Das geht ja gut los: Onkel Wanja

Montag Abend im Haus der Berliner Festspiele. Es sollen dreieinhalb Stunden Theater werden, 210 Minuten Onkel Wanja. Aber diese Inszenierung trägt mehr Vorschusslorbeeren vor sich her, als gut sein kann. Inszenierung des Jahres 2008, die beiden Schauspieler Urlich Matthes und Jens Harzer teilen sich für Ihre Rollen den Preis Schauspieler des Jahres und Constanze Becker erhielt das weibliche Pendant dazu, zudem wurde es am Theater des Jahres 2008 inszeniert. Da muss doch etwas faul sein…

Doch was soll man sagen – alles zu Recht! Die Zeit vergeht wie im Flug. Die Inszenierung ist einfach gehalten, die Bühne auf ein Minimum beschränkt. Nur ein großer Lehmkasten, aus dem die Schauspieler auch nicht abgehen. Sie sind stets auf der Bühne und damit auch stets präsent. Sie spielen und es ist ein Genuss diesen guten Schauspielern bei ihrer Arbeit zuzusehen. Eine echte Gefühlswaschmaschine! Man ist mitgenommen, hingerissen und froh. Am Schluss hatte ich gar das Gefühl, man müsse die Schauspieler aus ihrem emotionalen Einsatz herausapplaudieren. Zurück aus der russischen Einöde in die Wirklichkeit des Hier und Jetzt. Das ist Theater!

Leider kann man aber am Deutschen Theater, was zurzeit nicht viel im eigenen Haus zeigen kann, da asbestbedingt noch immer der große Saal renoviert wird, nicht nur Gutes sehen. Das vergangen Jahr endete für mich als Zuschauer des DTs mit der Inszenierung von Strindbergs Traumspiel. Nicht nur in meinen Augen ein Desaster, sondern auch die Kritik in den Medien ließ kein gutes Haar an der Inszenierung. Hier wurde genau das verpasst, was in Onkel Wanja herrlich gelang – man hatte es vermieden den Schauspielern die Möglichkeit zum Spielen zu geben. Und mehr braucht es letztlich nicht, als ein paar gute Schauspieler, die ihre Arbeit tun.

 

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