Von der Schwierigkeit…

Dieser Text ist dem lyrischen Januar gewidmet!

Von der Schwierigkeit sich selbst zu überwinden

Es ist nicht leicht, sich zu überwinden.
Auf leisen Sohlen den Schweinecerberus umlinden,
Um sich just am Anfang einzufinden.

Hat man diesen Anlauf hinbekommen,
Der eigenen Trägheit ihren höchsten Moment erklommen,
Fühlt man sich davon bereits benommen.

Nur ist der Anfang erst einmal gemacht,
Hat man sich etwas Großes und Bedeutsames ausgedacht,
Ist es meist schon spät, also früh in der Nacht.

Die Augen wollen nun nicht mehr sehen.
Es friert das Gebein von der Denkerstirn bis zu den Zehen.
Doch liegt man schaffend noch in den Wehen.

Mit Wollen läßt es sich nicht abwenden,
Man muss dem Schlaf, dem Musenvergesser, etwas Zeit spenden
Und steht schließlich da mit leeren Händen.

Was wird mit dem Lyrische Januar in der 5. KW

Zum Höhepunkt des Lyrischen Januars würde ich gern die Aufgabe etwas verändern. Nachdem ich an mir selbst gesehen habe, wie schwer es ist jeden Tag eine große literarische Form, wie Sonett oder ähnliches zu schreiben, will ich gern in der letzten Woche alle wieder ins Boot holen.

Dichten hängt von zwei Dingen ganz besonders ab: 1. Inspiration und 2. Geduld fürs Handwerk. Daher wird es hart, wenn man eine knifflige Form ausfüllen will und einfach nicht inspiriert ist. Darum kam mir der Gedanke, die Aufgabe für diese Woche wie folgt zu ändern:

Schreibe jeden Tag ein Gedicht und wähle entweder zu Deinem Thema eine passende Form, aus den letzten Wochen aus oder dichte „frei“ zu folgenden Themen.

Montag: Eis
Dienstag: Unsere Zeit
Mittwoch: Aus Kinderaugen gesehen
Donnerstag: Flüchtlinge
Freitag: Die 3
Samstag: Ein Antrag
Sonntag: Edward Snoden

Auf das die Muse Euch küsst!

PS: Aus allen Mitdichtungen dieser Woche will ich 3 auswählen und auf diesem Blog besprechen.

Lyrischer Januar 4. KW 2014

So funktioniert der lyrische Januar: Schreib jeden Tag ein Gedicht. Dabei sind die Inhalte komplett offen, allerdings die Gedichtform legen wir Woche für Woche fest.Aufgabe für die 4. KW:
Mi. Sonett (abba – abba – cdc – dcd)
Do. Ode
So. Sonett (abba – abba – cdc – dcd)

Montag, 20.01.2014:

Als Julius noch Cesar war,
Gab es keinen Juli im Jahr.
So brachte man ihn um,
Denn der römische Sommer ging viel zu schnell rum.

Dienstag, 21.01.2014:

Die Gedanken, wie von Hunde, jagen
Mich schweißgebadet in schlafloser Nacht.
Es drehen sich die ewigen Fragen:

Woher kommen wir? Wer hat das erdacht?
Sind wir auf dem Erdenrund aus Zufall
Oder steht ein Plan hinter all der Pracht?

Wer sind wir mit einem Vater „Urknall“
Und der Mutter Namens „Evolution“?
Sind wir der Wahrscheinlichkeiten Spielball?

Ist was wir sind weder Verdienst noch Lohn?
Leben wir von Generation denn nur
Zur Geburt der nächsten Generation?

So wache ich in innerer Klausur.
Aber in den morgendlichen Stunden
Erkenne ich den Zweifel als Struktur.

Denn folge ich aus Angst diesen Hunden,
Müsste ich Ja zu einem Schöpfer sagen.
Doch dieser Schluss will mir nimmer munden.

Lieber dreh‘ ich ewig diese Runden!

Mittwoch, 22.01.2014
Der Mittwoch hat mich echt Nerven gekostet und nun endlich ist er online. Ich denke das Problem war, dass ich unbedingt dieses Thema umsetzen wollte und nicht der Inspiration gefolgt bin. Hach, die Musen sind aber auch widerspänstige gemeine Dinger…

Sonett

Am Anfang war es nicht leicht zu sehen,
In welches Unbekannte die Reise
Uns führt und auch nicht auf welche Weise.
Doch nun kannst Du mich besser verstehen.

Du begreifst aus welchen Geburtswehen
Die Erkenntnis trat hervor ganz leise.
Siehst Du, wie lange wir zogen Kreise,
Um endlich an diesem Punkt zu stehen?

Blicke fröhlich zurück und sieh ein,
Dass Du nun innerlich gewachsen bist.
Das ist nicht bloß Gerede oder Schein.

