Schreiben dicht am Leben

Foto schwarz auf rot steht „Schreiben dicht am Leben“ auf dem bedudelden festen Einband des Buches, dessen abgerundeten Ecken es edel wirken lassen.

– Notieren als Fotografieren

Als Geschenk habe ich das Buch „Schreiben dicht am Leben“ bekommen, was ich zurzeit mit Begeisterung lese. Darin werden Arten des Notierens vorgestellt und mit Beispielen beschrieben. Es überraschte mich, dass es so viele Arten gibt, wie man seine Gedanken zu Papier bringen kann.

Die Kapitelüberschriften beginnen immer mit „Notieren als …“ und dann folgen die verschiedenen Arten, wie zum Beispiel „als Webcam“, „als Portrait“ oder wie oben versucht „als Fotografieren“. Der Autor Hanns-Josef Ortheil beschreibt in den prägnanten Kapiteln, welcher Autor mit den verschieden Arten experimentierte und warum. Den Abschluss eines Kapitels bildet immer eine Schreibaufgabe, in der man sich versuchen soll. Diese Aufgaben kann man auch als kurze Zusammenfassungen der Kapitel lesen.

Meine Faszination für das Buch war geweckt, als ich es als Inspiration für neue Erzählweisen beim Improvisieren entdeckte. Mit meinem guten Kollegen Dirk Lausch bestreite ich schon seit einiger Zeit das Format „Lesung trifft Impro“ bei dem er meist prima vista vom Publikum mitgebrachte Texte liest, zu denen ich im Anschluss improvisiere. Seit dem wir in dieser Form zusammen auftreten, bin ich auf der Suche nach weiteren Sprachformen, um auf die von ihm gelesenen Texte zu antworten.

Vom Autor (und Herausgeber) wurden noch zwei weitere Bücher benannt: „Schreiben Tag für Tag“ über das Schreiben in Tagebüchern und „Schreiben unter Strom“ über das Schreiben in den „Neuen Medien“, also wie hier im Netz. Es gibt also noch weitere Quellen der Inspiration…

Kleine Bitte: Ich habe hier keinen Link angefügt, wo man die Bücher kaufen kann, denn es geht mir nicht um Werbung oder Geld. Aber sollte ich Interesse geweckt haben, dann bitte ich das Buch beim Buchhändler um die Ecke zu bestellen.
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Ein Show-Format erfunden?

Logo des 3. Potsdamer Improtheater FestivalsDas Wochenende stand im Zeichen des 3. Potsdamer Improtheater Festivals. Aus 5 Städten waren knapp 20 Impro spielende StudentInnen angereist und wir wollten ihnen die Chance geben so viel wie möglich zu spielen – das Motto war schließlich „Dabei sein ist Impro“. Aber wie bekommt man 20 Leute auf die Bühne? (Dazu muss man wissen, dass die Bühne des KuZe recht klein ist.) In der ersten Show haben wir zu erst jede Gruppen spielen lassen und dann zusammengemischt, womit wir immerhin 10 Szenen in die Show brachten. In der zweiten wurde dann der Cast geteilt und es gab zwei Langformen und für die dritte hatte ich mir dann etwas besonderes ausgedacht.

Ja, ich würde sogar soweit gehen und behaupten, ich habe ein neues Show-Format erfunden. Also sagen wir es so, ich weiß, dass ich es mir nirgends abgeschaut habe, aber ich bin auch realistisch und gehe fest davon aus, dass jemand schon die selbe Idee hatte. Denn so simpel, so gut: Am Anfang steht eine Szene und diese wird Grundlage des gesamten Abends. Mittels Los holte ich immer wieder neue Konstellationen an SpielerInnen auf die Bühne und ließ an der Szene herumspielen. So wurde sie wiederholt nach Inhaltsangabe, weitergeführt, ausgestaltet, Fragen beantwortet usw. Dieses Format gab mir die Möglichkeit von freien Szenen bis hin zu unbekannten Improgames alles spielen zu lassen. Dabei konnte ich gut auf die einzelenen Spieler reagieren und auch mal in der Struktur improvisieren.

Am Ende entstand ein Gefühl, dass alles miteinander in Verbindung stand und steht. Ein großer Bogen, der den Abend umschloss. Ich hoffe, ich bekomme bald einmal wieder die Möglichkeit das Format zu moderieren – denn es hat Potential!

Workshopidee: Improformate

Da ich regelmäßig Gruppen in Improvisation unterrichte, beschäftige ich mich auch immer wieder mit den unterschiedlichsten Themen. Da sind basale Fragen der Improvisation wie Akzeptieren, Storytelling, Bühne und so weiter… Dabei fällt mir oft auf, dass es sinnvoll wäre, bestimmte Themen zu intensiveren Workshops zusammenzufassen.

Große Lust hätte ich eine Art Wochenendworkshop zu geben, bei dem man alle möglichen und unmöglichen Formate durchspielt. Begonnen von einer Gameshow über Matchformen von Mannschaften oder Einzelspielern, bis hin zu Genre- oder Langformaten. Solch ein Workshop könnte Gruppen und Spieler anspornen öfter unterschiedliche Formate aufzuführen oder gar neue zu kreieren. Hinzu würde ich mir wünschen, wenn alle auf der Bühne die Dynamik einer Show im Auge hätten und so Klippen und Hänger vermeiden könnten. Denn wie oft kommt es vor, dass in einer Gameshow die Selbstläufer in der ersten Hälfte „verbrannt“ werden und in der zweiten Hälfte dadurch die Energie absinkt.

Was bräuchte solch ein Workshop noch?

Die Formate könnten sein:

Gameshow
Match (Theatersport TM, Gegen den Moderator)
Maestro TM
Gorillatheater TM
Talkshow
Harold (und seine Formen)
Lagerfeuer
Lotus
Reigen (und seine Formen)
Superszene
ToP-Formate