Die Freie Studentenbühne Eberswalde ist am Anfang eines jeden Semester immer wieder für die Aufnahme neuer Mitspieler bereit. Seit das Studium auf Bachelor und Master umgestellt wurde, haben die Studenten vermeintlich weniger Zeit, worunter als erstes ihr Engagement rund um das Studentenleben leidet. Das merken nicht nur die Gremien, sondern auch Theater- und andere Hochschulgruppen.
Deswegen haben wir uns dieses Jahr etwas besonders überlegt und bieten die nächsten 4 Wochen für die ersten 90 Minuten unserer wöchentlichen Proben einen kostenfreien Workshop an. Gestern hieß es also zum Einstieg: Schnupperkurs Improtheater. Es waren sechs interessierte Studenten erschienen und ich hatte mir folgenden kleinen Workshop überlegt.
0. Einführung: Was ist Improtheater?
1. Ankommen und WarmUp
Hier ging es mir um leichte körperliche und geistige Erwärmung, die ich mit dem Lernen der Namen verbunden habe. (Wenn es nicht mindestens 2 Namensspiele gibt, bin ich völiig aufgeschmissen.) Nach einem Raumlauf, wobei der erste sanfte Körperkontakt provoziert wurde, ging es in die ersten schauspielerischen Handlungen.
2. Gruppenbildung und Selbsterfahrung
Unter diesem Punkt war mir wichtig, dass man sehen kann, was andere über einen denken (Wir haben einen Vorstellungskreis abgehalten, in dem jeder seinen nur mit Namen bekannten Nachbarn vorstellen sollte – sehr unterhaltsam.). Und als zweiter sehr wichtiger Schritt für die Improvisation stand noch eine Übung zum Akzeptieren auf dem Plan – hierbei ging es mir besonders um die Einführung des Begriffs.
3. Was kann ich?
Der dritte Abschnitt war etwas länger geplant und bestand dann "nur" aus zwei Übungen, bei denen es einmal um Ideen und starke emotionale Reaktionen ging. Hier wollte ich zeigen, dass wir es in der Hand haben, wie gut wir mit dem anderen spielen und wirken. Und zum zweiten um Stress und wie gut wir mit unseren Mitspielern kommunizieren müssen.
4. Auf die Bühne!
Zum Abschluss haben wir unter Ortsvorgaben begonnen kleine Szenen zu spielen, langsam Schritt für Schritt. Dabei konnten die Begriffe und Konzepte von "Zug um Zug", "Angebote", "Veränderung" und "Beat" aufgezeigt werden.
Damit waren die 90 Minuten mehr als ausgereizt und wir setzten uns noch für eine kleine Abschlussrunde zusammen. Mit dem Workshop bin ich so ganz zufrieden, denn ich glaube, damit die wichtigsten Impro-Konzepte auf unterhaltsame Weise vermittelt zu haben.
Die Abschnitte 1 bis 4 sind übrigens von Radim Vlceks Buch "Workshop Improvisationstheater" inspiriert.