Schöne Layouts selber machen mit Scribus

Logo von ScribusAus aktuellem Anlass, habe ich mich gestern in das Open-Source-Puplishing-Programm Scribus eingearbeitet, um einen Flyer und ein Plakat zu erstellen. Wie man so mit neuen Programmen umgeht, legt man erst einmal los. So habe ich das auch gemacht, aber leider ohne Erfolg. Nach kurzer Zeit begriff ich, dass ich das Prinzip nicht verstehe und habe das Tutorium "Einstieg in Scribus" gelesen. Es ist nicht lang, erklärt alle wichtigen Funktionen und versetzte mich in die Lage meine Vorhaben milimetergenau umzusetzen.

Nie wieder Flyer, Plakate und ähnliches mit Word erstellen! Danke Scribus, danke Open-Source-Entwickler!

Wikipedia 

Freie Studentenbühen Eberswalde sucht Nachwuchs

Seit Jahren leite ich die Frei Studentenbühene Eberswalde der seit neuestem umbenannten HNE Eberswalde (Hochschulde für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde), vorher bekannt unter FH Eberswalde. Seit einigen Jahren spielen wir improvisiertes Theater und das im Umfeld von Berlin und Brandenburg auch recht erfolgreich.

Zu Beginn eines neuen Semesters kann man bei uns einsteigen und mitspielen/lernen. Die Improvisation braucht jedoch ein paar andere Fähigkeiten als klassisches Theater, in dem man Texte auswendig lernt. Aber dafür kann man die Techniken dann auch gut für Studium, Beruf und das Leben im allgemeinen verwenden.

“How important is improvisation? There are only three areas in which improvisation will help you: auditioning, performing and living.”* – Greg Atkins aus seinem Buch “Improv! – A Handbook for the Actor”

Wer also Lust am Spielen hat und gern etwas mehr über Improvisation, sich und das Leben herausbekommen möchte, der kann sich einfach melden oder kommt zu einer Probe:

Immer Mittwochs: Stadtcampus, Haus 2, zweite Etage (Seminarraum gegenüber der Klos 😉 ), ab 18 Uhr. Oder eine E-Mail schreiben an dieFSE[ät]yahoo[punkt]de (alles in den eckigen Klammern bitte entsprechend ersetzen). 

*”Wie wichtig ist Improvisation? Es gibt nur drei Bereiche, in denen dir Improvisation helfen wird: beim Vorsprechen, beim Auftritt und beim täglichen Leben”

Mut zum improvisierten Risiko

Wie bekommt man wieder mehr Aufmerksamkeit unter den Spielern auf die Bühne? Die Frage haben wir uns gestern auf einer Probe gestellt. Nach einiger Diskussion kamen wir zu dem Schluß, dass es all die Verabredungen des Improformats sind, die uns davon abhalten aufeinander zu hören.

Wir beobachteten gar, dass man mit der haltung am Bühnenrand stehen kann: "Ich denke nur in Ruhe nach, da ich ja nichts falsch machen möchte!" Ein zu gut gemeintes Zuviel an Verabredung (und hierbei geht es nur um Struktur, nicht um Inhalt) kann jede Einfühlung für die Mitspieler erlahmen lassen.

Konsequenter Weise haben wir aus dieser Erkenntnis heraus einfach alle Verabredungen fallen gelassen und werden uns am Donnerstag völlig frei in die Improjektion stürzen.

Den ersten Erfolg dieser Rückbesinnung spüre ich schon jetzt: Ich bin inspiriert!

Nachrichten aus und für die Improszene – Projekte-Projekte #2

Mein zweites großes Projekt aus 2009 für 2010 trägt den schönen Namen Impro-News.de und ist eine Nachrichtenseite für die Improszene in Berlin und Brandenburg. Dieses Blogprojekt hat aber zwei Väter: Marco Brüders (spielt bei den Changeroos) hatte die ursprüngliche Idee zu einer Newsseite. Diese erzählte er mir beim typischen Feierabendbier nach einem Auftritt: Er dachte an einen News-Blog, der über die Improvisationsszene in Berlin und Brandenburg berichten solle. Die Idee fand ich gut und war sofort dabei.

