Wikipedia ohne Probe in Potsdam

Am vergangenen Samstag war das Theater ohne Probe zu Gast beim 4. Potsdamer Improtheater Festival und präsentierte das Format „Wikipedia ohne Probe“. Um mit der Wikipedia fachkundig zu improvisieren, hatten wir uns den Autoren Schlesinger eingeladen, der seit Jahre in der Wikipedia schreibt. Über den Abend hat er im Kurier der Wikipedia folgenden Artikel verfasst. Damit haben wir jetzt einen Artikel in der Wikipedia 😉

Wikipedia im Theater

Im Programm des vierten Potsdamer Festivals für Improvisationstheater stand am Samstagabend, 15. November die Wikipedia zum Zerlegen auf dem Programm. Professionelle Schauspieler des Theaters ohne Probe wollten sich die ungeschriebenen Artikel der Wikipedia für ihre Comedy-Show vorknöpfen und luden sich daher einen Wikipediaautor in Person von Schlesinger ein, der ihnen die dunkle Seite, aber auch weniger Schönes aus der weltgrößten Enzyklopädie zeigte.

Das Theater ohne Probe improvisiert mit der Wikipedia. Foto: Potsdamer Improtheater Festival

Das Publikum im ausverkauften Saal des Potsdamer studentischen Kulturzentrums KuZe genoss die dermaßen ernsthaft erscheinende Improvisation der Truppe, als sie nicht existierende Artikel der auf die Leinwand projizierten Seite Wikipedia:Artikelwünsche enzyklopädisch-virtuos vertonte, sozusagen ein audiovisuelles Feuerwerk der Relevanz. Zu toben begann der Saal allerdings, als Wikipedias Schweinkramseite erschien und selbst bei den Schauspielern Kicheranfälle drohten. Wieder gesitteter ging es zu, als dem Publikum bestimmte Mechanismen der Löschpraxis erläutert wurden, schließlich waren im vollen Saal auch drei Zuschauer anwesend, die einmal versucht haben, einen Artikel in der Wikipedia zu platzieren. Zwei davon sollen wohl noch Bestand haben.

Publikumswünsche wurden natürlich auch erfüllt, was dazu führte, dass zwei Damen die Besteigung eines Tiroler Zweitausenders improvisierten, eine akrobatische Meisterleistung der Verrenkung. Als dann noch Schlesingers neuer Artikel über ein französisches Chanson vertont werden musste, gab es kein Zurück. Der Pianist tat sein Bestes im finstersten c-Moll, die Frontfrau sang mit Hingabe und Schmalz etwas völlig anderes, der Backgroundchor intonierte ein gefühliges Padam … padam und das Publikum konnte nicht mehr.

So ging das den ganzen Abend: Wikipedia als Opfer der Satire – ein großer Erfolg für ein Theater, das die Kunstform der Improvisation in Sprechtheater, Gesang und Pantomime perfektioniert hat. Sc 18.11.

Trailer des 4. Potsdamer Improtheater Festivals

Das Festival wirft seine Schatten voraus. Ich werde demnächst an dieser Stelle auch noch mehr zum Potsdamer Festival ankündigen. Aber erst einmal der Trailer, der sehr gut geworden ist, wie ich finde. Besonders wenn man bedenkt, dass es mal wieder kein Geld dafür gab…

www.improfestival-potsdam.de

Ein selbstunterrichtendes Improfestival

Auch in diesem Jahr wird es ein Improtheaterfestival in Potsdam geben. Dieses Jahr verteilt es sich auf zwei Wochenenden: Sa. 25. bis Mo. 27. Oktober sowie Fr. 01. bis So. 03. November 2013 und ich darf wieder als Künstlerischer Leiter verantwortlich zeichnen.

Warum aber nun ein selbstunterrichtendes Improfestival? Beide Wochenenden sollen für die Teilnehmenden eine besondere Form an Workshops bieten. Festivals mit Workshops und Shows sind Gang und Gebe. In Potsdam versuchen wir es aber mit dem Barcamp-Format. Dabei bieten die Teilnehmenden ihre Kenntnisse im Plenum an und organisieren sich dann nach Interessenlage. Es gibt letztlich nur Zeiten, in denen sich die Leute in kleinen Gruppen zu ihren Themen zurückziehen können und lernen, ausprobieren und spielen.

Wir haben im vergangenem Jahr gute Erfahrungen im „Bachelor of Impro“ gemacht. Die Studenten, die nach Potsdam gekommen waren, haben gern Ideen und Wissen geteilt. Ob es auch mit einem völlig frei zusammengewürfelten Festivalensemble so funktioniert, muss man sehen. Wir sollten nur einige Fehler vermeiden:

  • Es sollten die Teilnehmenden am besten schon bei der Anmeldung ein mögliches Thema mitteilen, was sie anbieten können.
  • Es sollte genug Zeit geben, die einzelnen Themen auf die Zeiten zu verteilen – sonst gibt es viel Unzufriedenheit.
  • Es sollte viel über den Modus gesprochen werden, der eigentlich einfach ist – aber wie immer ist es das Einfache, was schwer zu machen ist.

In den nächsten Tagen wird es dazu noch mehr Infos auf der Seite des Festivals geben: www.improfestival-potsdam.de

Interview zum Potsdamer Improfestival auf TV Potsdam

Letzte Woche hat TV Potsdam Sören Boller und mich zum Improfestival interviewt. Herausgekommen ist ein Beitrag, der hauptsächlich über Improtheater allgemein informiert.

Leider kommt nicht ganz heraus, dass wir ein Festival veranstalten, in dem es auch Workshops und ganz viele Formate gibt. Wer darüber etwas wissen will, der sollte hier schauen: Programm des Potsdamer Improvisationstheater Festivals!

Das Interview läßt sich leider nicht einbinden, findet sich aber hier: www.potsdamtv.de/kultur/Impro_Theater-19249.html

Potsdam hat ein Improfestival

Potsdam wird 2012 wieder ein Improfestival bekommen. Das erste Festival gabe es 2011 im Herbst im studentischen Kulturzentrum, dem KuZe – da wird es auch in diesem Jahr stattfinden. Anfang November wird es nun den zweiten Aufschlag geben. Neu ist, dass ich dieses Jahr an der Organisation in künstlerischer Hinsicht beteiligt bin. Daher hat das Festival auch, bevor seine eigene Homepage freigeschaltet wird, hier bei mir auf dem Blog Asyl bekommen.

Drei große Schwerpunkte

Das Festival 2012 hat drei große Schwerpunkte. In den ersten Festivaltagen (2.-6.11.2012) wird es Themenshows geben, die wie im letzten Jahr mit Spielern und Spielerinnen verschiedener Berliner und Brandenburger Gruppen besetzt werden.

Der zweite Schwerpunkt findet Mittwoch und Donnerstag (7.-8. 11.2012.) statt. Für zwei Workshops sind Dennis Cahill und Shawn Kinley aus Kanada eingeladen. Bei beiden habe ich bereits Workshops genommen und kann nur sagen: Es lohnt sich! Die zwei Workshoptage werden mit einer Show der beiden abgeschlossen.

Der dritte Teil (9.-11.11.2012) des Festivals ist ein StudentenCup für improvisierende Studierende. Bisher haben deutsche, aber auch eine österreichische Gruppe ihre Teilnahme zugesagt. Hier wird es Shows, kleine Wettbewerbe aber auch Freiraum für Austausch und gemeinsames Lernen geben.

Wer Fragen zum Festival oder den Workshops hat oder Mitspielen möchte, der findet ein Kontaktformular auf der Asylseite des Podstamer Improfestivals.