Dein Verstand hatte die Segel gehisst.
So lauf in den Hafen des Wissens ein,
Bis er das Gelernte wieder vergisst.

Donnerstag, 23.01.2014

Die Gewalt des Sturmes

Hoch die Wellen peitschen, hoch bis über den Mast.
Auf Deck stehend, zusammengedrängt, Mann an Mann,
Sich in die Wanden werfend
Gegen die Gewalt des Sturmes.

Das Schiff erklimmt der Welle schäumend hohen Kamm,
Verharrt auf Berges Spitze – den Göttern zum Gruß
Und rauscht hinab zur Hölle
Wegen der Gewalt des Sturmes.

Eisig holt das Wasser über, das Deck entlang.
Gegerbte Hände fassen Seile voller Kraft.
Stoßgebete himmelwärts
Gegen die Gewalt des Sturmes!

All das Tosen ist verstummt in der blauen See.
Den wütenden Wind erstezt ein dumpfes Rauschen.
Viel zu friedlich ist es hier
Unter der Gewalt des Sturmes.

Doch das Holz will nicht ersaufen, es treibt hinauf.
Wer von der Stille nicht wart verführt, kommt mit hoch
In den Überlebenskampf
Gegen die Gewalt des Sturmes.

So dreht sich das Karusell hinauf und hinab.
Wer darin war, verflucht es und fährt doch wieder,
Denn sie wollen raus aufs Meer
Auch wegen der Gewalt des Sturmes.

Freitag, 24.01.2014
(Achtung: Nur noch 11 Monate um Weichnachtsgeschenke zu besorgen!)

Ein Fischer war der Ahab
Das brachte ihn auch ins Grab.
Denn ein Wahl ist kein Fisch
Und Moby mochte die falsche Einordnung in die Systematik der Tiere nisch!

Lyrischer Januar nach 2 Wochen Ver(s)dichtung

Wir werden mehr und besser. So würde ich Zwischenfazit ziehen, nach nun 14 Tagen lyrischer Januar. Es wird nicht nur auf Blogs sondern immer noch fleißig bei Facebook mitgedichtet. Und neben den Beteiligten der letzten Woche ist noch Tim von halt-dichten.de hinzugekommen. Auch Dir rufe ich zu:

Lass die Worte Dich auf Schwingen reimwärts tragen,
wir wollen sie nur nach ihrer Schönheit fragen.

Die Aufgabe für die 4. Kalenderwoche stellt nun schon größere Herausforderungen. Meine Hoffnung ist, dass sich niemand abgeschreckt fühlt.

Entschuldigung muss ich sagen, dass die 4. KW erst so spät veröffentlicht wird. Es lag etwas an technischen Problemen. Also wenn jemand erst morgen den Montag postet, gibt es (wie immer) keine Schelte!

Die Aufgabe 4. KW:

Mi. Sonett (abba – abba – cdc – dcd)
Do. Ode
So. Sonett (abba – abba – cdc – dcd)

Und hier nochmals die bisher beteiligten Blogs:
http://macrone.wordpress.com/
http://kleinepoeme.wordpress.com/
http://www.dreiviertelzwoelf.com/
http://www.halt-dichten.de/

Lyrischer Januar 3. KW 2014

So funktioniert der lyrische Januar: Schreib jeden Tag ein Gedicht. Dabei sind die Inhalte komplett offen, allerdings die Gedichtform legen wir Woche für Woche fest.

Aufgabe für die 3. KW:

Mo. Epigramm
Di. Akrostichon
Mi. Limerick
Do. Elfchen
Fr. Epigramm
Sa. Akrostichon
So. Limerick

Montag, 13.01.2014

Verurteile die Aufgabe nicht, nur weil sie war hoch gesteckt.
Verdamme sie erst, wenn der Rücken beim Strecken verreckt.

 Lessing und Lavater zu Gast bei Moses Mendelssohn. Gemälde von Moritz Daniel Oppenheim 1856

Lessing und Lavater zu Gast bei Moses Mendelssohn. Gemälde von Moritz Daniel Oppenheim 1856

Dienstag, 14.01.2014

Ich sagte Ja in stiller Stunde.
Dachte für mich, es wird schon gut.
Ich sprach mit zu vollem Munde
Ohne den – oh so nötigen – Mut.
Traurig erkenne ich, was ich war!

Mittwoch, 15.01.2014

In Hamburg in einem Keller
Wäscht ein Küchenjunge Teller.
Er verdient Niedriglohn
Und denkt voller Hohn:
Zum Glück bin ich schon im Keller!

Donnerstag, 16.01.2014

Am Donnerstag war ich viel unterwegs und habe nur ein entschuldigendes Elfchen an eine mahnende Fragerin gesendet. Mein Donnerstagselfchen bezieht sich aber auf den Auftritt mit dem Theater ohne Probe Im Sinne von Brecht.

