Gedanken zur Moderation

Es gibt verschiedene Arten, eine Improabend zu moderieren. Die Aufgabe des Moderator ist es zu erkennen, welche die angemessene Energie für das anwesende Publikum ist. Es kann sehr witzig sein, wenn ein aufgewühltes Publikum von einem Moderator im Understatment herausgefordert wird. Es darf ihm aber nicht entgleiten, weil er sich nicht durchzusetzen weiss. Seine Präsents muss dieses Spiel tragen.
Unerträglich hingegen ist ein Moderator, der einen Raum mit 20 neugierigen Leuten anspielt, als wären es tausende hysterische Fans. Gute Laune wird da all zu oft mit Lautstärke verwechselt. So wird man angeschrien und hofft nur noch gehen zu können. Daher mit der Moderation aufpassen und nicht das Publikum aus den Augen verlieren – hierzu ruhig auch ein wenig das Saallicht hochdrehen.

Und das gibt es alles umsonst? – Live vom atoms&bits

"Was ist den denn dieses Atoms and Bits?" Dass bin ich in den letzten Tagen und Wochen öfter gefragt wurden. atoms&bits ist ein internationales Festival of thinking, making, doing, wie der Untertitel sagt. Hä?

Na gut, nochmal langsam: Das Internet hat uns in den vergangenen Jahren eine völlig neue Kultur geschenkt. Sie ist geprägt von Offenheit, Vernetzung und Eigeniniziative auf künstlerischen, kreativen, politischen und gesellschaftlichen Ebenen. Das a&b-Festival versucht genau diese Gebiete zusammenzubringen. Deshalb besteht es aus fünf großen Themengebieten, den Tracks: Coworking (Neue Arbeitsformen), Open Everything (neue Formen der Offenheit), Bausteln / DIY (Selber machen!), Politik (Politik selber mitgestalten) und Art of Production of Art (neue kooperative Formen des Kunst- und Kulturschaffens). Das verbindende Element dabei ist die Vernetzung über das Internet bzw. der Open-Source-Gedanke. Das Festival gibt also all diesen Menschen eine Plattform, um sich auch im realen Leben zu verknüpfen und kennenzulernen.

Wie kreativ und stark diese Strukturen sind, zeigt die Organisation des Festivals am besten. Entstanden aus einer kleineren Idee, fanden sich schnell ein paar Leute zusammen, die ohne bezahlt zu werden einfach begannen zu organisieren. Jeder das was er oder sie am besten konnte und was ihn oder sie am meisten interessierte. Entstanden ist eine internationale Festivalwoche rund um den Globus, an der sich jeder beteiligen durfte.

Und was kostet das? Viel Schweiß und Herzblut, aber das atoms&bits-Camp an diesem Wochenende kostet keinen Eintritt. Hier kann jeder vorbeikommen und sich aus den Themengebieten Vorträge und Diskussionen anhören.

Es gibt aber auch Veranstaltungen im Rahmen der a&b-Woche, die Eintritt kosteten, wie der Pecha Kucha Abend, an dem ich teilnehmen durfte. Ich habe natürlich über Theater und Improvisation gesprochen, was für mich auch eine kooperative und offene Kunstform ist.

Wie dem auch sei, morgen gibt es den zweiten Tag des atoms&bits-camps und jeder der Lust hat komme vorbei und beteilige sich.

Alle weiteren Infos auf http://atomsandbits.net

Erste Fotos vom Camp gibt es hier: Flickr

Blick zurück auf den August

Der August war voller Theater und trotzdem habe ich nicht viel gebloggt. Irgendwie ist es schade, denn es hätte vieles zum Teilen gegeben. Na ja die Dinge sind nur einmal wie sie sind, also blicke ich zurück:

Das neue Format Improjektion von ZWIEBELFISCH ist, wie wir sagen können, gut angekommen. Wir hatten drei gut gefüllte Vorstellungen und ein sehr nettes Publikum. Der Termin war so knapp gelegt und die Vorbereitungszeit begrenzt, weil wir uns bei der Impronale in Halle bewerben wollten. Mit den Aufzeichnungen des Formats haben wir das auch getan und sind prompt einer von vier Wettbewerbsbeiträgen geworden. Das heißt, wir spielen im November in Halle um den Improkal.

