ich mir!

Nun wälze ich seit einigen Tagen den Gedanken, dass man mal wieder ein Projekt anfangen könnte. So ein wöchentliches oder gar tägliches Blogprojekt zu einem Thema. Gern würde ich über Impro bloggen, was mich täglich beschäftigt. Denn ich glaube es war Lee Withe, der mir mal in einem Gespräch sagte, dass wenn man ernsthaft Impro betreibt, man jeden Tag damit zu tun hat oder darüber nachdenkt. Mein Gefühl ist, dass es mir so geht. Aber die Wissenschaft lehrt uns, dass nur Beobachtung und Protokollierung zu belastbaren Ergebnissen führt.

Ich hätte ja große Lust vom 15. Mai bis zum 15. Juni meine täglichen Improaktivitäten aufzuschreiben. Vielleicht nicht täglich, aber alle paar Tage einen kurzen Abriss wiederzugeben. In diesen 4 Wochen habe nicht besonders viel Zeit – nicht mehr als sonst- weswegen es nur kurze Notizen sein können. Ich werde meinen Umzug Anfang Juli vorbereiten müssen, die Steuer für 2014 abschließen und eine ganze Menge Museums- und Stadtführungen halten. Deshalb frage ich mich aber, ob dabei das Thema Impro hinten runter fällt.

Vielleicht bin ich aber auch nicht alleine?
Wer von meinen geschätzten Improkollegen hätte ggf. Lust an diesem Experiment teilzunehmen? Wer würde mitbloggen oder seine tägliche Dosis Impro auf Facebook veröffentlichen?
(So, damit hätte ich heute auch schon über Impro nachgedacht – oder zumindest über das Nachdenken über Impro nachgedacht 😉

Was ist der Unterschied zwischen Impro und Religion?

Die Frage nach dem Unterschied zwischen Impro und Relegion hat mir gestern Isolde Fischer von Drama Light auf dem IMPRO Amsterdam Festival gestellt. Aus dem Stand hatte ich dazu keine Antwort, aber die Frage lässt mich nicht los.

Das Improvisation mit Religion verglichen wird, kommt öfter vor, als ich gedacht hätte. So ergab eine kurze Suche bei Googel einige interessante und verstörende Treffer. Macro machte mich gar auf die Church of Improv aufmerksam. Ihre sieben „Glaubenssätze“ sind gar das einzige, was man auf ihrer Homepage findet. Hier ist also Eifer ausgebrochen…

Gemeinsamkeit zwischen Religionen und Improvisation lassen sich nicht von der Hand weisen. Beide versprechen ein besseren Lebens (das Heilsversprechen), sie haben einen universalen Anspruch (für Improvisation stimmt das auf jeden Fall), es gibt ein hohes Suchtpotenzial, sie spenden Trost und es gibt verschiedene Propheten mit ihren Ansprüchen als einzige die eine einzig wahre Lehre zu verbreiten.

Lukas Cranach: Adam und Eva im Paradis / Quelle Wikimedia

Der erster Unterschied, den ich benennen wollte ist, dass man an Religionen glauben muss, aber bei der Improvisation kann man Tools lernen, die einen bestimmten Effekt hervorbringen. Wenn man will, lässt sich das aber mit den Ritualen in den Religionen gleichsetzen. Hier erlernt man auch Techniken, die Auswirkungen auf die Menschen haben – der Unterschied scheint nicht besonders groß.

Der große Unterschied ist, soweit ich es im Moment sehe, dass Improvisation keine Antwort auf das Unbekannte nach dem Tod bereit hält. Für Improspieler geht es inhaltlich nach dem Tod oft weiter, denn man kann schließlich überall weiter machen. Aber Impro hat nicht den Anspruch, zu wissen, was da kommt. Impro sagt nur: Wenn da etwas ist, dann ist die Fähigkeit improvisieren zu können, sicher hilfreich.

Amen!

