Bilder vom 4. Berliner Impro Marathon

Der Fotograf Philipp S. Thiesel hat auf dem 4. Berliner Impro Marathon fotografiert und eine Auswahl der Bilder auf Flickr veröffentlicht. Ich habe mich sehr über die Erinnerungen an diese vielfältigen 10 Stunden gefreut und teile sie daher gern: https://t.co/8chA8VHY3j – Für all diejenigen, die nicht genug Impro bekommen…

Theater in Korbach

In der nächsten Woche bin ich in Korbach. Dort findet eines, wenn nicht das älteste Theaterfestival Deutschlands statt. Die Theaterwoche Korbach es ist ein Festival, dass sich in der Himmelfahrtswoche hauptsächlich an Schul- und Amateurtheatergruppen wendet und ihnen neben Auftrittsmöglichkeiten auch verschiedene Workshops zu einem Thema (dieses Jahr „Fahradschlauch“) bietet. Einen dieser Workshops werde ich gemeinsam mit meiner Kollegin, der Regisseurin Sarah Mehlfeld in der kommenden Woche geben und unsere Fokus liegt in der Verbindung von klassischem Theater und Improvisation. Wohin dieses Experiment führt, ist für mich noch offen, aber ich erwarte mir viele neue Impulse für meine Arbeit. Und vielleicht gelingt es ja in den nächsten Jahren auch noch, dass improvisierte Theater näher an das klassische Theater heran zu rücken. Schließlich gibt es da noch immer seltsame Berührungsängste, obwohl ich überzeugt bin, dass sich beide Formen des Theaters gegenseitig befruchten könnten. Hier gibt es noch viel zu entdecken.
www.theaterwoche-korbach.de

Impro bei der Freien Studentenbühne Eberswalde

An der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde wird Impro unterrichtet und das auch noch von mir. Seit 2002 leite und betreue ich die Studentenbühne und seit einigen Jahren gibt es dort improvisiertes Theater. Seit beginn dieses Semester wird auch wieder fleißig geprobt, gespielt und improvisiert.

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Perfekt: Impro und Studium

Wenn man mich fragt, würde ich immer sagen, dass Improtheater perfekt für Studierende ist. Man lernt mit Stress vor Publikum umzugehen, was einem vom ersten Referat bis zur Verteidigung der Masterarbeit helfen wird. Man wird wacher und mutiger und lernt viel über sich selbst, was vielleicht das Wichtigste in einem Studium ist. Zudem ist Improvisationstheater eine Kunstform die sehr viel Kommunikationsvermögen erfordert. Zuhören, richtig und genau zuhören, ist die Grundlage für das gemeinsame Erschaffen auf der Bühne. Wer zuhören und wahrnehmen kann, der kann auch wiedergeben und damit kreativ werden. Und natürlich macht es Spaß. Wir lachen viel in unseren Proben, obwohl wir natürlich auch hart arbeiten und uns anstrengen (müssen).

Versucht es!

Nach dem nun wieder einige treue FSElerInnen die Studentenbühne verlassen haben, weil sie nach dem Studium weggezogen sind, suchen wir Nachwuchs. Man kann sich also bei uns ausprobieren, die Grundlagen lernen oder einfach nur mal in die Kunst des Spontanen hinein schnuppern.

Dazu komme man mittwochs um 18:30 Uhr zum Stadtcampus, ins Haus 2 (das mit der Mensa), in den Raum 1.14 (und nicht aufgeben, wenn man uns nicht findet – manchmal sind wir in einem anderen Raum, aber im gleichen Haus).

Potsdamer Mitte spontan neu denken

Am Freitag (8.4.2016) moderierte ich, wie jeden 2. Freitag im Monat, die Impropedia im Studentischen Kulturzentrum in Potsdam. Die Idee des Formates ist es Improtheater mit einem Experteninterview zu verbinden. Diesmal hatte ich das Vergnügen Frauke Röth zu interviewen, die die Sprecherin der Bürgerinitiative Potsdamer Mitte neu denken ist. Die Initiative setzt sich dafür ein, dass die Meinung der Bevölkerung zu den Nutzungsplänen für die Innenstadt Potsdam eingeholt und beachtet wird.

Die Pläne für die Innenstadt bestehen momentan daraus, dass man die Bauten der Moderne (also alles was nach 1945 in der DDR gebaut wurde) abreißt und durch historisierende Neubauten bzw. grüne Wiese ersetzt. Das Potsdam diesen Weg seit Jahren geht, sieht man am eindrucksvollsten am völlig neu gebauten Stadtschloss. Mich ärgert an dieser Art von Politik, die auch in Berlin seit Jahren so betrieben wird, dass sie versucht eine abgerissene historische Bebauung durch das Abreißen einer historischen Bebauung wieder herzustellen. Hier wird meines Erachtens genau der zu Recht kritisierte Fehler der DDR-Baupolitik unter neuen Zeichen wiederholt. Die Folgen dieses Handelns sind aber nicht nur das Verwischen von 40 Jahren DDR-Geschichte sondern auch irreparable Einschnitte in die dort vorhandenen sozialen Milieus.