Hier unser kleiner Trailer für das neue Format:

[swf width=“425″ height=“344″]http://www.youtube.com/v/1f1-t-PapYk[/swf]

 

Der September hält für ZWIEBELFISCH noch einen Workshop bereit. Unter dem Titel „Begegne Deiner Kreativität" werden wir Anfängern und Fortgeschrittenen an einem Wochenende das kreative Geheimnis der Improvisation vermitteln. (Es sind auch noch Plätze frei.)

Kartenvorverkauf selber machen

Wenn man in einem Theater eine Vorstellung gibt, dann ist es selbstverständlich, dass das Haus den Kartenvorverkauf übernimmt. Was macht man aber, wenn der Aufführungsort keinen Vorverkauf anbietet? Dann muss man wohl oder übel die Sache selbst in die Hand nehmen – aber wie?

Mit meinem Improvisationstheater-Duo ZWIEBELFISCH wird es nächstes Wochenende die Premiere für unser neues Format Improjektion geben. Dafür haben wir einen besonderen Aufführungsort gebraucht, da wir mit Rückprojektionstechnik arbeiten werden. Der Raum, das Studio 70, bietet alles, was wir uns technisch wünschen können – dort haben wir sogar unseren begeisterten Illustrator gefunden. Nur ist es kein permanent bespielter Raum, der einen Kartenvorverkauf anbietet.

Um da nun Abhilfe zu schaffen, habe ich auf dem Event-Management-Portal amiando.com die Möglichkeit zum Kartenvorverkauf eingerichtet. Man kann dort für jede Veranstaltung eine Eventseite mit eigener URL erstellen, auf der man über Module Texte, Fotos, Wegbeschreibungen und so weiter einfügen kann.

Die Fülle an Funktionen ist sehr groß, so dass ich auch einige Tage gebraucht habe, um das System zu durchsteigen. Jedoch bekam ich gleich nach meiner Anmeldung am nächsten Tag einen Anruf, weil ich die erste Veranstaltungsseite nur angelegt und nicht gleich freigeschaltet hatte. Eine nette Frau fragte ganz unverbindlich nach, ob sie mir vielleicht helfen könnte und dabei fielen mir auch gleich einige Fragen ein, die man mir souverän beantwortete. Auf der einen Seite fand ich es schon etwas seltsam, gleich angerufen zu werden, aber auf der anderen Seite finde ich einen umfangreichen und erreichbaren Support bei einem Internetangebot, bei dem es um Geld geht sehr gut.

Also mein Fazit ist vorerst positiv – jetzt müssen nur noch die Karten verkauft werden. Wer mal einen Blick wagen will:

Improjektion am 14.08., 15.08. und 16.08.

Das Kreuz mit der Werbung

Es fällt mir von Text zu Text schwerer, einen guten Werbetext für improvisiertes Theater zu schreiben. Da man über den Inhalt herzlich wenig sagen kann, weil er sich erst am Abend durch die Ideen der Zuschauer ergeben wird, muss man über die Form schreiben.

Nun hatte ich eigentlich die dankbare Aufgabe über eine völlig neue Form zu schreiben. Mit meinem Duo ZWIEBELFISCH werden ich mitte August mit dem neue Format "Improjektion" sozusagen Premiere haben. Und trotzdem, es hat fast 2 Tage gedauert, eh ich einen Werbetext geschrieben hatte, den ich befriedigend fand.

