Auftritte im Februar

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Generalprobe „Akim rennt“ am 14.9.2016 in Berlin. Foto: Gero Breloer für IG BCE

Mit dem Theaterstück Akim rennt bin ich ab 6. Februar wieder einmal unterwegs. Am 7. spielen wir gleich 3 Vorstellungen im Theater im Pfalzbau in Ludwigshafen und am 8. reisen wir dann für 2 Auftritte nach Caen, Frankreich. Dort werde ich dann auch beide Vorstellungen mitspielen. Es macht mich sehr glücklich zu sehen, wie weit wir mit Akim rennt gekommen sind.

Und es gibt zweimal Lesung trifft Impro zu erleben. Was für ein Februar!

Und hier nun die Übersicht der öffentlichen Auftritte für Februar 2018:

Do. 01., 20 Uhr – Impro-Überra(u)schungsshow im Bühnenrausch

Sa. 03., 19 Uhr – Kriminal-Dinner: Die Mafia lädt zum Leichenschmaus im Ellington Hotel Berlin

Di. 6., 18 Uhr – im Radio: HERZBLUT FREIE SZENE auf Colaboradio, Berlin UKW 88,4 MHz und Potsdam UKW 90.7 MHz, Stream: colaboradio.de

Mi. 09. und 10. – Akim rennt zum Gastspiel in Caen, Frankreich

Do. 15., 20 Uhr – Manche mögen’s ToP – Die Donnerstagskomödie im BühnenRausch Berlin

Fr. 16., 19 Uhr – Lesung trifft Impro im Lise-Meitner-Gymnasium, Falkensee

Do. 22., 19 Uhr – Lesung trifft Impro – Alles Gute Herr Lausch! im Ta Panta Ri, Berlin

 

HERZBLUT FREIE SZENE #010 – Stephan Ziron über die Wintersaison und Impromusik

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In der 10. Sendung von Herzblut Freie Szene am 5.12.2017 war Stephan Ziron zu Gast. Wir redeten über die Wintersaison für Künstler in der FreieSzene, das Kriminal-Dinner, Impromusik-Projekte, das Impromusikercamp und einiges mehr. Stephan Ziron ist Musiker, Impromusiker und Improtheaterspieler bei Improtheater Paternoster in Berlin, gibt Musik- und Improtheater-Workshops und betreibt mit seiner Frau das Klubhaus Lüchfeld. Stephan ist ein aktiver Blogschreiber und Podcaster.

Rückblick

Links

Tipps und Empfehlungen


Nächste Sendung: Dienstag, 2. Januar 2018 18 – 19 Uhr
Colaboradio im Pi Radio-Verbund
Berlin UKW 88,4 MHz und Potsdam UKW 90.7 MHz
Stream: colaboradio.de
Alle bisherigen Sendungen von Herzblut Freie Szene

Ihr findet uns auf Facebook facebook.com/HerzblutFreieSzene

Auftritte im Dezember

Spielekönig von Paternoster

Als Spielekönig im Format von Paternoster / Foto: Stephan Ziron

Am Ende des Jahres geht es noch einmal richtig zur Sache. Auftritte, Auftritte, Auftritte. Besonders freut mich, dass ich mit den Kollegen von Paternoster wieder Krimidinner im Mafiastyle spielen werde und auch Spielekönig könnte ich in diesem Monat werden.

Und auch am letzte Tag des Jahres wird improvisiert. Mit den ToPs des Jahres schließen ich am 31.12. das Improjahr und auch dieses Format ab. Das Theater ohne Probe spielt seit 2012 jeden letzten Sonntag im Monat die Wochen-Highlights der Zuschauer. Im nächsten Jahr werden wir Donnerstags dann eine improvisierte Farce zeigen. Wer also noch einmal die ToPs der Woche (hier als Jahresendeausgabe) sehen möchte, sollte das nicht verpassen und schnell Karten bestellen.

Fr. 01., 20 Uhr – Im Sinne von Brecht in der Brotfabrik Berlin

Di. 5., 18 Uhr – im Radio: HERZBLUT FREIE SZENE auf Colaboradio, Berlin UKW 88,4 MHz und Potsdam UKW 90.7 MHz, Stream: colaboradio.de

Di. 5., 20 Uhr – Der Spielekönig im Maschinenhaus der Kulturbrauerei

Mi. 6., 20 Uhr – Dein Held, Deine Geschichte im Maschinenhaus der Kulturbrauerei

Do. 07., 19 Uhr – Kriminal-Dinner: Die Mafia lädt zum Leichenschmaus im Ellington Hotel Berlin

