„Akim rennt“ in Berlin

Wer mein Blog und meine Arbeit etwas verfolgt, weiß dass ich im letzten Jahr an der Produktion des Theaterstücks „Akim rennt“ nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Claude K. Dubois beteiligt war. Das Stück hatte im September 2016 Premiere und ist nun Anfang Mai für 3 Aufführungen wieder in Berlin in der Brotfabrik zu sehen.

Donnerstag 4. Mai 17, 10 und 18 Uhr
Freitag 5. Mai 17, 10 Uhr

Mehr Informationen zum Stück gibt es unter: www.akim-rennt.de
Kartenbestellung oder Anfragen für Schulklassen über die Brotfabrik: brotfabrik-berlin.de

Die Inszenierung ist in aller Bescheidenheit gesagt gut geworden. Wie gut, vermag ich nicht zu beurteilen, aber ich denke, dass die Einladungen zum KUSS. Festival in Marburg, zum FRiNGE Festival Recklinghausen, zum SPIELARTEN Festival in NRW und zur Theaterwoche Korbach schon etwas über die Qualität aussagen.

Und auch an dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle die geholfen haben das Projekt zu realisieren!

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Akim rennt in Berlin. Foto: Gero Breloer

Plakat Akim rennt

Es wird immer realer und doch scheint noch so viel unerledigt, offen und zu tun. Aber nächste Woche Donnerstag steht die Premiere für ein Projekt an, dessen erste Idee mir im September 2015 begenete. Noch ist es zu früh Rückschau zu halten und daher blicke ich auf das, was es anzuschauen gibt. Hier zum Beispiel das Plakat von Akim rennt.

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Frontiers – Warum sollte man noch Western spielen?

Morgen improvisiere ich mit meinen Kollegen vom Theater ohne Probe die Premiere zu unserem neuen Format: Frontiers! Wir versuchen uns in diesem Format an der stilistischen Bandbreite des Western. Von klassischem Western über den Italowestern und Karl May bis hin zum Neo-Western wollen wir uns an den Unterschieden und Gemeinsamkeiten versuchen.

Aber Warum? Warum will man heute im Theater sich einen Western ansehen und das auch noch improvisiert? Mich persönlich interessieren die Fragen im Western mehr, als die Klischees um breitbeinige Cowboys. Der Western feiert schließlich anfänglich den Gründungsmythos der USA, mit dem Abenteuergeist, der die Grenzen heldenhaft immer weiter gen Westen verschiebt. Aber das sind oft nur Mythen, die bewusst oder unbewusst falsch gelesen werden, womit die Western aus Italien und dann später auch aus den Staaten brechen. Heute beschäftigen sich neuere Western oft mit bisher unerzählten Geschichten und unbequemen Wahrheiten. Plötzlich ist vom Genozid an den Ureinwohnern die Rede oder von den Ängsten und Entbehrungen der weißen Siedler im wahrlich wilden Westen.

Aber egal aus welchem Jahrzehnt ein Western stammt oder ob er vor oder hinter dem Eisernen Vorhang entstanden ist, gemeinsam sind ihnen die Frontiers. Diese imaginären Grenzen, welche die stetigen Veränderungen im Westen anzeigen. Da sind Weiße, dort noch nicht, hier gibt es die Eisenbahn, dort nur die Postkutsche, da herrscht noch Wildnis und hier wird bereits das Recht an den Meistbietenden verkauft. Der Westen der USA war in kürzester Zeit von Vielzahl von Veränderungen und Wandlungen betroffen. Sicher nicht in diesem Ausmaß, aber dennoch stehen wir auch heute vielen Veränderungen gegenüber und müssen uns entscheiden. Daher denke ich, dass uns ein Western, improvisiert und auf einer Bühne, heute eine Menge zu sagen haben kann.

Ob wir morgen vieles zu sagen haben, werden wir sehen müssen. Aber wenn wir es nicht versuchen, werden wir es auch nicht herausfinden. Ich bin gespannt!

Di, 28. April 2015, 20:00 / Berlin
PREMIERE: Frontiers – der ToP Western
Ort: Brotfabrik Berlin, Caligariplatz 1, 13086 Berlin