Piraten
Räuberische Revolutionäre?
Schiffe segelnder Schrecken?
Wankende, wütende, wiederliche Wahnsinnige!Projektionsfläche.

Freitag, 17.01.2014

Der Weg ist weiter und steiniger oft, weiter als man beim ersten Schritt gehofft.
Nur bist Du darum nicht losgegangen, bleibt Dein Sehnen stets dem Weg verfangen.

Samstag, 18.01.2014

Zu schnell vergest Du in
Einer schönen Stunde Beginn.
Ich will Dich festhalten,
Trotzdem gehst Du tickend dahin.

Sonntag, 19.01.2014

Es war eine Frau in Paris,
Die fand ihr Leben ziemlich mies
Sie wollte nicht mehr sein,
Trank zu viel roten Wein
Und war nimmermehr in Paris.

Der lyrische Januar – Zwischenstand nach einer Woche

Die erste Woche des lyrischen Januars – also der Aufgabe, jeden Tag ein Gedicht (Reimwerk, Wortgebilde) nach bestimmten Vorgaben zu schreiben – ist gestern für mich mit einem späten Zweizeiler beendet wurden. Es zeigt sich, dass die Aufgabe jeden Tag etwas zu schreiben nicht so leicht ist. Woher bekommt man die Inspiration und wie lang kann und will man sich mit der Aufgabe mühen…

Carl Spitzweg: Der arme Poet

Aber wo kein Schweiß, da kein Preis. Der größte Erfolg der Woche liegt für mich nicht im persönlichen dichterischen Schöpfen, sondern darin, dass es nun bereits 5 MitdichterInnen sind. Unglaublich! Macro war mit seinem Blog von Anfang an dabei – er war auch der Anstoß, dass ich die Idee umsetzte. Dann folge Max Glatz, der bisher einfach seine Werke auf Facebook in die Kommentare gepostet hat. Er hat aber sein eigens Blog. Nun haben sich noch die beiden (oder zumindest zwei der) Autoren von dreiviertelzwölf angeschlossen. Und ich weiß noch, dass heimlich jemand mitdichtet, ohne zu veröffentlichen. Vielleicht ändert sich das noch, aber wenn nicht, finde ich es dennoch wunderbar!

Nun steht eine neue Woche vor der Tür und mit Macro habe ich mich geeinigt, dass wir folgende Aufgabe stellen:

Mo. Epigramm
Di. Akrostichon
Mi. Limerick
Do. Elfchen
Fr. Epigramm
Sa. Akrostichon
So. Limerick

Wir dachten uns, dass Wiederholung die Mutter der Weisheit ist 😉

Und hier nochmals die bisher beteiligten Blogs:
http://macrone.wordpress.com/
http://kleinepoeme.wordpress.com/
http://www.dreiviertelzwoelf.com/

Lyrischer Januar 2. KW 2014

So funktioniert der lyrische Januar: Schreib jeden Tag ein Gedicht. Dabei sind die Inhalte komplett offen, allerdings die Gedichtform legen wir Woche für Woche fest.

Aufgabe für die 2. KW: Dichte jeden Tag ein Gedicht, bei dem jede Zeile eine definierte Silbenanzahl aufweist. Gern jeweils 2 Strophen.

  • Mo. 12 Silben
  • Di. 10 Silben
  • Mi. 8 Silben
  • Do. 6 Silben
  • Fr. 7 Silben
  • Sa. 9 Silben
  • So. 11 Silben

Montag, 06.01.2014

Nun geht er los der lyrische Januar. Die Inspiration für die folgenden Zeilen stammen aus der Wikipedia. Es ist wirklich ein Silbengezähle geworden, aber wenn ich mich nicht vertan habe, dann hat jede Zeile genau 12.

Er war ein Wissenschaftler sowie Entdecker,
Er beobachtete die Natur sehr genau.
Er zählte nicht nur Erbsen für den Gartenbau,
sondern gilt auch für die Forschung als Erwecker.

Die Zeit verhüllt so vieles mit Nebelbänken
Und doch gut erinnert man sich seiner Taten.
Auch Du sollst am sechsten Januar nicht raten,
Dass wir dem Tod von Georg Mendel gedenken.

Dienstag, 07.01.2014

Heute war die Inspiration dieses Foto.

Foto: Gaslaterne / @Thoja

Gaslaterne

Wieso vergaß man Dich am Straßenrand?
Du leuchtest nicht mehr, bist längst ausgebrannt
Und erscheinst wie aus einem fremden Land,
In Deinem rost-grünen Trauergewand.