Fr. 08., 19 Uhr – Kriminal-Dinner: Die Mafia lädt zum Leichenschmaus im Ellington Hotel Berlin

Mi. 12., 20 Uhr – Der Spielekönig im Maschinenhaus der Kulturbrauerei

Mi. 13., 20 Uhr – Dein Held, Deine Geschichte im Maschinenhaus der Kulturbrauerei

Fr. 15., 19 Uhr – Kriminal-Dinner: Die Mafia lädt zum Leichenschmaus im Ellington Hotel Berlin

Di. 19., 19 Uhr – Verrückte & Verliebte Weihnachtsimpro in der Theaterklause in Brandenburg an der Havel

So. 31., 19 Uhr – ToPs des Jahres im Bühnenrausch, Berlin. Jetzt Karten bestellen!

Architektur des Konsums und Impro

konsumier_michDie BrotfabrikBühne widmet sich vom 15. bis 20. Mai 2017 in Zusammenarbeit mit meinen Leuten vom Theater ohne Probe in einer Themenreihe der Architektur des Konsums. Dabei beleuchten wir verschiedene Bereiche unseres Kauf- und Verbrauchsverhaltens: Kleidung, Wohnen, Essen & Elektronik – und das in meiner Lieblingsform, der IMPROPEDIA.

Von Montag 15. bis Donnerstag 18.05. habe ich jeden Tag einen anderen Experten auf der Bühne zu Gast, der mir Auskunft zu seinem Thema gibt. Im lockeren Gespräch nähern wir uns den meist komplexen Inhalten. Dazwischen improvisiert das Theater ohne Probe Szenen, die sich auf das Interview beziehen. So entsteht eine unterhaltsame Mischung aus Information und Theater, die alle am Ende etwas klüger werden lässt. Für wen also trockene Vorträge und Podiumsdiskussionen einfach zu langweilig sind oder Improtheater oft zu inhaltsleer ist, sollte es unbedingt mit der IMPROPEDIA versuchen!

Am Freitag, 19. Mai schließen wir für uns die Woche mit einem Abend „Im Sinne von Brecht“ ab. Das wird ToP!

PROGRAMM

THEMA: Architektur des Konsums
Mo. 15.05. | 20:00 Uhr | Ernährung
Di. 16.05. | 20:00 Uhr | Elektronik
Mi. 17.05. | 20:00 Uhr | Wohnen
Do. 18.05. | 20:00 Uhr | Mode
Fr. 19.05. | 20:00 Uhr | KONSUM: Im Sinne von Brecht

Ort: Brotfabrik Berlin, Caligariplatz 1, 13086 Berlin

Informationen zur IMPROPEDIA auf der Homepage der Brotfabrik / Festivalticket auf Eventbrite

Informationen zu KONSUM: Im Sinne von Brecht auf der Homepage der Brotfabrik

The Naked Stage – das improvisierte Kammerspiel

naked_stage_webKurz vor Ostern präsentiert meine Improgruppe, das Theater ohne Probe (ToP), in der Brotfabrik eine Reihe von improvisierten Theaterstücken. Eine Woche lang improvisieren wir Kammerspiele in drei Akten. In welchem Raum gespielt wird, schlägt das Publikum vor. Danach stehen nur die nackte Bühne und das improvisierte Spiel im Mittelpunkt.

Warum Kammerspiele?

Seit den Stücken „Kunst“ oder „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza erlebt das Kammerspiel eine regelrechte Renaissance. „The Naked Stage“ stellt sich dieser räumlich-zeitlichen Begrenztheit des Theaterspiels und vermag deshalb genauso zu fesseln. Die vier bis sechs Spieler*innen improvisiert dabei völlig ohne Ortswechsel oder filmische Schnitte. Im Raum entstehen Figuren und werden dort mit ihren Ansichten und Wünschen zusammengeworfen. Im Fokus: Die Beziehungen der Figuren untereinander. Das ist mal komisch, mal bewegend und hoch dramatisch. Zudem ist das für uns als Spieler*innen eine außergewöhnliche Herausforderung.

Das Format “The Naked Stage” wurde entwickelt von Tim Orr aus San Francisco, der dort im Ensemble von BATS Improv spielt. Bereits drei Mal wurde das Format von uns in Berlin gespielt. Alle bisherigen Aufführungen waren interssant und unterhaltsam und ich bin mir sicher, genau das Richtige vor Ostern.

