Kino kann so gut sein

Ich hatte filmisch seit Samstag ein echtes Kontrastprogramm. Zur Prime Time gab es Operation Walküre mit Tom Cruse. Über den Inhalt will ich garnicht urteilen, aber über die schauspielerische Leistung und die Entwicklung der Figuren.

Die in Walküre verwendeten Schauspieler, inclusive des Stars, fand ich nicht schlecht, aber man hatte sich nur wenig um sie gekümmert. Sie spielten was man ihnen aufgetragen hatte. Wirklich erschreckend war, dass man zu Beginn des Films alle Figuren mit einer festen Meinung kennen lernt. Der Weg der Entscheidungsfindung wurde nicht gezeigt – die einen waren Nazis und die anderen dagegen. (Das ist einfach öde…)

Dafür sah ich gestern "Der fremde Sohn" von Clint Eastwood. Wer hätte es gedacht, Eastwood schaft es Figuren zu gestalten und Absichten, Ängste, Mut und Gefühle zu erzählen. Leise und unaufdringlich arbeiten die Schauspieler und nehmen einen mit in die Zeit und die Geschichte. Beide Hauptdarsteller (Tom Cruse und Angelina Jolie) sind nicht unbedingt unumstritten, was ihre spielerisches Können betrifft – aber ein begnadeter Regisseur kann soviel wunderbares erreichen und Kino so gut sein…

Für Interessierten hier noch ein Link zu Originalbildern zum Northcott Fall von dem der Film "Der fremde Sohn" erzählt. Einfach dem Link zur Los Angeles Public Library folgen und "Walter Collin" oder "Northcott" eingeben.

Linkt zur Bilderdatenbank der LAPL.

 

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5 Gedanken zu “Kino kann so gut sein

  1. Ok. Das ist interessant. ich bin nämlich die ganze zeit am überlegen, ob ich mir „der fremde sohn“ ansehen oder nicht. ich schätze clint eastwood sehr, besonders als regisseur und ich glaube er hat bei dem film auch komponiert oder so ähnlich?!
    ABER frau jolie geht mir leider auf die nerven. tatsächlich glaube ich, daß sie eine ziemlich gute schauspielerin ist, wenn gut geführt, nur durch dieses ganze gedöns um ihr privatleben wird es mir schwer gemacht, ihr eine filmrolle abzunehmen.
    Nun denke ich, Du bist mein zünglein an der waage 😉

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  2. „Der fremde Sohn“ habe ich gerade letzte Woche im Kino gesehen.
    Tja, was soll ich sagen: mag sein, daß Frau Jolie eine gute Schauspielerin ist, ich sehe sie und denke ständig an „Brangelina“ und daß ich just am selben Tag eine Schlagzeile las, daß sie Peitschen-Sex mit Brad Pitt gehabt habe… will ich nicht wissen – kanns aber nicht vergessen. Ein Super-Beispiel dafür, wie sehr einem Prominenz im Wege stehen kann… 😉
    Insgesamt zelebriert mir der Film ein wenig zu sehr Frau Jolie, die Geschichte ist relativ-typisch-amerikanisch. Es ist ein ganz guter, solider Film (und ja, auch die Musik stammt von Clint Eastwood), den man sich ansehen und von dem man sich berühren lassen kann

    „Operation Walküre“ schaue ich mir nicht an, weil ich Scientology nicht mehr als nötig unterstützen mag (aus dem gleichen Grund sehe ich mir auch „7 Lives“ nicht an). Außerdem finde ich es ausgesprochen schräg, mir einen Film auf englisch anzusehen, in dem alle behaupten, sie seien Deutsche…
    Tom Cruise ist ein guter Schauspieler, das hat er in „Magnolia“ beweisen können.

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  3. So, bin gerade aus dem Kino zurück. Sehr positiv überrascht. Fand ich ausgesprochen gut. Clint Eastwood hat ganze Arbeit geleistet. Das Setting ist toll, die Schauspieler durchweg super, mir gefällt die Stimmung, die Kamera und 2einhalb Stunden Spannung muß man auch erstmal schaffen. Angelina Jolie ist richtig gut. Punkt. Nur sie sollte unbedingt mal eine Stulle essen. Viel zu dünn! Die Szene, wo sie "gereinigt" wird, man oh man, man kann die Rippen einzeln zählen. Für einen Moment war ich in Schindlers Liste. Wahrlich zuviel des Guten. Ansonsten aber ein wirklich guter Film, den ich uneingeschränkt empfehlen kann!!!

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  4. Danke für Deine Eindrücke! Es freut mich, dass Dir der Film auch so gut gefallen hat. Es ist sicher kein Film, den man sich mal so ab und zu ansieht, weil er so nett ist, aber er ist wirklich weiterempfehlenswert.
    Das Frau Jolie etwas mehr auf den Rippen vertragen könnte ist wohl wahr… Was den Einwurf von Claudia betrifft, so kann ich sagen, dass ich den Starklatsch fast gänzlich an mir vorbei gehen lasse. Zugegeben ist es schwierig, sich manche Schauspieler in andere Rollen zu denken, wenn sie vorher fest mit einer herausragenden Figur assoziiert sind. (Bei Jolie habe ich das Problem nicht.)

    Was Tom Cruise und die Scientologen betrifft, so habe ich diese bedenken auch, aber es gab für mich ein paar überwiegende Gründe, dieses Argument hinten an zu stellen:
    a) Irgendwie bin ich auch Historiker und politischer Mensch und muß mir für mein Urteil einen eigenen Eindruck verschaffen.
    b) Ich kenne direkt und indirekt Leute, die an diesem Projekt mitgewirkt haben und war daher neugierig.
    c) Da ein Großteil der Produktion in Deutschland entstanden ist (Babelsberg GmbH und so), hoffe ich, dass gerade meine 4 Euro hauptsächlich in das Off-Kino in dem ich war und den deutschen Anteil der Produktion fließen (ist natürlich nur eine Hoffnung).

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