Deine Verwandschaft bestrahlte gerne,
Die Lily Marlen vor der Kaserne,
Doch irgendwann sinken alle Sterne –
Vergessene alte Gaslaterne.

Mittwoch, 08.01.2014

Ein Blick in der Bahn ist doch so:
Ist er ein Lächeln, macht er froh.
Ist er ein Flirten, schießt das Blut.
Ist er ein Drohen, braucht es Mut.

Doch stumm bleiben wir all zu oft.
Wer hat nicht schon darauf gehofft,
Den Mund aufgetan zu haben,
Als bloß mit dem Fuß zu schaben?

Warum trauen wir uns denn nicht?
Hält jemand über uns Gericht?
Was gibt der Sorge das Gewicht?
Wie wird der Verzicht zum Gedicht?

Donnerstag, 09.01.2014

Geschrieben gestrichen
Gedanken durchgezählt
(Doch) nicht exakt getroffen
Wieder einmal verfehlt

Über das Ermatten
Wörterwürfel gestählt
Meisterlich gelungen
Oder Genie verhehlt

Macro, Max gedenkend
Lesern hingereichend
Dankedaumen klickend
Aufmerksamkeit heischend

Freitag, 10.01.2014
Das Sieben-Silben-Reimwerk wurde zwar am Freitag zusammengefügt, aber ich bekam es nicht rechtzeitig online.

Sechs mal sieben lautet sie,
Die Antwort aller Fragen.
Beschreibt das Universum
Vom Kern des Pudels bis zur
Siebzehnten Dimension.

Nur die Antwort verrät nie,
Das muss man ehrlich sagen,
Wo die Frage dreht sich drum.
Deren Lösung steht hier nur
Uns Menschen zu Spott und Hohn.

Samstag, 10.01.2014

„Keine Zeit! Keine Zeit! Keine Zeit!“
Rief er schnell und hastete vorbei.
Kein Blick zurück im Vorwärtsrasen
Stur nur in der Selbstgetriebenheit.

Mein gesagtes: „Bitte, sieh Dich vor!“
Erreichte sein Ohr sicher nicht mehr,
Sonst hätte er wohl die Staßenbahn
Nicht übersehen – der arme Tor.

Nun hat er die Zeit! Rollstuhlgerecht
Sucht er sich seinen Weg durch die Stadt.
„Nein, das ist nicht gerecht!“ sage ich,
„Das Leben läuft für die meisten schlecht!“

Sonntag, 11.01.2014

Mucha, hatte die Kraft der Linie erkannt
Und verfließend die Natur daran gebannt.

Werbung war keine Schande für seinen Schwung,
Der Slaven Seele galt seine Verpflichtung.

Der lyrische Januar – Impro Tag für Tag

Nach meinem Artikel zu Kreativlisten: Impro für jeden Tag gab es etliche positive Reaktionen. Gemeinsam mit meinem guten Kollegen macro habe ich mich auf einen ersten Versuch verständigt und am morgigen Montag geht es los. Wir wollen bis Ende Januar jeden Tag ein kleines Gedicht schreiben, um unsere dichterischen Fähigkeiten für die Impro-Bühne auszubauen. Es soll aber nicht nur drauflos gereimt werden, sondern es wird jeden Tag eine kleine Aufgaben geben. Dabei bildet die erste Woche das Warm-Up für die Grundlage, denn es geht noch um keine direkten Gedichtformen oder Inhalte. Die ersten 7 Tage sind Fingerübungen zur Silbenanzahl. Jeden Tag gilt es ein paar Zeilen mit der angegebenen Zahl an Silben zu schreiben.

Um nicht das Blog völlig mit Einzelgedichten zu überhäufen, haben wir uns vorgenommen unter die Wochenaufgaben einfach jeden Tag ein Update mit dem Gedicht zu setzen. So bleibt alles in einem Artikel – hübsch und übersichtlich.

Wer gern mitmachen will, kopiere sich die folgende Aufgabenstellung in einen eigenen Artikel und update jeden Tag seine Dichtung darunter. (Das geht sicher auch mit Facebook oder ähnlichem.) Sollte uns das Spaß machen, gibt es vielleicht auch eine Aufgabe für den Februar.

Lyrischer Januar 2. KW 2014

Und so funktioniert der lyrische Januar:
Schreib jeden Tag ein Gedicht. Dabei sind die Inhalte komplett offen, allerdings die Gedichtform legen wir Woche für Woche fest.

2. KW: Dichte jeden Tag ein Gedicht, bei dem jede Zeile eine definierte Silbenanzahl aufweist.

  • Mo. 12 Silben
  • Di. 10 Silben
  • Mi. 8 Silben
  • Do. 6 Silben
  • Fr. 7 Silben
  • Sa. 9 Silben
  • So. 11 Silben

Gern jeweils 2 Strophen.