Fragen in Amsterdam

Im gestrigen Artikel suchte ich noch nach den Fragen, welche wir in den nächsten Tagen den Spielern und Teilnehmern_innen des IMPRO Festivals Amsterdam stellen sollten. Auf der Anreise heute hatten macro und ich endlich Zeit ein paar der Fragen zu formulieren. Sicher werden wir es erst nach den ersten Interviews wissen, wie wir genau fragen müssen, aber es gibt schon Ideen für das Auftreffen von Improjournalie auf Improvisierer_innen:

Wir wollen natürlich über das IMPRO Festival in Amsterdam sprechen, dass es nun im 20. Jahr gibt. Für ein Theaterfestival und besonders im Bereich Impro ist das eine ziemliche Hausnummer. Hier ist es rein historisch interessant, ob und welche Auswirkungen das Festival auf die Szene in Amsterdam und auch Europa hatte und hat. Das es nicht ohne Beachtung ist, zeigt sicher schon allein unsere Anwesenheit – denn gängig ist es sicher nicht, dass extra jemand anreist, nur um von einem Improfestival zu berichten.

Was die internationalen Gäste des Ensembles betrifft, ist für uns sehr interessant zu erfahren, an welchen Projekten sie arbeiten. Vielleicht lässt sich hier gar eine Entwicklung hin oder weg von bestimmten Formen sehen.

Selbstverständlich wollen wir ein Festival wie dieses auch als Branchentreffen oder Congress begreifen, denn schließlich hat man oft nur auf solchen Events die Gelegenheit einen Vertreter eines Landes und damit der dortigen Improszene zu treffen. Wie tickt die Szene da? Was sind dort die Themen und Formen, die im Fokus stehen? Europaweit lassen sich Entwicklungen hin zu eigenständigen Spielorten, die sich der From Improtheater verschreiben, erkennen. Welche Dynamiken das auslöst, wird in den kommenden Jahren zu beobachten sein. Auf der einen Seite ist es gut, dass es Orte gibt, an denen Improtheater gepflegt und entwickelt wird, aber man kann andererseits darin auch eine Ablösung vom „normalen“ Theater erkennnen – jedoch sind Impro- und „Proben“-theater ungleiche Geschwister, die viel voneinander lernen könnten.

Und schließlich bleibt für uns alle, die Impro spielen, die große Herausforderung, wie wir die Form dem Publikum besser näher bringen – besonders in seiner großen Vielfalt, wie sie auf einem Festival, wie hier in Amsterdam, gezeigt wird.

Auf nach Amsterdam

Morgen in aller Frühe breche ich auf nach Amsterdam. Da findet seit heute dem  26.01.2015 das internationale IMPRO Amsterdam Festival statt. Mit meinem Kollegen macro von Impro-News.de werden wir ausführlich von den Shows berichten und wir hoffen auch, eine Vielzahl an Interviews in Ton und Bild mit den internationalen Gästen aufnehmen zu können.

Unser Plan ist, dass wir jeden Tag mindestens einen Beitrag für Impro-News schreiben. Meine persönliche Zielmarke ist aber, dass wir nicht nur einen Artikel, sondern auch ein Interview veröffentlichen und ich es schaffe, hier auf meinem persönlichen Blog noch Erlebnisse und Erfahrungen festzuhalten.

Ich weiß, dass ist viel, was ich da will. Aber wir nehmen keine Workshops, sondern werden uns tagsüber sehr aufs Schreiben und Veröffentlichen konzentrieren. Die Fragen, die sich uns dabei stellen sind: Welche Besonderheiten interessieren die Impro-News-LeserInnen, die ja ein Fachpublikum sind? Was interessieret Zuschauer, die nicht selbst Impro spielen? Wie können wir diese wunderbare Kunstform auch für Theatergänger und die breite Masse öffnen? Sicher, man muss diese Zielgruppen unterschiedlich ansprechen, doch bleibt die Frage wie. Ein wenig hoffe ich, dass wir vielleicht auch da ein paar Erkenntnisse aus Amsterdam mitbringen. Schließlich ist es das erste Mal, dass ich fast eine Woche zu einem Festival fahre und von dort ausschließlich berichten werde.