Nach ein paar Überlegungen und einem kurzen Treffen wurde eine Domän gesichert und mit WordPress ein Blog erstellt – sowas geht ja heutztage fast von selbst. Nachdem Impro-News.de im November und Dezember in der Test- und Startphase war, kann man sehr deutlich sehen, wie die Besucherzahlen im Januar und Februar hochgeschnellt sind. Wir haben momentan durchschnittlich 100 eindeutige Besucher pro Woch auf Impro-News.de. Für mich ist das ein riesen Erfolg, da ich weiß, wie schwer es ist, sich mit einer neuen Seite zu etablieren.

Die Themen reichen von Auftrittsankündigungen, der Vorstellung von Impro-Gruppen und Kritiken bis hin zu technischen Hinweisen, Gedanken zum Thema Improvisation und Fundstücken aus dem Netz. Räumlich beschränkt sich die Seite auf Berlin und Brandenburg, ist aber für alle offen. Wenn also jemand eine Lokalredaktion in einem anderen Bundesland oder Ballungsgebiet aufmachen möchte, unterstützen wir ihn gern. Jeder kann sich beteiligen!

www.impro-news.de

Mehr Hintergrundinfos gibt es hier unter: www.impro-news.de/was-ist-impro-news/. Man findet Impro-News.de auch auf Facebook und Twitter – wir sind also verfolgbar!

 

Anfängerfehler und Variationen

Bei einer Improprobe gestern, bin ich mal wieder auf einen Zusammenhang gestoßen, den man nicht hinten runter fallen lassen darf: Was zu Beginn ein Anfängerfehler ist, kann man auch als Variation verstehen.
Wenn man als zweite Person in eine improvisierte Szene kommt, sollte man vorher den bereits spielenden Partner genau beobachtet. Sein Spiel birgt so viele Vorgaben (Mimik, Gestik, pantomimische Gegenstände), die das Publikum gesehen hat und erfüllt sehen will und der hereinkommende Spieler kann genau überlegen, wie er die Rolle seines Partners am besten unterstützen kann. Das sind die Grundlagen einer guten Szene und das Fundament einer tragenden Geschichte.
Bei Anfängern sieht man oft den Fall, besonders in Shows, wenn der Moderator eine Spieleranzahl für das nächste Game vorgibt, das zwei oder gar drei Spieler auf der Bühne stehen und gleichzeitig beginnen. Dies führt meist zu einigen Minuten Kampf, um zu klären, wer sich wo befindet oder gar zu drei parallelen Szenen. Daher sage auch ich beim Unterrichten immer wieder: Einer nach dem Anderen, Zug um Zug, schaut genau hin!
Gestern haben wir es genau anders gemacht. Zwei Spieler beginnen am gleichen Ort jeder mit einer bestimmten inneren Haltung. Und da war sie sofort, diese kurze Minute des Kampfes, in der man gleichzeitig wahrnehmen, etablieren, akzeptieren, rechtfertigen und dabei noch entspannt spielen soll. Es fühlte sich für mich wie ein Fehler an, obwohl es doch nur eine Variation ist, eine Szene zu beginnen. Denn wir haben den Anfang gemeistert und die Zuschauenden waren gespannt, wie wir die Aufgabe lösen.
Fazit: Regeln nicht als Richtig oder Falsch definieren, sondern als sicher Weg und gefährlicher Gebirgspfad, denn zum Ziel führen sie beide.

Das offene Match – Changeroos vs. die Freie Studentenbühne Eberswalde

Am Samstag geht für die Freie Studentenbühne Eberswalde das Semester im Sinne von Theater und Improvisation zuende. Den fulminanten Abschluss bildet ein Match mit den Changeroos aus Berlin. Auf ihrer Hausbühne, der Brotfabrik in Weißensee, heißt es am Samstag um 20:00 Uhr Bühne frei für diese epische Auseinandersetzung zweier befreundeter Improgruppen. Es wird natürlich auch kein klassisches Impromatch geben, sondern ein Match mit freien Herausforderungen – man darf also gespannt sein!