Besonders im Innenstadtbreich fehlen erschwingliche Wohnungen und auch Gewerberäume. Der Wohnungsmarkt in Potsdam ist in vielen Teilen härter als in Berlin. Günstige Plattenbauwohungen im Innenstadtbereich durch Eigentumswohnungen zu ersetzen, ist dabei keine Alternative. Deshalb wirbt die Initiative für den Erhalt und alternative Ideen.

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After-Show-Foto der Impropedia am 8.4.2016. V.l.n.r.: Expertin Frauke Röth, Klaudia (All in), Thomas Jäkel (ich), Silvi (All in) und Musiker Henning Flintholm.

Beim vorwiegend studentischen und sicher auch alternativen Publikum der Impropedia kam das Thema gut an. Hinterher wurden auch gleich die ersten Unterschriften geleistet, denn die Initiative will bis zum Beginn der Sommerpause mindestens 13.566 Unterschriften der Stadt vorlegen, damit über die bereits geplanten Abrisse neue nachgedacht werden kann. Die einzigen, die sich mit dem Thema schwer taten, waren die beiden eingeladenen Improspielerinnen von „All in“ aus Wiesbaden und Darmstadt. Aber nicht, weil ihnen die Nachkriegsmoderne in der Innenstadt von Potsdam egal war, sondern weil sie diese noch nie gesehen hatten… Dabei war es unheimlich amüsant zu sehen, wie sie sich aus den Informationen des Interviews bedienten und das beste daraus machten.

Wer mehr wissen will über die Bürgerinitiative:

www.potsdamermitteneudenken.de

Tabus im Improtheater

Die schweizer Kollegen von anundpfirsisch schreiben in ihrem Blog in letzter Zeit höchst interessante Beiträge zum Improvisationstheater. Der letzte Beitrag von Simone Schwegler „Tabus im Improtheater?“ wirft die spannende Frage nach dem Umgang mit Tabuthemen auf. Gibt es tatsächlich Tabuthemen?

Wenn man beim ImproTHEATER das Theater groß schreibt, dann gibt es im Grunde keine Tabuthemen, denn warum sollte in einem öffentlichen-künstlerischen Kontext, wie es das Theater ist, nicht jedes Thema angefasst werden? Jedes Thema, was Menschen aktuell bewegt, sollte Inhalt von Geschichten sein können.

Warum ist diese Sache aber so schwerwiegend für das improvisierte Theater? Im Gegensatz zum klassischen Theater liegt die inhaltliche Verantwortung nicht bei Autoren, Dramaturgen und Regisseuren, sondern bei den SpielerInnen auf der Bühne. Damit wird das Geschehen direkt auf die Entscheidungen die SpielenrInnen zurückgeworfen und fast automatisch mit deren Haltungen verknüpft. Das dies den ImprospielerInnen bewußt ist, erkennt man oft daran, wenn es in Szenen und Geschichten einfach keinen Antagonisten gibt, weil niemand fies sein will. Werden Tabuthemen angesprochen und ausgespielt, besonders in kontroverser Weise, hinterlässt dies oft den Beigeschmack, dass sich die SpielerInnen damit gemein gemacht hätten. Und es fällt immer wieder auf, dass manche Zuschauer tatsächlich nicht zwischen Rolle und Person unterscheiden können. Was also tun?

Mit dem Theater ohne Probe durfte ich nun seit fast 3 Jahren Erfahrungen mit unserem Format „Im Sinne von Brecht“ sammeln. Hier improvisieren wir episches Theater, nach Bertolt Brechts Theorie. Wir fragen zu Beginn stets nach einem aktuellen Thema, welches die Menschen im Raum beschäftigt und haben daher immer wieder politische und kontroverse Vorgaben für unsere Langform. Was uns die Sicherheit gibt, diese Themen anfassen zu können, ist der explizite Unterschied zwischen Drinnen und Draußen. Wenn eine SpielerInn es für notwendig hält auszusteigen, vor die Bühne zu treten und sich zum Gespielten zu positionieren, kann sie das jeder Zeit tun. Schon öfter habe ich als Spieler mich von klischeehaften, bösartigen oder perfiden Figuren bzw. Handlungen distanziert, was mir persönlich die Freiheit gibt, noch tiefer einzusteigen.