“The Naked Stage” – Das improvisierte Kammerspiel

Termine: 10. bis 13. sowie 15. und 16.04.2017, 20:00 Uhr

Ort: Brotfabrik Berlin, Caligariplatz 1, 13086 Berlin
Eintritt: 13,50€, erm. 9,00€

Tickets und Informationen unter: www.theater-ohne-probe.de

Naked Stage Premiere

Im Juni wird meine Improgruppe, das Theater ohne Probe, ein Format auf die Bühne bringen, dass wir von Tim Orr aus San Francisco gelernt haben. Inspiriert von einem Spielort werden wir ein abendfüllendes Stück in drei Akten improvisieren. Das schöne an diesem Format ist, dass wir so die Gelegenheit haben tief in die Charaktäre einzutauchen und deren Wünsche, Hoffnungen und Antriebe beim Improvisieren zu entdecken.

Bisher haben wir in diesem Format zwei Einakter gespielt und jedes Mal waren das Publikum und wir begeistert. Es liegt daran, zumindest ist das meine Vermutung, dass sich das Publikum über die Zeit und die Ruhe, die das Format bietet, tiefer mit den Charakteren verbinden kann. Die Stücke sind nicht sehr temporeich und voller Aktion, jedoch nehmen sie in ihrer stetigen Entfaltung die Zuschauer auf eine unterhaltsame und eindringliche Reise mit.

Wer sich selbt ein Bild machen möchte, ist herzlich eingeladen und hat gleich zwei Mal die Chance dazu. Zu erst am 23. Juni 2016 zu unserer Premiere im BühnenRausch in Berlin Prenzlauer Berg und dam 11. Juli 2016 am selben Ort, aber diesmal mit der großartigen Lisa Rowland aus San Francisco. Dieser Abend wird sicher eine Wucht, denn es ist immer eine Freude Lisa Rowland auf der Bühne zu erleben. An die ToPs und Gäste Show vom November 2014 denke ich heute noch – selten habe ich auf der Bühne so lachen müssen, selbst als Leiche mit geschlossenen Augen! Die zweite Vorstellung wird in einfachem Englisch sein.

Do, 23.06.2016, 20:00 / Berlin
ToP-Form: The Naked Stage

Mo, 11.07.2016, 20:00 / Berlin
The Naked Stage – featuring Lisa Rowland

Ort: BühnenRausch, Erich-Weinert-Straße 27 10439 Berlin

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Tabus im Improtheater

Die schweizer Kollegen von anundpfirsisch schreiben in ihrem Blog in letzter Zeit höchst interessante Beiträge zum Improvisationstheater. Der letzte Beitrag von Simone Schwegler „Tabus im Improtheater?“ wirft die spannende Frage nach dem Umgang mit Tabuthemen auf. Gibt es tatsächlich Tabuthemen?

Wenn man beim ImproTHEATER das Theater groß schreibt, dann gibt es im Grunde keine Tabuthemen, denn warum sollte in einem öffentlichen-künstlerischen Kontext, wie es das Theater ist, nicht jedes Thema angefasst werden? Jedes Thema, was Menschen aktuell bewegt, sollte Inhalt von Geschichten sein können.

Warum ist diese Sache aber so schwerwiegend für das improvisierte Theater? Im Gegensatz zum klassischen Theater liegt die inhaltliche Verantwortung nicht bei Autoren, Dramaturgen und Regisseuren, sondern bei den SpielerInnen auf der Bühne. Damit wird das Geschehen direkt auf die Entscheidungen die SpielenrInnen zurückgeworfen und fast automatisch mit deren Haltungen verknüpft. Das dies den ImprospielerInnen bewußt ist, erkennt man oft daran, wenn es in Szenen und Geschichten einfach keinen Antagonisten gibt, weil niemand fies sein will. Werden Tabuthemen angesprochen und ausgespielt, besonders in kontroverser Weise, hinterlässt dies oft den Beigeschmack, dass sich die SpielerInnen damit gemein gemacht hätten. Und es fällt immer wieder auf, dass manche Zuschauer tatsächlich nicht zwischen Rolle und Person unterscheiden können. Was also tun?

Mit dem Theater ohne Probe durfte ich nun seit fast 3 Jahren Erfahrungen mit unserem Format „Im Sinne von Brecht“ sammeln. Hier improvisieren wir episches Theater, nach Bertolt Brechts Theorie. Wir fragen zu Beginn stets nach einem aktuellen Thema, welches die Menschen im Raum beschäftigt und haben daher immer wieder politische und kontroverse Vorgaben für unsere Langform. Was uns die Sicherheit gibt, diese Themen anfassen zu können, ist der explizite Unterschied zwischen Drinnen und Draußen. Wenn eine SpielerInn es für notwendig hält auszusteigen, vor die Bühne zu treten und sich zum Gespielten zu positionieren, kann sie das jeder Zeit tun. Schon öfter habe ich als Spieler mich von klischeehaften, bösartigen oder perfiden Figuren bzw. Handlungen distanziert, was mir persönlich die Freiheit gibt, noch tiefer einzusteigen.