Es wird auf alle Fälle sehr unterhaltsam, denn ein Match setzt meist ungeahnte Energien frei, auch unter Freunden. Ich freu mich drauf…

Hier die Rahmendaten:

Impro-Match: Changeroos vs. die Freie Studentenbühne Eberswalde
Wann? Sa. 13. Februar 2010, 20.00 Uhr
Wo? Brotfabrik, Caligariplatz / Prenzlauer Promenade 3 13086 Berlin,
Tel.: 030 471 40 01/02
Wieviel? 8,-/6,-€

 

Impro in Eberswalde – „Ein Wort zu hundert Geschichten“

Und schon wieder ist ein Semester vorbei – so schnell kann es gehen, würde ich sagen. Die Freie Studentenbühne Eberswalde (FSE) hatte zu Semersterbeginn viele neue Studenten aufgenommen, sich gerade neu formiert und nun soll sie am Mittwoch (20.01.10) schon auf der Bühen stehen? Doch wenn ich zurückrechne, dann sind da drei Monate ins Land gegangen, die wir mit Proben verbracht haben. Hauptsächlich lag unsere Augenmerk auf der Entwicklung von Geschichten und Charaktären.

Darum wird es zu diesem ersten und das Semester abschließenden Auftritt auch keine Improshow mit Spielen geben. Soweit sind wir garnicht gekommen, wir haben uns auf die wichtigen Basics konzentriert und dass werden wir zeigen. Es wird genauso unterhaltsam sein, da bin ich mir ganz sicher,

Ein Wort wird den Abend und zu hundert Geschichten inspirieren. Man kann also sehr gespannt sein, was die Bühne des Studentenclubs Eberswalde zu sehen bekommt.

"Ein Wort zu hundert Geschichten"
improvisiertes Theater von der Freien Studentenbühne Eberswalde
am 20.01.10 um 20:30 Uhr
im Studentenclub Eberswalde

Plakat_FSE_20.01.10

Projekte Projekte #1

Eigentlich wollte ich einen Jahresrückblick schreiben, schon nach Weihnachten, aber da schreiben schließlich alle ihre Rückschauen. Deshalb gibt es nun eine Vorschau auf dass, was aus 2009 "übrig" ist.

Beginnen will ich mit ZWIEBELFISCH, meinem lieblings Improtheaterprojekt. Wir haben 2009 ziemlich viel erlebt und zumindest dazu gibt es hier eine ausführliche Zusammenfassung. Aber ich will ja nicht zu weit in die Vergangenheit blicken: Am Wochenende standen wir mit unserem Format Improjektion auf der Bühne und nun wissen wir, dass wir es demnächst donnerstags in einem festen monatlichen Rhytmus aufführen wollen.

Neben dieser festen Größe wird es bald auch noch ein weiters neues Format geben und hier meine ich nicht Imperfekt, dass am 21. Januar 2010 im DDR-Museum Berlin Premiere hat, sondern noch etwas Neueres. Dieses Format wird das tagesaktuellste Improvisationstheater auf Berliner Bühnen sein und ebenfalls im Studio 70 laufen.

Mehr kann und will ich aber an dieser Stelle noch nicht verraten.

 ZWIEBELFISCH

Kinder und Tiere

Auf einer Theaterbühne sind meiner Erfahrung nach bestimmte Charaktere einfacher darzustellen als andere: zu den schwierigsten zählen wohl Kinder und Tiere.