Da die Geburt nun so schwer war, würde mich sehr interessieren, was Ihr von dem Text haltet und was Ihr Euch darunter vorstellt. (Natürlich habe ich auch nichts dagegen, wenn Ihr Euch die Termine merkt und es Euch anschauen kommt Wink )

Improjektion – als das Improvisationstheater zeichnen lernte

Endlich! Im Jahr 2009 ist es soweit: Der Improjektor wird angeworfen und beamt die Bildfläche für eine neue Dimension des improvisierten Theaters an die 3. Wand. In geschwinden Strichen erobert das Improvisations-Duo ZWIEBELFISCH den Hintergrund und nutzt ihn als Kulisse für ihre Geschichten, Dramen, Tragödien und Grotesken. Erleben Sie mit, wie das Improvisationstheater in eine völlig neue Dimension aufbricht. Entscheiden Sie durch Ihre Vorschläge und Ideen, wo sich das Spiel entfalten soll, denn alles was man sehen kann, ist möglich bei derImprojektion.  

Theaterblogs auf dem Webmontag Berlin

Heute Abend gab es wieder einen Webmontag in Berlin. Auf diesen freien und informativen Treffen können sich Internetprojekte vorstellen – von der Web-Community bis zur neusten Anwendung auf einer exotischen Programmiersprache.

Eigentlich hatte ich mich schon entschieden, diesen Webmontag nicht zu besuchen, aber dann erfuhr ich kurzfristig, dass Renate über theaterblogs.de sprechen würde. Also habe ich alles stehen und liegen lassen und mich in den newthinking store begeben. Darüber, was theaterblogs.de ist, brauche ich hier wohl nichts schreiben, aber ich fand es sehr angenehm Renate einmal persönlich kennen zu lernen. (Denn was nützen all diese Netztools, wenn man sie nicht zum Vernetzen im realen Leben nutzt?)

Wir haben sehr lang ein spannendes Gespräch über die Zukunft und die Möglichkeiten von theaterlogs.de geführt. Ich hoffe sehr, dass wir einige der Pläne umsetzen können und gemeinsam an dieser Platform arbeiten. Dafür hoffe ich auch, dass wir es bald zu einem Theaterblogger-Treffen in Berlin schaffen. (Zu gern möchte ich Euch mal im realen Leben kennenlernen!)

Erwärmen und Vorbereiten

Jeder Mensch ist anders, sicher, aber ich stelle hier einfach frech die These auf: Für eine professionelle künstlerische Performance braucht man eine gewisse direkte Vorbereitung (Erwärmung). Musiker spielen sich ein und Schauspieler erwärmen sich. Es gibt auch Leute, die behaupten, es wäre nicht so wichtig, jedoch stelle ich dann hinterher oft einen Leistungsschwäche fest. (Aus dem Improvisationstheater kenne ich einige schlechte Beispiele.)
Für mich habe ich festgestellt, dass ich eine fast 2stündige Vorbereitungszeit brauche. Dann habe ich die Zeit mich geistig, körperlich und stimmlich aufzuwärmen. Besonders für die Improvisation muss man sich auf JEDE Eventualität vorbereiten.
Mein kleines Programm besteht aus Dehnen, Lockern, warm Kneten
und Laufen (am liebsten über die Bühne). Dann folgt Assoziiren, Reimen und Fingerübungen im Storytelling. Abschließend noch eingrouven mit dem Musiker und Lieder zu jeder Gemütslage singen.
Leider wird mein Programm oft von äußeren Umständen unterbrochen, sonst würde es vielleicht nur 80-90 Minuten benötigen. Habe ich es aber absolviert, kann an einem Abend kaum noch etwas schief gehen.
An dieser Stelle würde mich daher interessieren, liebe Kollegen, was Ihr so zur Vorbereitung macht und wie lang es mindestens dauert?

Und schön wars!

Mittwoch Abend waren die Wortlichter aus Schwerin zu Gast bei der Freien Studentenbühne Eberswalde. Und wie gesagt, es war schön.