In den Kommentaren auf Facebook wurde aber hochgehalten, dass ein Kunstwerk für sich stehen müsse. Das Bezog sich direkt auf den Artikel von anundpfirsisch, in dem ein Spieler eine Szene kommentierte, weil er deren inhaltliche Aussage nicht so stehen lassen wollte. Da stimme ich zu, schließe aber für die Improvisation etwas anders. Die Kunst der Improvisation auf dem Theater ist wie Simone so schön schreibt: „… immer Begegnung. Begegnung mit mir selber. Begegnung mit meinen Partnern. Begegnung mit Dingen, die mir und anderen Angst machen, die mich und andere beschäftigen. Heikle und politisch relevante Dinge gehören dazu.“ Dieser Aufzählung würde ich noch hinzufügen, dass es auch die Begegnung mit dem Publikum ist. Und im Gegensatz zu anderen Theaterformen, ist das Publikum in der Regel bei der Improvisation Teil des Schaffensprozesses. Hier kommt die Vorgabe her und auf der Bühne wird diese verarbeitet, kommentiert und gedeutet in einer Form dargestellt. Daher kann sie auch kommentiert werden, unfertig bleiben, scheitern und noch vieles mehr. Nur sollte das Publikum nicht aus dem Prozess entbunden werden und hinterher sagen können – damit haben wir nichts zu tun. Wenn es aber zum Denken angeregt wurde, weil es das Entstandene liebte, mochte, hasste usw. dann haben wir Relevanz erzeugt.

Schießen und Scheitern

Die Kunst der Improvisation hat stets mit Scheitern zu tun. Wer nichts wagt, kommt nicht zu neuen Ufern und latscht letztlich nur auf ausgetretenen Pfaden der Masse hinterher. Aber abseits der erkundeten Wege gibt es Unwegbarkeiten, die einen vom erreichen eines Ziels abhalten oder den Prozess unerträglich schwer machen.

ToP Western

ToP Western „Frontiers“ beim Karlsruher Improfestival von Serviervorschlag / Foto: Serviervorschlag

In Karlsruhe stand ich am letzten Wochenende mit meinem Kollegen vom Theater ohne Probe auf der Festivalbühne von Serviervorschlag und wir versuchten uns an unserem neustem Kind: „Frontiers – der improvisierte ToP-Western“. Die Idee dieses Improformats ist es nicht nur einen Western auf die Bühne zu bringen und zwar improvisiert. Nein wir haben uns gleich vier Subgenres des Westerns angesehen und versucht diese auch noch zu spielen. Damit war es uns aber noch immer nicht genug und wir versuchten auch noch alle samt die Musik zu gestalten, anstatt uns auf einen Musiker zu verlassen.

Große Ziele mit hohem Anspruch, die wir bei weitem nicht erreichten konnten. Warum auch? Schließlich ist alles improvisiert und verlangt nach dem Risiko des Scheiterns, dem Versuchs mit offenem Ausgang. Aber gut fühlt man sich nach solch einer Show nicht. Man ärgert sich, will es besser haben, besser machen. Doch es gibt kein Zurück!

Und die erste Reaktion ist: Man müsse sich einfach besser vorbereiten, mehr trainieren, detaillierter absprechen und genauer planen. Erst im Nachhinein, am nächsten Tag weiß man, dass Neues einen Preis kostet. Das man bei der Improvisation nie auf Sicherheit spielen kann. Und dann muss man mitunter seine Wut herunter schlucken und die Kollegen – diese Genies, Künstler und wunderbaren Menschen – umarmen und es wieder versuchen!

Frontiers – Warum sollte man noch Western spielen?

Morgen improvisiere ich mit meinen Kollegen vom Theater ohne Probe die Premiere zu unserem neuen Format: Frontiers! Wir versuchen uns in diesem Format an der stilistischen Bandbreite des Western. Von klassischem Western über den Italowestern und Karl May bis hin zum Neo-Western wollen wir uns an den Unterschieden und Gemeinsamkeiten versuchen.