Ich bin also hoch gespannt und motiviert!

Hear and Now live am 8.12.2014

Es ist bereits einige Zeit her, dass ich mit meinem Freund, Kollegen und Pianisten Stephan Ziron gemeinsam bei seinem Format Hear and Now auf der Bühne stand. Nun werden wir zum Jahresabschluss der Serie am Montag den 8.12.2014 um 20:00 Uhr in der Brotfabrik ein kleines Revival wagen.

Persönlich freue ich mich sehr darauf, denn ich mag den freien Ansatz des Formats. Stephan improvisiert Musik und gibt verschiedenen Künstlern und Kunstrichtung die Möglichkeit sich einzubringen und so seine Improvisation zu bereichern. Daher bin ich sehr gespannt, was wir am Montag in der Brotfabrik auf die Beine stellen. Klar ist nur eines: Es wird zu 100% improvisiert sein.

hear-and-now.com

Wikipedia ohne Probe in Potsdam

Am vergangenen Samstag war das Theater ohne Probe zu Gast beim 4. Potsdamer Improtheater Festival und präsentierte das Format „Wikipedia ohne Probe“. Um mit der Wikipedia fachkundig zu improvisieren, hatten wir uns den Autoren Schlesinger eingeladen, der seit Jahre in der Wikipedia schreibt. Über den Abend hat er im Kurier der Wikipedia folgenden Artikel verfasst. Damit haben wir jetzt einen Artikel in der Wikipedia 😉

Wikipedia im Theater

Im Programm des vierten Potsdamer Festivals für Improvisationstheater stand am Samstagabend, 15. November die Wikipedia zum Zerlegen auf dem Programm. Professionelle Schauspieler des Theaters ohne Probe wollten sich die ungeschriebenen Artikel der Wikipedia für ihre Comedy-Show vorknöpfen und luden sich daher einen Wikipediaautor in Person von Schlesinger ein, der ihnen die dunkle Seite, aber auch weniger Schönes aus der weltgrößten Enzyklopädie zeigte.

Das Theater ohne Probe improvisiert mit der Wikipedia. Foto: Potsdamer Improtheater Festival

Das Publikum im ausverkauften Saal des Potsdamer studentischen Kulturzentrums KuZe genoss die dermaßen ernsthaft erscheinende Improvisation der Truppe, als sie nicht existierende Artikel der auf die Leinwand projizierten Seite Wikipedia:Artikelwünsche enzyklopädisch-virtuos vertonte, sozusagen ein audiovisuelles Feuerwerk der Relevanz. Zu toben begann der Saal allerdings, als Wikipedias Schweinkramseite erschien und selbst bei den Schauspielern Kicheranfälle drohten. Wieder gesitteter ging es zu, als dem Publikum bestimmte Mechanismen der Löschpraxis erläutert wurden, schließlich waren im vollen Saal auch drei Zuschauer anwesend, die einmal versucht haben, einen Artikel in der Wikipedia zu platzieren. Zwei davon sollen wohl noch Bestand haben.

Publikumswünsche wurden natürlich auch erfüllt, was dazu führte, dass zwei Damen die Besteigung eines Tiroler Zweitausenders improvisierten, eine akrobatische Meisterleistung der Verrenkung. Als dann noch Schlesingers neuer Artikel über ein französisches Chanson vertont werden musste, gab es kein Zurück. Der Pianist tat sein Bestes im finstersten c-Moll, die Frontfrau sang mit Hingabe und Schmalz etwas völlig anderes, der Backgroundchor intonierte ein gefühliges Padam … padam und das Publikum konnte nicht mehr.

So ging das den ganzen Abend: Wikipedia als Opfer der Satire – ein großer Erfolg für ein Theater, das die Kunstform der Improvisation in Sprechtheater, Gesang und Pantomime perfektioniert hat. Sc 18.11.