Wie ich bereits in der Ankündigung schrieb, bietet das Improvisationstheater die tolle und einzigartige Möglichkeit sich Gäste einzuladen, mit denen man gemeinsam am Abend auf der Bühne spielen kann. Wenn man sich dann auch noch so nette Gäste einläd, mit denen man umgehemmt experimentieren darf, steht einem tollen Abend nichts mehr im Weg. Neben einem Migrationsmatch, bei dem die Mannschaften als „Strafe“ einen Spieler abgeben müssen, versuchten wir in der ersten Hälfte eine Langform, den „Lotus“.

An dieser Stelle möchte ich mich auch einmal bei den treuen Fans der FSE bedanken, die jedes Experiment mitmachen und sich aber auch kritisch äußern. Vielen DANK!

Bei so lieben Gästen und solch einem treuen Publikum ließ sich auch die traurige Wahrheit besser ertragen: Die FSE wird es so, wie sie jetzt ist, nicht mehr geben. Mit Ende des Semesters werden die meisten FSEler die Studentenbühne verlassen. Das Leben geht weiter und so müssen auch die Studenten weiter ziehen. Da jedem Ende schließlich auch ein Anfang inne wohnt, werde ich mit dem nächsten Semester noch einen neuen Versuch starten. Neue Leute mit denen man von ganz vorn anfangen kann. Impro von den Wurzeln. Irgendwie freu ich mich darauf.

Wir bekommen Besuch – die Wortlichter beehren uns!

Was gibt es schöneres, als sich auf netten Besuch zu freuen? Eigentlich nicht viel mehr, als der Augenblick, wenn er dann endlich da ist und mit einem auf der Bühne steht. 😉

Das Improvisationstheater bietet die einzigartige Möglichkeit sich andere theaterspielende Gruppen einzuladen und mit ihnen einen schönen Abend lang zusammen zu spielen. Natürlich kann sich jedes Theater ein Gastspiel einladen, aber keiner von den eigenen Schauspielern kann mal so eben am Abend mit auf die Bühne springen. 

Die Freie Studentenbühne Eberswalde wird am kommenden Mittwoch die Wortlichter aus Schwerin als Gäste begrüßen dürfen. Wir haben alle Planungne geändert und uns dann letztlich doch Gäste eingeladen. Viele Mitspieler werden die FSE zum Ende des Semesters verlassen, da sie ihr Studium beendet haben oder aus anderen Gründen fort müssen. Da bietet sich doch ein Fest mit Freunden an.

 

Mittwoch, 1. Juli 2009
20:30 Uhr
Studentenclub Eberswalde
Schicklerstr. 1
16225 Eberswalde

Eintritt frei, Spende erbeten

 

 

Das Meiste war improvisiert

(kleiner Statusbericht) Es gibt mich noch… Jetzt habe ich fast einen Monat lang nichts geblogt. Aber der letzte Monat war, was Theater betrifft äußerst interessant. Die letzten drei Wochenenden standen im Zeichen des improvisierten Theaters.

Über Himmelfahrt war ich bei einem Workshop mit Steven Sims von den Crumbs. Er hat meinen Blick auf die Improvisation verändert. Er hat mir in seiner äußerst klaren und strukturierten Art eine ganz neue Dimension eröffnet. Es geht mehr als alles andere um Rhythmus, Beat und Ruhe. Gemeinsam mit Lars von ZWIEBELFISCH war ich da und wir werden unsere neuen Erkenntnisse in unser Spiel einbringen – schon morgen.

Das Wochenende darauf (Pfingsten) war ich mit einigen FSElern in Barnin in der Nähe von Schwerin. Dort gab es einen Workshop mit den netten Leuten von den Wortlichtern sowie Impromtü. Wir durften das Konzept BilderLeben von Brehamwi Schweber kennenlernen.

Und am vergangenen Wochenende gab es ein spannendes Nachtreffen der Workshopteilnehmer von Steven Sims, einen Auftritt der FSE zum Capusfest der Fachhochschule Eberswalde und vorbereitende Trainings für den Juni-Auftritt von ZWIEBELFISCH in der Theaterkapelle. (Mal sehen, wieviele nette Menschen diesmal unserer Show beiwohnen werden…)