Bevor man solch eine Figur darstellt, muss man meines Erachtens eine wesentliche Entscheidung treffen, ob man sie „realistisch“ oder „abstrakt“ spielt. „Realistisch“ bedeutet, dass man sich in beiden Fällen der Sprache beraubt und auf allen Vieren oder zumindest auf den Knien spielen muss. In vielen kleinen Theatern verschwindet die Figur damit in einen schlechten Blickwinkel und rutscht schnell in nebenfigürliche Bedeutungslosigkeit. Abstrahiert man aber die Figur, spiel man ein Kind im Stehen. So hat man mehr Möglichkeiten in der Bewegung, im Ausdruck und man fühlt sich als Spieler nicht in eine blöde Lage gebrachte. Spricht die Figur aber wie ein Erwachsener, bekommt sie schnell zuviel bissigen Witz und zieht allen Fokus von den „normalen“ Figuren im Umfeld ab. Wirkt sie hingegen im Gestus wie ein Erwachsener, spricht und handelt jedoch wie ein Kind, bekommt sie leicht den Anschein zurückgeblieben zu sein. Ein Dilemma!

Bei Tieren ist es ähnlich, obwohl man sich hier bei der Abstraktion elegant auf einen Menschen mit tierischen Attributen zurückziehen kann. Dabei darf jedoch nicht die dünne Grenze zwischen Karikatur im Sinne der Szene und Überhöhung zum Schaden der Geschichte überschritten werden.

Was also tun? (Diese Überlegungen beziehen sich vorrangig auf das improvisierte Theater.) Wenn es irgendwie möglich ist, sollte man am besten Kinder und Tiere panthomimisch andeuten. Besonders bei „realistischen“ Tiere empfiehlt sich dies als erste Wahl, denn sie lassen sich zum Einen nicht plastisch genug nachbilden und zum Anderen werden sie unter diesen Umständen keine Dialogszene halten (Und selbst wenn, kann man hier immer noch auf eine Stimme aus dem Off zurückgreifen.)

Bei Kindern ist die Entscheidung schon ungleich schwerer, sie können natürlich sprechen und selbstverständlich auch die Hauptrolle übernehmen. Was also tun? Ich habe ehrlich gesagt keine Lösung für diese Frage. Das führte bei einer der letzten Aufführungen sogar dazu, dass ich zwar ein vierjähriges Kind spielen sollte, wir uns aber nur langsam an dessen Geburt herangearbeitet haben. Daher auch dieser Blogpost, denn wo sollte man besser seine offenen Überlegungen ablegen, als im Weblog.

Improvisation und Geschichte

Improvisiertes Theater birgt immer die Gefahr, dass man sich an Inhalte wagt, die man nicht zu bewältigen weiß. Zum einen sind das Inhalte, die immer gefährlich sind, weil sie weit unter der Gürtellinie eines durchschnittlichen Publikums liegen. Da sei nicht nur an Geschmacklosigkeiten gedacht, sondern an die gesamte Bandbreite menschlicher Abgründe. Zum anderen sind dies Inhalte, die nah an der Realität liegen, wie historische Ereignisse. Hier kann man zwar genauso die Gefühle von Menschen verletzen, jedoch ist die falsche Darstellung nur dann bühnen reif, wenn es sich um eine gelungene Persiflage handelt. Doch wirklich lustig kann man sich wiederum nur über etwas machen, das man auch gut kennt. Hier scheitern leider die meisten Improspieler, da es ihnen bei der unendlichen Themenvielfalt am unendlichen Sachverstand fehlt.

Am 9. November hatte ich das Vergnügen, einem musikalischen Abend beizuwohnen, der um das Thema deutsche-deutsche Teilung kreiste. Improvisatorisch wurden die Lieder aus der Vor- und Nachwendezeit von den Changeroos, die mit ein paar geschickt ausgewählten Szenen etwas DDR-Alltag auferstehen ließen, begleitet. Die verwendeten Spiele ließen die Frage nach historischer Wahrheit nicht aufkommen und vermittelten den Zuschauern klar eine humoristische Distanz. Was für solch einen Rahmen und Abend auch völlig in Ordnung ist.

Bei mir blieb aber die Frage, wie kann man es schaffen, sich mittels Improvisation eines historischen Themas anzunehmen? Wie ist es möglich historische Fakten und freies Spiel zu verknüpfen? Wenn man dafür einen unterhaltsamen Weg findet, kann man die Improvisation sicher auch als didaktisches Mittel einsetzen.