Die Geheimnisse der Improvisation # I (Furcht)

Der Workshop von Dannis Cahill hat mir die Geheimnisse des improvisierten Theaterspiels offenbart. Sie sind so leicht (und waren mir sogar bereits bekannt), dass es beinahe überflüssig ist, sie hier nieder zuschreiben. Aber eben nur beinahe, denn es ist das Einfache, dass schwer zu machen ist.

Das erste Geheimnis, um gut auf einer Bühne zu improvisieren, lautet:

Sei entspannt und nimm eine innere Haltung wie das Publikums ein.

Das ist es eigentlich schon. Mehr braucht es nicht! Doch eine Bühne ist natürlicher Weise ein Ort, an dem man eher angespannt ist und extrem viel nachzudenken beginnt. Dadurch steht man sich selbst aber im Weg, man beginnt sich zu bemühen und sieht folglich auch bemüht aus. Wie unkomisch ist es Menschen zu sehen, die bemüht sind unterhaltsam zu sein… Yell

Was soll man also tun. Wie entspannen, wenn einen doppelt soviel Augen ansehen, wie Menschen im Raum sind? Oft haben diese Menschen auch noch dafür bezahlt, dass man sie gut unterhält.*

Cahills Rat: Umarme die Furcht! Das ist zwar ein sehr metaphorischere Rat, aber er sagt genau das Entscheidende aus. Improvisieren ist immer ein Risiko – man muss also lernen mit der "Angst" umzugehen. (Zumal es schließlich auch ein Stück weit der Nervenkitzel ist, der uns immer wieder auf die Bühne treibt.)

Ich habe nun drei Tage am Stück Cahill selbst auf der Bühne gesehen und dabei wurde mir klar, wie entspannt dieser Mann ist. Keine angestrengte Sportlichkeit, keine blassen Gags, kein übermäßigen Versuche sich beim Publikum beliebt zu machen und auch kein einfaches Technik abspielen. Einfach der entspannte Blick ins Ungewisse, die Furcht im Arm…

(* Zum Thema Unterhaltsamkeit sei nur angemerkt, dass es hierbei nicht darum gehen soll witzig zu sein. Unterhaltsamkeit meint, dass die Zuschauer mitgerissen werden soll. Das kann über Spannung, Inhalt, Anspruch, Kunstfertigkeit, Energie und auch über Humor erfolgen. Am unterhaltsamsten ist sicher, wenn alle Elemente enthalten sind.)

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