Podcast: Moderation

Auf dem derzeit laufenden 3. Potsdamer Improvisationstheater Festival moderiere ich hauptsächlich in den Shows. Moderation ist interessanter Weise für viele Improspieler etwas Unangenehmes. Sicher ist es nicht immer leicht als erster auf die Bühne zu gehen, den ersten Kontakt aufzubauen, für das Gelingen der Show verantwortlich zu sein und wenn nötig  Szenen zu schneiden und zu beenden. Aber man kann einiges tun, damit man sich gut fühlt und die Verantwortung leichter zu tragen ist. Darüber sprachen wir in der neusten Folge von FrequenzImpro: 

Frequenzimpro Folge 025: Moderation

Podcasts über Applied Improv

In dieser Woche sind wieder einige Podcasts mit und von mir erschienen.

Mit Claudie Hoppe führte ich ein zweiteiliges Gespräch über die Applied Improv World Conference 2013 in Berlin. Wir tauschten uns über unsere Erlebnisse auf der Konferenz aus, was eine ganz brauchbare Zusammenfassung ergab. Das Gespräch ist auf Impro-News.de erschienen:

Podcast: Applied Improv World Conference 2013 in Berlin

Ebenfalls auf Impro-News erschienen ist Ausgabe Nr. 034 der Improv World News. In dieser Folge sprachen Macro und ich über die britisch/amerikanische Impro-TV-Show „Whose Line is it Anyway?“ und ihren unbestreitbaren Einfluss auf die Welt der Improvisation.

Improv World News – Episode 034 – 18.10.2013 – Whose Line is it Anyway?

Viel Spaß beim Reinhören!

Eine Woche voller Impro

Was eine Woche. Sie war voller Improvisation in geballter Form. Und da das hier ein Weblog ist, also ein Tagebuch, da führe ich doch mal Buch…

Montag

Gut, der Montag war kein Bühnentag. Aber ich war noch mit den tollen Leuten von BATS Improv aus San Francisco unterwegs. Macro hat zu deren tollen Show am Freitag im BühnenRausch einen guten Artikel auf Impro-News.de geschrieben: „Starke Frauen aus San Francisco: BATS Improv“

Dienstag

Der Dienstag war dann ein voller Improtag: Auf der Bühne der Brotfabrik Berlin spielten wir (das Theater ohne Probe) „Im Sinne von Brecht“. Dabei traf Punkland auf den Überwachungsstaat und das als Film Noire. In starken Bildern konnten wir einen bissigen Kommentar zur Diskussion um NSA, Überwachungsangst und Sicherheitswahn liefern. Für mich waren die beiden letzten Szenen besonders gelungen, denn in der einen hatte wir wirklich die Zuschauer emotional im Bann und schafften die geforderte Verfremdung im Sinne von Brecht. In der letzten Szene entdeckten wir einen neuen Verfremdungseffekt und brachten inhaltlich die Frage um den Grad der Freiheit auf den Punkt. Der Meister hätte damit zufrieden seien können.

Eine weitere Besonderheit des Abends war das Publikum. Neben einem Gast aus den Staaten, saß eine komplette Improtheatergruppe aus Hamburg im Zuschauerraum. Die Schiller Killer befanden sich zu der Zeit auf Tour und beehrten uns spontan mit ihrem Besuch. Die Gespräche nach der Show in der Kneipe der Brotfabrik waren ein Genuss.

Mittwoch

Am Mittwoch gab es das erste Training an der Hochschule in Eberswalde. Noch gibt es Gelegenheit und Platz für Studenten und Eberswalder sich auszuprobieren.

Donnerstag

Am Donnerstag ging es wieder einmal nach Schwerin ins werk3. Dort spielten wir einen improvisierten Krimi. Nachdem wir in der ersten Hälfte des Abends vier Charktere und deren Beziehungen entwickelt hatten, entschied das Publikum zum Beginn der zweiten meine Rolle sterben zu lassen. Dafür durfte ich als Kommissar wieder auferstehen und den Mord aufklären, was mir aber leider nicht gelang. Damit landete der Kommissar dort, wo unser Abend als Ausgangspunkt begonnen hatte: Auf dem Arbeitsamt. Aber das Publikum war glücklich, wir hatten viel Spaß und alle gingen zufrieden nachhause.

Freitag

Nach dem Ausschlafen stand dann Potsdam auf dem Plan, denn jeden zweiten Freitag im Monat gibt es im KuZe „Impropedia“. Diesmal war die Regisseurin und engagierte Theatermacherin Sina Schmidt zu Gast. Sie erzählte über Uniater, Stücke über SPAM-Mails und barocke Opern. Wie immer bei Impropedia wurde das Interview von einer Improgruppe angereichert. Diesmal waren es Thomas Zug und Dennis Döhler aus Berlin, die mit sichtlich viel Spaß Opern, Horror oder Geburten auf die Bühne brachten. Ein schöner Abend, von dem mir nachhaltig bleibt, dass ich sehr inflationär das Wort „genau“ gebrauche.