In den Kommentaren auf Facebook wurde aber hochgehalten, dass ein Kunstwerk für sich stehen müsse. Das Bezog sich direkt auf den Artikel von anundpfirsisch, in dem ein Spieler eine Szene kommentierte, weil er deren inhaltliche Aussage nicht so stehen lassen wollte. Da stimme ich zu, schließe aber für die Improvisation etwas anders. Die Kunst der Improvisation auf dem Theater ist wie Simone so schön schreibt: „… immer Begegnung. Begegnung mit mir selber. Begegnung mit meinen Partnern. Begegnung mit Dingen, die mir und anderen Angst machen, die mich und andere beschäftigen. Heikle und politisch relevante Dinge gehören dazu.“ Dieser Aufzählung würde ich noch hinzufügen, dass es auch die Begegnung mit dem Publikum ist. Und im Gegensatz zu anderen Theaterformen, ist das Publikum in der Regel bei der Improvisation Teil des Schaffensprozesses. Hier kommt die Vorgabe her und auf der Bühne wird diese verarbeitet, kommentiert und gedeutet in einer Form dargestellt. Daher kann sie auch kommentiert werden, unfertig bleiben, scheitern und noch vieles mehr. Nur sollte das Publikum nicht aus dem Prozess entbunden werden und hinterher sagen können – damit haben wir nichts zu tun. Wenn es aber zum Denken angeregt wurde, weil es das Entstandene liebte, mochte, hasste usw. dann haben wir Relevanz erzeugt.

Impro: Nach dem Alter fragen

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Wenn man beim improvisierten Theater Rollen oder Charaktere gemeinsam mit dem Publikum erstellt, wird immer wieder nach dem Alter gefragt. Das kommt vielleicht daher, dass es eine typische Frage aus einem Steckbrief ist. Meist bringt diese Frage aber nicht viel. Ich persönliche halte 35 nicht für viel inspirierender als 45. Eigentlich gibt es grob nur vier Altersklassen, die man auf die Schnelle umsetzten kann: Kind, Jugendlicher, Erwachsener und sehr Alt. Also wenn man nicht gerade eine komplizierte Familiensaga zusammenstellen will, lohnt die Frage nach dem exakten Alter einer Figur kaum.
Und leider neigt das Publikum auf die Schnelle oft zu witzigen Antworten, wie 9 Monate oder 99 Jahre. Also lieber etwas anderes fragen.

Erst einmal neu hier

Nach dem ich fast von Anfang an bei theaterblogs.de mein Blog und damit meine persönliche Präsens im Netz hatte, ist diese Zeit seit Anfang Januar 2016 vorbei. Sören Fenner, der Macher von theaterjobs.de hatte theaterblogs.de als kostenfreies Angebot nebenher laufen lassen und sich damit viel Arbeit aufgeladen. (Da ich auch einige Webseiten betreibe, kann ich diese Problematik gut verstehen.) Nun will er sich lieber wieder mehr auf theaterjobs.de konzentrieren und hat daher die Bedingungen für Theaterblogs verändert, so dass ich umgezogen bin. Wir sind gut und voller Einverständnis auseinander gegangen und wie immer mit seiner vollen Unterstützung. Daher bleibt mir an dieser Stelle nur, für all die Jahre auf seinem Server zu danken. Danke! Wir lesen uns.

Ob ich aber auf WordPress.com bleibe, muss sich noch zeigen. Doch erst einmal bin ich neu hier.

Drei Tage Amtshilfe in Schwerin

Das Ministerium für Satz, Bau und Zeichen kurz MfSBZ ist DIE Lesebühne in der Landeshauptstadt Schwerin. Mit drei aufeinander folgenden Abenden im Rahmen des Sommertheaters gibt es vom 13.-15. August 2015 offizielle Sprechstunden für die Schweriner Bevölkerung und natürlich auch für alle Feriengäste.

Da in der Urlaubszeit die Personaldecke wie in jedem Ministerium dünn ist, springe ich, gesendet vom Theater ohne Probe, gern als spontane Unterstützung aus der Hauptstadt ein. Was dort mit Textbausteinen und Formulierungsrichtlinien unter größten Mühen an Sprachgewalt produziert wird, werde ich mit spontanener Wörterwürfelei und leichtfüßigem Geschwafel auf ToP-Niveau unterstützen.

Nur an drei Abenden! 13., 14. & 15. August 2015.
jeweils ab 20 Uhr im werk3 (Domwinkel/Schwerin)

Hier findet man die Links, um sich schon einmal eine Wartenummer zu ziehen:

Der Auftrittsort, Servicestelle (Das Werk3 in Schwerin): www.klangwert.net/werk3-theater
werk3, Friedrichstr. 11 – Domwinkel, Schwerin
Telefon 0385 59 58 75 44 (Di. – Fr. 11- 17 Uhr & Sa. 11 – 15 Uhr)

Die offizielle Behördenseite: www.mfsbz.de

Facebook: www.facebook.com/mfsbz