Aber Warum? Warum will man heute im Theater sich einen Western ansehen und das auch noch improvisiert? Mich persönlich interessieren die Fragen im Western mehr, als die Klischees um breitbeinige Cowboys. Der Western feiert schließlich anfänglich den Gründungsmythos der USA, mit dem Abenteuergeist, der die Grenzen heldenhaft immer weiter gen Westen verschiebt. Aber das sind oft nur Mythen, die bewusst oder unbewusst falsch gelesen werden, womit die Western aus Italien und dann später auch aus den Staaten brechen. Heute beschäftigen sich neuere Western oft mit bisher unerzählten Geschichten und unbequemen Wahrheiten. Plötzlich ist vom Genozid an den Ureinwohnern die Rede oder von den Ängsten und Entbehrungen der weißen Siedler im wahrlich wilden Westen.

Aber egal aus welchem Jahrzehnt ein Western stammt oder ob er vor oder hinter dem Eisernen Vorhang entstanden ist, gemeinsam sind ihnen die Frontiers. Diese imaginären Grenzen, welche die stetigen Veränderungen im Westen anzeigen. Da sind Weiße, dort noch nicht, hier gibt es die Eisenbahn, dort nur die Postkutsche, da herrscht noch Wildnis und hier wird bereits das Recht an den Meistbietenden verkauft. Der Westen der USA war in kürzester Zeit von Vielzahl von Veränderungen und Wandlungen betroffen. Sicher nicht in diesem Ausmaß, aber dennoch stehen wir auch heute vielen Veränderungen gegenüber und müssen uns entscheiden. Daher denke ich, dass uns ein Western, improvisiert und auf einer Bühne, heute eine Menge zu sagen haben kann.

Ob wir morgen vieles zu sagen haben, werden wir sehen müssen. Aber wenn wir es nicht versuchen, werden wir es auch nicht herausfinden. Ich bin gespannt!

Di, 28. April 2015, 20:00 / Berlin
PREMIERE: Frontiers – der ToP Western
Ort: Brotfabrik Berlin, Caligariplatz 1, 13086 Berlin

Wikipedia ohne Probe in Potsdam

Am vergangenen Samstag war das Theater ohne Probe zu Gast beim 4. Potsdamer Improtheater Festival und präsentierte das Format „Wikipedia ohne Probe“. Um mit der Wikipedia fachkundig zu improvisieren, hatten wir uns den Autoren Schlesinger eingeladen, der seit Jahre in der Wikipedia schreibt. Über den Abend hat er im Kurier der Wikipedia folgenden Artikel verfasst. Damit haben wir jetzt einen Artikel in der Wikipedia 😉

Wikipedia im Theater

Im Programm des vierten Potsdamer Festivals für Improvisationstheater stand am Samstagabend, 15. November die Wikipedia zum Zerlegen auf dem Programm. Professionelle Schauspieler des Theaters ohne Probe wollten sich die ungeschriebenen Artikel der Wikipedia für ihre Comedy-Show vorknöpfen und luden sich daher einen Wikipediaautor in Person von Schlesinger ein, der ihnen die dunkle Seite, aber auch weniger Schönes aus der weltgrößten Enzyklopädie zeigte.

Das Theater ohne Probe improvisiert mit der Wikipedia. Foto: Potsdamer Improtheater Festival

Das Publikum im ausverkauften Saal des Potsdamer studentischen Kulturzentrums KuZe genoss die dermaßen ernsthaft erscheinende Improvisation der Truppe, als sie nicht existierende Artikel der auf die Leinwand projizierten Seite Wikipedia:Artikelwünsche enzyklopädisch-virtuos vertonte, sozusagen ein audiovisuelles Feuerwerk der Relevanz. Zu toben begann der Saal allerdings, als Wikipedias Schweinkramseite erschien und selbst bei den Schauspielern Kicheranfälle drohten. Wieder gesitteter ging es zu, als dem Publikum bestimmte Mechanismen der Löschpraxis erläutert wurden, schließlich waren im vollen Saal auch drei Zuschauer anwesend, die einmal versucht haben, einen Artikel in der Wikipedia zu platzieren. Zwei davon sollen wohl noch Bestand haben.

Publikumswünsche wurden natürlich auch erfüllt, was dazu führte, dass zwei Damen die Besteigung eines Tiroler Zweitausenders improvisierten, eine akrobatische Meisterleistung der Verrenkung. Als dann noch Schlesingers neuer Artikel über ein französisches Chanson vertont werden musste, gab es kein Zurück. Der Pianist tat sein Bestes im finstersten c-Moll, die Frontfrau sang mit Hingabe und Schmalz etwas völlig anderes, der Backgroundchor intonierte ein gefühliges Padam … padam und das Publikum konnte nicht mehr.

So ging das den ganzen Abend: Wikipedia als Opfer der Satire – ein großer Erfolg für ein Theater, das die Kunstform der Improvisation in Sprechtheater, Gesang und Pantomime perfektioniert hat. Sc 18.11.