Was eine Woche. Sie endete heute in einer dreistündigen Podcastaufnahmesession über die Applied Improv Network Konferenz in Berlin. Das kommt aber alles erst in der kommenden Woche 🙂

Impro in Eberswalde an der HNEE

Das Wintersemester startet und ich gebe der Freien Studentenbühne Eberswalde eine neue Chance. Mittwochs werde ich wieder ein Training an der Hochschule anbieten, um Interessierten das Improvisieren zu lernen. Das schöne in Eberswalde ist, dass es mit dem Studentenclub auch eine hervorragende Auftrittsmöglichkeit gibt. Wer also Lust hat in die unerwartete, spontane, befreiende, witzige und sensationelle Welt des Improtheaters einzusteigen, komme vorbei.

Mittwochs 18:30 bis 21:00 Uhr – ab 9.Okt.!
Stadt-Campus Haus 2 (Mensagebäude),
1. Stock, Raum 02.114

Flyer Proben 2013 Freie Studentenbühne Eberswalde

Flyer Proben 2013 Freie Studentenbühne Eberswalde

Beyond und noch darüber

Wenn ich ehrlich bin, dann mag ich kein Varieté. Mich stört, dass oft einfach nur eine Nummer an die andere gereiht wird, ohne Zusammenhang, alles mehr Leistungsschau als Unterhaltung und wenn man Pech hat, wird das Ganze noch übertrieben schrill von einem Moderator übergelitten. Daher hatte ich auch Bauchschmerzen, als mich das Chamäleon Theater in Berlin zu ihrer neuen Show Beyond eingeladen hatte. (Wie ich zu dieser Ehre gekommen bin, habe ich hier ausführlich beschrieben.) Nun bin ich aber froh, doch sehr positiv über diesen Abend schreiben zu können, denn die Show Beyond war gut.

Beyond kann unter anderem „jenseits“ oder auch „darüber hinaus“ bedeuten. Für die australische Truppe Circa um Regisseur Yaron Lifschitz bedeutet es auf alle Fälle auch „in Übersee“. Aber warum waren die Australier nun gut? Sie ließen als Erstes die Moderation weg und schafften es die einzelnen Bestandteile durch kleine bis weilen sehr witzige Aktionen zu verbinden. Dabei finden immer wieder riesige Hasenplüschköpfe Verwendung. Sie erzählen aber keine Geschichte. Vorher hatte ich zwar irgendetwas von Alice im Wunderland gelesen, aber das bleibt nur in Sachen Nagetier Zitat.

Wenn ich meckern wollen würde, dann genau hier: Warum gibt es so wenig Geschichten im Varieté? Warum kein Mut zu einer Handlung? Niemand verlangt vielschichtige Charaktere, die in parallelen Handlungssträngen Philosophische Fragen von allen Seiten beleuchten. Aber eine kleine, dünne Handlung? Ja, dafür müßte man die ein oder andere Nummer umdeuten oder rauswerfen. Wie schwer das mit Akrobaten ist, weiß ich genau, aber das ist kein Grund es nicht zu versuchen. Zumal wenn da ein Ensemble auf der Bühne steht. Aber keine Angst, ich konnte den Abend genießen, weil es doch immer wieder kleine Geschichten und Menschlichkeiten gab.

Die gezeigte Akrobatik ist schön, zum Staunen gekonnt, was für Könner und Könnerinnen auf ihrem Gebiet. Es macht einfach Spaß diesen Akrobaten zu zuschauen. Es werden hohe und Höchstleistungen geboten, die aber nie angestrengt wirken und immer noch ironisch einen drauf setzen. Schönheit und Ästethik stehen im Vordergrund und das kommt auch an. Viele Münder sind offen, als zum Beispiel mitten im Saal am Seil der Liebe nach „geturnt“ wird (wenn für meinen Geschmack da aber etwas zu hektisch). Und es wird gelacht – laut und leise. Manchmal über witzigen Klamauk, manchmal über großen Humor. Eine unterhaltsame Mischung.

Dieser Abend war ein guter und sehr unterhaltsam. Er war zutiefst inspiriert vom Cirque Nouveau, voller kleiner Geschichten, wenn auch ohne eine Große. Intelligente, beeindruckende Unterhaltung, die mich verführt hat und die ich auch guten Gewissens weiterempfehlen kann. Danke.

www.chamaeleonberlin.de